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Erforschung des Mondes
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  • Internationales Großprojekt "Gateway"
    Internationales Großprojekt "Gateway"

    Internationales Großprojekt: Am "Gateway" - einem "Umsteigebahnhof" in einer Umlaufbahn des Mondes - sollen mit den USA, Russland, Europa, Japan und Kanada alle Mitglieder des Multilateral Coordination Board (MCB) der Internationalen Raumstation ISS beteiligt werden. Die Orion-Raumkapsel mit dem in Bremen gebauten Antriebs- und Energiesegment soll die Station anfliegen und auch die Energieversorgung des Gateway könnte in Deutschland gebaut werden.

  • Die russische Raumsonde Luna 25
    Die russische Raumsonde Luna 25

    Auch Russland will wieder zum Mond. Mit der Raumsonde Luna 25 wird das gleichnamige Programm aus Sowjetzeiten wieder aufgenommen. Mit Luna 25 soll eine russische Raumsonde den Südpol des Mondes erforschen und den Bau einer robotischen Station mit vorbereiten. Als mögliche Starttermine wurden die Jahre 2021 und 2022 bis 2024 genannt.

  • Spurensuche: Die PTScientists aus Berlin wollen im Jahr 2020 unserem ständigen Erdbegleiter einen Besuch abstatten
    Spurensuche: Die PTScientists aus Berlin wollen im Jahr 2020 unserem ständigen Erdbegleiter einen Besuch abstatten

    Dort angekommen, wollen sie die Landestelle von Apollo 17 im Taurus-Littrow-Tal im Südosten des Mare Serenitatis mit zwei 30 Kilogramm leichten Rovern erkunden. Hier waren im Dezember 1972 mit Eugene Cernan und Harrison H. Schmitt bislang die letzten Menschen auf dem Mond gelandet. Sie entnahmen sehr wichtige Gesteinsproben, die einen Einblick in seine Geologie und Entwicklungsgeschichte gewähren. Vor rund 3,8 Milliarden Jahren entstand dieses Becken. Rund 100 Millionen Jahre danach begann die aus dem Mondinneren gequollene Lava die tiefergelegenen Gebiete zu überfluten. Diese Lavaflüsse wurden oft von Auswürfen begleitet, die das Gebiet mit kleinen Glaskügelchen bedeckten. Diese Kügelchen - bekannt unter dem Namen "Orange Soil" - haben Cernan und Schmitt zurück zur Erde gebracht.

Mehr als nur ein Blick in die Glaskugel

Die USA, Russland, China, Europa, Israel, Indien, Japan und Südkorea - alle haben aktuelle Pläne für weitere Mondmissionen. Teilweise gemeinsam, teilweise alleine wollen sie Sonden und wieder Menschen zum Erdtrabanten schicken. Dabei verfolgen die verschiedenen Nationen unterschiedliche Ziele. Während Indien mit Chandrayaan-2, Japan mit SLIM und Kaguya 2 sowie Korea mit dem Korea Pathfinder Lunar Orbiter wissenschaftliche Sonden zum Mond schicken wollen, ist für die USA der Mond auch ein Sprungbrett für eine bemannte Marsmission. "Dieses Mal werden wir nicht nur unsere Flagge aufstellen und Fußspuren hinterlassen. Wir werden die Grundlagen für eine zukünftige Marsmission schaffen", sagte US-Präsident Donald Trump am 11. Dezember 2017, als er seine erste von insgesamt vier "Space Policy Directives" verabschiedete, um zunächst bis 2028 wieder amerikanische Astronauten zum Mond schicken zu können. Diesen Zeitraum verkürzte die US-Regierung, vertreten durch Vizepräsident Michael Pence, dann am 19. März 2019 noch einmal um vier Jahre. 2024 sollen wieder Amerikaner auf dem Mond landen. Das amerikanisch-europäische Orion-Raumschiff soll das möglich machen. Andere Aktivitäten wie zum Beispiel die bereits geplante Mission Lunar Resource Prospector werden nicht wie geplant umgesetzt. Die Ziele dieser für die Mondforschung wichtigen Mission sollen in ein neues kommerzielles Mondprogramm überführt werden. Generell will Trump Firmen künftig viel stärker an großen Explorationsmissionen beteiligen.

