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Smartes Energiemanagement

Jan-Simon Telle hat Wirtschaftsingenieurwesen für Verfahrens- und Energietechnik (B.Sc.) und Nachhaltige Energiesysteme (M.Sc.) studiert. Heute arbeitet er in der Abteilung Energiesystemtechnologie am DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme – als Projektleiter für EMGIMO. Das Energieversorgungsprojekt für Gewerbe-Immobilien soll Elektromobilität und CO2-neutralen Strom netzverträglich integrieren.

6 Fragen an ihn zum Projekt, zu seinen Aufgaben und worauf er sich morgens in der Arbeit freut.

Jan-Simon, worum geht es im Projekt EMGIMO?

Jan-Simon Telle: Das Akronym EMGIMO steht für den Projekttitel „Neue Energieversorgungskonzepte für Mehrmieter Gewerbeimmobilien: Integration und Management flexibler Lasten, einschließlich Elektromobilität, gepaart mit mieterfreundlichen innovativen Energievermarktungskonzepten “.

Wie der Titel schon verrät, geht es zum einen darum, ein Energiemanagement zu  entwickeln, das die Integration von Elektromobilität in Gewerbeimmobilien ermöglicht. Zum anderen ist es das Ziel, durch die Installation einer dezentralen Erzeugungsquelle -  in diesem Fall eine 99,9 Kilowatt Peak Photovoltaikanlage (PV) - , die Eigenstromversorgung signifikant zu steigern und damit die CO2-Bilanz des Gebäudes merklich zu verbessern. Aus den Projektergebnissen wird anschließend ein übertragbares Modell  entwickelt. Während der Projektlaufzeit (bis Ende 2019) werden an einem Pilotgebäude in München mehre Ladepunkte und eine Photovoltaikanlage installiert.

Die Hauptaufgabe des DLR-Instituts für Vernetzte Energiesysteme im Projekt ist die Entwicklung von Bausteinen eines smarten Energiemanagements für das Pilotgebäude. Mit Hilfe von „Machine Learning“ (ML) werden Algorithmen zur Last- und –Erzeugungsprognose entwickelt, die bei der Integration von Elektromobilität in Bestandsgebäuden unabdingbar sind. Für die Erfassung und Identifizierung einzelner Verbraucher wird ein hochaufgelöstes Messsystem Daten liefern. Bevor das im Projektkonsortium entwickelte Energiemanagement und Versorgungskonzept in den Realbetrieb geht, werden alle Hardware- und Softwarekomponenten beim DLR-Institut im Laborbetrieb auf Herz und Nieren getestet.
 
Welche Aufgaben hast du im Projekt?
Als Projektleiter von EMGIMO sind meine Aufgaben sehr vielseitig: Neben meinen administrativen Aufgaben als Projektleiter, die von der Kommunikation mit Projektpartnern bis zur internen und externen Berichterstattung gehen, bin ich auch für die Umsetzung der technischen Ziele des Projektes verantwortlich. Darunter fallen die Zeit- und Arbeitsplanung einzelner Arbeitspakete und die technische Umsetzung von Teilzielen. Dadurch ergibt sich ein interessanter Wechsel zwischen organisatorischen und wissenschaftlichen Arbeiten - und das Ganze zusammen mit einem tollen Projektteam. Ein besonderer Reiz liegt für mich in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Arbeiten, die vom Programmieren von Machine-Learning-Algorithmen über den Aufbau von Messsystemen bis hin zur Auswertung von hochaufgelösten Messdaten geht. 

Große Vielseitigkeit und frühe Verantwortung - und ein kleiner Beitrag zur Energiewende

Was ist das Besondere/das Coole an deiner Arbeit?
Für mich ist vor allem die große Vielseitigkeit meiner Arbeit besonders und das Coolste ist, als junger Mensch die Möglichkeit bekommen zu haben, schon früh Verantwortung zu übernehmen. Innerhalb eines knappen Jahres habe ich unglaublich viel gelernt, wie z. B. das Schreiben von Zwischenberichten, die Planung von Arbeitsschritten oder auch technische Fertigkeiten, wie die Entwicklung von Prognosen auf Grundlage von ML-Algorithmen.

Worauf freust du dich, wenn du morgens in die Arbeit kommst?
Zuerst  freue ich mich auf meine Arbeitskollegen und die gute Atmosphäre, die im ganzen Institut herrscht. Spaß machen mir meine unterschiedlichen Aufgaben, die von Schreibtischarbeit bis zur Arbeit im Labor reichen und mir die  Möglichkeit bieten, meine eigenen Ideen innerhalb eine Projektes zu verwirklichen. Reizvoll finde ich auch, dass ich mit meiner Arbeit  einen kleinen Beitrag zu einem wichtigen Baustein der Zukunft leiste: der Energiewende.

Wo können deine Forschungsergebnisse/deine Arbeit einmal eingesetzt werden?
Aus dem Forschungsprojekt entsteht ein übertragbares Konzept zur Integration dezentraler Energieerzeugung und Elektromobilität in bestehende, aber auch neue Gewerbe-Immobilien. Die Ergebnisse sollen sowohl Eigentümer als auch Mieter dazu ermutigen, die Energieversorgung CO2-neutraler zu gestalten und auf Elektromobilität umzusteigen. Die vom DLR entwickelten ML-Prognosealgorithmen werden von den Projektpartnern in ein Produkt für das Lastmanagement des Gebäudes integriert und tragen dazu bei, die Machbarkeit zu zeigen und ein übertragbares, in realer Umgebung erprobtes Konzept zu schaffen.   

Wie bist du zum DLR gekommen?
Für meine Masterarbeit bin ich 2016 zum DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme (damals noch NEXT ENERGY) nach Oldenburg gegangen. Die Arbeit habe ich dann auf der Konferenz EUPVSEC 2017 in Amsterdam präsentiert. Im Anschluss daran wurde mir angeboten,  bei dem Projekt EMGIMO einzusteigen.

Vielen Dank, Jan-Simon, für das Gespräch.

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