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Der unbemannte Luftfrachttransport

Credit: DLR (CC-BY 3.0)

 

Perspektive: Unbemannte Luftfahrzeuge fügen sich in den kontrollierten zivilen Luftraum ein und werden als zuverlässige Frachttransporter eingesetzt.

Bedarf: Mitte des 21. Jahrhunderts wird Luftfracht global zunehmend über unbemannte Transporter abgewickelt werden. So prognostiziert es die europäische Luftfahrtvision „Flightpath 2050“. Das hochautomatisierte Fliegen verspricht dabei geringere Kosten bei hoher Zuverlässigkeit. Der Weg vom heutigen Zweimann-Cockpit hin zum ferngeführten Frachtflugzeug ist dabei vorgezeichnet. Er führt über die Zwischenstufen Einmann-Cockpit, bedarfsweise besetztes Cockpit (OPV: Optionally Piloted Vehicle) und ferngesteuertes Frachtflugzeug (RPAS: Remotely Piloted Aircraft System). Der unbemannte Lufttransport wird sich dabei ausgehend von Nischenmärkten entfalten und schrittweise den heutigen Luftverkehrsmarkt erschließen.

Denkbar sind erste Anwendungen bei der Versorgung schlecht angebundener Gebiete mit dringend benötigten Gütern, etwa mit Medikamenten oder Ausrüstungsgegenständen der Katastrophenhilfe. Ein weiter Schritt ist der umfangreiche Austausch eilig benötigter Produktionsteile zwischen Industriestandorten. Atmosphärenforscher benötigen zudem unbemannte Luftfahrzeugsysteme, um etwa Daten für die Klimaforschung in großen Höhen über lange Zeiträume zu messen. Das DLR will seinen Beitrag leisten, das Potential des zivilen unbemannten Luftverkehrs zu erschließen.

Ziel: Im DLR sollen zivile Anwendungen von unbemannten Luftfahrzeugsystemen demonstriert werden. Der Begriff unbemanntes Luftfahrzeugsystem oder RPAS wird dabei allumfassend gedacht und meint sowohl das Luftfahrzeug als auch die Infrastruktur. Insbesondere die Station am Boden sowie satellitenbasierte Datenverbindungen und Positionsbestimmungen spielen bei solchen Luftfahrzeugsystemen eine wichtige Rolle. Für diese Bereiche will das DLR spezifische technische und operationelle Lösungen entwerfen und weiterentwickeln.

Kommunikation und Navigation sind Schlüsseltechnologien für RPAS, denn die Datenverbindung zwischen Bodenstation und Luftfahrzeug sowie dessen Ortsangabe müssen besonders robust und zuverlässig sein. Für den Einsatz ferngeführter Luftfahrzeugsysteme im zivilen kontrollierten Luftraum müssen diese unter anderem mit konventionellen pilotengesteuerten Flugzeugen kommunizieren können. Ausgewählte Technologien sind hier unter Nutzung der DLR-Forschungsflugzeuge zu erproben. Noch mangelt es an passenden Rahmenbedingungen für zivile Anwendungen von RPAS. Zulassungs- und Bauvorschriften müssen zukünftig vom Gesetzgeber etabliert werden, damit neu entwickelte, unbemannte Luftfahrzeugsysteme zertifiziert und zugelassen werden können. Zudem ist die Einordnung von RPAS in den zivilen kontrollierten Luftraum zu regeln. Das DLR sieht sich hierbei mit seiner Expertise in einer Beraterrolle zur Entwicklung von Standards.

Dem unbemannten Luftverkehr wird ein deutliches Wachstum vorausgesagt. Folglich forciert das DLR die Entwicklung neuer Technologien für unbemannte Luftfahzeugsysteme und widmet sich der Lösung bisher unbeantworteter Forschungsfragen. Hierbei ist auch die Frage zu beantworten, in welchen Märkten ein RPAS gegenüber konventionellen Lösungen kostengünstiger betrieben werden kann, da mittelfristig aus gesetzlichen Gründen nicht auf den verantwortlichen Luftfahrzeugführer im Luftfahrzeug oder am Boden verzichtet werden kann, und auch eine technologisch hochstehende und aufwendige Infrastruktur am Boden zunächst erhalten bleiben muss.

Zuletzt geändert am:
15.11.2017 11:27:13 Uhr