Mit den "Space Policy Directives" und ihren Plänen zum "Gateway" - einem ab dem Jahr 2022 aufgebauten "Umsteigebahnhof" in der Mondumlaufbahn zur Erforschung des Mondes und als Zwischenstation zum Mars - rücken die USA die astronautische Raumfahrt wieder stärker in den Fokus. China plant dagegen mit Chang’e-5 und Chang’e-6 zwei große und technologisch komplexe robotische Probenrückführungsmissionen. Russland will mit der Fortsetzung des Luna-Programms die fünf Sonden Luna-25 bis -29 - Luna-27 unter Beteiligung der europäischen Weltraumorganisation ESA - zum Mond bringen. Sowohl die chinesischen als auch die russischen Missionen sollen die Exploration hin zu einer vollständig robotischen Station auf der Rückseite des Mondes vorantreiben.

Doch auch China und Russland wollen wieder bemannt auf dem Mond landen. Während das Reich der Mitte als erste Nation überhaupt einen Menschen bis 2030 auf die Rückseite des Mondes bringen will, begnügt sich Russland damit, im gleichen Jahr den ersten Landsmann überhaupt auf dem Mond abzusetzen. Dafür läuft bereits die Entwicklung des superschweren Trägers "Jenissej". Europa plant zwar eine eigene Mission, setzt aber für einen Weg zum Mond - robotisch wie astronautisch - weiterhin auf starke Partner. Nur gemeinsam mit anderen Staaten ist der Mond erreichbar. Gleiches gilt für Deutschland: Um international im Rennen zu bleiben, sollte die Bundesrepublik technologisch wie wissenschaftlich eine signifikante Beteiligung an großen Missionen anstreben. So öffnet sich vielleicht auch einmal eine Tür, einen deutschen Astronauten über eine Kooperation mit anderen Staaten auf den Mond zu bringen.

Private Mondträume – pure Fiktion oder bald schon Realität?

Nicht nur Raumfahrtagenturen haben den Mond als Ziel auserkoren. Auch private Akteure wollen unserem Erdtrabanten einen Besuch abstatten. Ausgelöst wurde diese Euphorie durch den "Google Lunar X Prize" (GLXP). Mit diesem Wettbewerb, der von 2007 bis 2018 stattfand, startete ein kleiner privater Wettlauf zum Mond: Wer bis zum 31. Dezember 2017 - ursprünglich bis zum 31. Dezember 2012 - als Erster eine Sonde sicher auf dem Mond landen und mit einem Rover dort mindestens 500 Meter zurücklegen könnte, erhielte 20 Millionen US-Dollar Preisgeld. Diesen "Grand Prize" bekam allerdings niemand, denn am 23. Januar 2018 wurde der Wettbewerb eingestellt. Bis dahin hatten mehrere Teams insgesamt 300 Millionen US-Dollar aufgebracht, um die gesetzten Aufgaben zu erfüllen. Dagegen wurden gerade einmal sechs Millionen Dollar als Preisgelder für erreichte Zwischenziele ausgezahlt.

