„Was mich an dem ganzen Astro-Kram so fasziniert"

Diese Illustration zeigt, wie unsere Milchstraße in einigen Milliarden Jahren mit der Andromeda-Galaxie verschmelzen wird. Bild: NASA, ESA, STScI
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Seit ihrem Praktikum stehen wir mit Lilli ab und zu per E-Mail in Kontakt. Und da sie dabei immer wieder vom Thema Weltraum schwärmt, haben wir ihr vorgeschlagen, dass sie mal in einem Artikel für DLR_next aufschreibt, was sie daran so spannend findet – auch als Anregung für viele andere Mädchen (und natürlich Jungs) in einem ähnlichen Alter. Hier also Lillis Gastbeitrag:

Von Lilli Zeifert

Ich bin Lilli Zeifert, 16 Jahre alt und sitze im Rollstuhl. Meine Füße sind meine „Hände“, mit denen ich auch meine Kommunikationshilfe – einen Tablet PC mit Sprachprogramm – bediene. Ich interessiere mich seit mehreren Jahren für den Weltraum, mit seinen – wie man so schön sagt – unendlichen Weiten. In diesem Bericht möchte ich euch erzählen, wie ich dazu kam und was daran eigentlich so ungeheuer faszinierend ist.

Stephen Hawking als Idol

Stephen Hawking – eigentlich an den Rollstuhl gefesselt – hier bei einem Parabelflug im Jahr 2007. Bild: Jim Campbell, Aero-News Network (NASA)
Stephen Hawking – eigentlich an den Rollstuhl gefesselt – hier bei einem Parabelflug im Jahr 2007. Bild: Jim Campbell, Aero-News Network (NASA)

Ich denke, angefangen hat alles mit einer Fernsehsendung über das Aussterben der Dinosaurier, die ich mit 6 oder 7 Jahren gesehen habe. Darin wurde die Theorie erwähnt, dass damals ein sehr großer Meteorit die Erde traf und dies letztlich zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat. Ob diese Theorie stimmt, sei dahingestellt – aber es war der Anfang meiner „Faszination Universum“! Im Jahr 2010 habe ich dann Star Trek Voyager gesehen und da war es ganz um mich geschehen. All die Geheimnisse, die neuen Begriffe und die Ideen hinter der Serie faszinierten mich mehr und mehr. Ich wollte unbedingt wissen, was Science (Wissenschaft) und was Fiction (ausgedacht) war! Schließlich kam eine TV-Dokumentation über den Anfang und das Ende des Universums hinzu – und zwar von Stephen Hawking (dem weltbekannten Kosmologen, der im Rollstuhl sitzt und nur noch seine Augen bewegen kann). Von da an wurde er mein großes Vorbild. Anfang 2017 hatte ich dann auch noch die große Ehre, im Berliner DLR-Institut für Planetenforschung ein Schülerpraktikum absolvieren zu dürfen. 

Aber was ist denn jetzt so immens faszinierend am Weltraum? Astronomie, Astrophysik sowie auch Kosmologie sind Naturwissenschaften, die uns zeigen, wieso die Welt so ist, wie sie eben ist. Sie helfen uns, die Natur zu verstehen. Dabei kann es zum Beispiel um den inneren Aufbau von Planeten gehen oder auch um die Frage, ob wir alleine im Universum sind. Es gibt aber auch ganz abstrakte und mehr theoretische Forschungsthemen und Fragestellungen. Zum Beispiel: Was geschah am Anfang des Universums? Wird es einmal enden und wenn ja wie? Was passiert in Schwarzen Löchern? Leben wir in einem Multiversum? Gibt es womöglich Paralleluniversen und Wurmlöcher? Kann etwas schneller als das Licht sein? Ist das Universum etwa doch endlich? Diese und viele weitere aufregende Fragen stellen sich die Wissenschaftler unserer Zeit.

Spaghetti im Schwarzen Loch ;-)

So wie in dieser Simulation kann man sich ein Schwarzes Loch vorstellen. Bild: Wikipedia, Alain r
So wie in dieser Simulation kann man sich ein Schwarzes Loch vorstellen. Bild: Wikipedia, Alain r

Ich interessiere mich am meisten für Schwarze Löcher. Sie verschlingen alles, sogar Licht! Wusstet ihr, dass auch unsere Galaxie, die Milchstraße, im Zentrum ein mega-massereiches Schwarzes Loch hat? Wenn man in ein solches Schwarzes Loch hineinfliegen würde, so würde man – abgesehen von dem enorm hohen Druck – spaghettisiert werden. Ja, kein Witz, so heißt das wirklich! Man würde länger und länger gezogen, wie eben eine Spaghetti, bis man schließlich auseinander reißen würde. Eine gruselige Vorstellung, oder? Also immer schön Abstand halten! ;-)

Aber ist es nicht auch interessant, dass Licht sowohl aus Teilchen bestehen als auch eine Welle sein kann bzw. sich so verhält? Oder dass wir durch pures Beobachten die Welt verändern, in der wir leben? Ja, wirklich! Zum Beispiel hat man in dem sogenannten „Doppelspaltexperiment “ das Verhalten der Elektronen durch Beobachten verändert, was dann zu der „Heisenbergschen Unschärferelation“ führte. Das gehört zwar zur Teilchen- und Quantenphysik, aber diese spielen wiederum in der Astrophysik und Kosmologie eine große Rolle.

Ihr seht also, es gibt noch so viel zu entdecken und zu lernen über die Welt, in der wir leben. Und wer weiß … Vielleicht lüftet ja mal eine oder einer von euch ein Rätsel des Kosmos oder fliegt selbst in den Weltraum!