Doch die Euphorie dauert über das Ende des Wettbewerbs hinaus an. So gewann das deutsche Team PTScientists einen der begehrten Meilensteine und setzt sein Mondprogramm auch nach dem GLXP-Ausstieg im Jahr 2012 fort. Das Berliner Team möchte mit seiner "Mission to the Moon" im Jahr 2020 zwei 30 Kilogramm leichte, solar- und allradgetriebene "Audi Lunar Quattro"-Rover auf den Mond bringen, die den Landeplatz von Apollo 17 erkunden sollen. Mit der Landesonde ALINA, dem "Autonomous Landing and Navigation Module", als Knotenpunkt zwischen Rover und Erde will Vodafone das erste 4G-LTE-Netzwerk auf dem Mond aufspannen. So sollen die Fahrzeuge via Steuerknüppel nahezu in Echtzeit gesteuert sowie wissenschaftliche Daten, Bilder und Videos übertragen werden können. Da ALINA rund 100 Kilogramm Nutzlast transportieren kann, ist noch Platz für weitere Mitflieger wie CubeSats oder Experimente, die bei den PTScientists zugebucht werden können. Eines davon ist X-SCIENCE von der TU Braunschweig, das mit Mitteln des DLR Raumfahrtmanagements ermöglicht wurde. Mit diesem innovativen Laser unter einem der Rover wird erstmals 3D-Druck mit Mondgestein vor Ort demonstriert. Darüber hinaus ist das Unternehmen bereits an einer ESA-Studie für eine robotische Mondmission beteiligt.

Auch in den USA werden ehemalige GLXP-Teilnehmer bei NASA-Ausschreibungen berücksichtigt. Am 29. November 2018 gab die US-amerikanische Raumfahrtbehörde bekannt, dass sie in Zukunft im Rahmen des 2,6 Milliarden US-Dollar schweren "Commercial Lunar Payload Services (CLPS)"-Programms kommerzielle Mondlander von bis zu neun US-Firmen beziehen wird. Zwei davon sind ehemalige GLXP-Teams. Dieser kommerzielle Ansatz ist Teil der aktuellen US-Mondstrategie. Einen Schritt weiter als die US-Firmen ist der israelische GLXP-Teilnehmer SpaceIL, der am 4. April 2019 mit der Landesonde „Beresheet“ als erste private Organisation einen Mondorbit erreicht hat. Doch kurz bevor die mit 600 Kilogramm bisher leichteste Mondlandesonde am 11. April 2019 sanft auf der Oberfläche aufsetzen konnte, traten beim Abstieg Antriebsprobleme auf und das Gefährt zerschellte. Dieser Fehlschlag hält Milliardär und Mitinitiator Morris Kahn allerdings nicht davon ab, es in zwei bis drei Jahren erneut zu versuchen. Der von Israel Aerospace Industries (IAI) gebaute Lander wird außerdem in einer Kooperation mit dem deutschen Raumfahrtunternehmen OHB für kommerzielle Kunden angeboten.

Noch größere Pläne verfolgen die Weltraumvisionäre Elon Musk und Jeff Bezos. Sie wollen mit ihren Firmen SpaceX und Blue Origin in Zukunft Touristen zum Mond mitnehmen. Ein erster SpaceX-Kunde ist Yusaku Maezawa, ein japanischer Kunstsammler und Milliardär. Er soll gemeinsam mit einer Gruppe von Künstlern mit dem ersten Flug des "Starship Hopper" auf einer "Super Heavy"-Rakete im Jahr 2023 zum Mond aufbrechen und ihn in 200 Kilometer Entfernung umkreisen. Doch der Mond ist für SpaceX-Gründer Elon Musk nur das Sprungbrett zum Mars. Dorthin möchte er mit seiner neuen Super-Rakete Menschen bereits im Jahr 2026 mitnehmen, um dort eine dauerhafte Kolonie aufzubauen. Blue Origin hingegen tüftelt neben der superschweren "New Armstrong"-Rakete an dem Mondlander "Blue Moon". Mit diesem "Amazon-Lieferservice" für den Mond möchte Bezos am Südpol des Erdtrabanten landen und dort den Aufbau einer Basis unterstützen.

Zuletzt geändert am:
05.08.2019 14:40:01 Uhr

Kontakte

 

Martin Fleischmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Strategie und Kommunikation

Tel.: +49 228 447-120

Fax: +49 228 447-386