Skizze des MASCOT-Landers mit seinen vielen Instrumenten. Bild: DLR
 

„Hightech-Schuhkarton" auf einem Asteroiden

Skizze des MASCOT-Landers mit seinen vielen Instrumenten. Bild: DLR
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Erinnert ihr euch noch an die Rosetta-Mission? Da ist ein Landegerät auf einem Kometen niedergegangen und hat dort Bodenproben genommen und viele andere Dinge analysiert. Jetzt gibt es eine ähnlich aufregende Weltraum-Mission – diesmal zu einem Asteroiden. Die japanische Raumsonde Hayabusa2 ist seit dem 3. Dezember 2014 auf dem Weg zum Asteroiden Ryugu. An Bord: ein kleines Landegerät namens MASCOT. Es wurde vom DLR zusammen mit den Raumfahrtagenturen CNES (aus Frankreich) und JAXA (Japan) gebaut. Auch die TU Braunschweig ist an dem Projekt beteiligt.

„Hüpfer" auf der Oberfläche

Der Asteroid Ryugu, am 30. Juni 2018 aus 20 Kilometern von der Sonde Hayabusa2 aufgenommen. Bild: JAXA und andere

Der MASCOT-Lander ist groß wie ein Schuhkarton und kann auf dem Asteroiden von einem Ort zum anderen „hüpfen". Bis zu 70 Meter weit soll der kleine Kasten auf der Oberfläche springen. Dazu hat er im Inneren eine Schwungmasse, die sich ruckartig bewegt. Wer von euch sportlich gut drauf ist, kann das Prinzip mal selbst versuchen: Einfach im Schneidersitz auf den Boden hocken und mit den Armen ruckartig Schwung holen! Ihr werdet wahrscheinlich keine 70 Meter weit springen – wenn doch bitte Bescheid sagen, damit wir dafür sorgen, dass ihr im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen werdet! Aber einen Mini-Hüpfer bekommt man auf diese Weise mit etwas Übung zustande. Zurück zu MASCOT: Durch seine „Hüpfer" kann er Bodenproben an unterschiedlichen Stellen nehmen und vor Ort analysieren. An besonders interessanten Stellen wird die Muttersonde Hayabusa2 dann sogar selbst etwas Staub einsammeln und mit dieser kosmischen Fracht – wenn alles nach Plan verläuft – innerhalb der nächsten zwei Jahre zur Erde zurückkehren. 

Dieses Video zeigt in einer Animation den geplanten Verlauf der Mission.

Warum Asteroiden interessant sind

Künstlerische Darstellung des Asteroidengürtels. Eigentlich kreisen diese Felsbrocken zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter um die Sonne, aber es gibt auch Asteroiden, die gelegentlich der Erde recht nahe kommen. Bild: NASA/JPL-Caltech

Asteroiden sind aus mehreren Gründen interessant. Erstens gehöhren sie zu den „ursprünglichsten" Himmelskörpern: Anders als auf der Erde hat sich dort seit der Entstehung des Sonnensystems wenig verändert, denn es gibt auf diesen kosmischen „Felsbrocken" natürlich keinen Wind und kein Wetter und auch keine Vulkane. Zweitens sind Asteroiden – vor allem wenn sie wie Ryugu zu den erdnahen Asteroiden gehören – eine Bedrohung für das Leben auf der Erde, denn theoretisch können sie mit unserem Planeten zusammenstoßen. Und wenn man Methoden entwickeln will, wie man einen solchen Crash vielleicht vermeiden kann, dann muss man ihre Zusammensetzung kennen. Ob man dann einen Asteroiden mit Raketen „sprengen" sollte, wie das in Science-Fiction-Filmen passiert, oder ob man ihn sanft vom Kurs ablenken kann – das alles wird noch diskutiert und hängt von vielen Dingen ab. Aber welche Methode man auch immer wählt: Asteroiden genauer zu untersuchen, solange man keinen auf Crash-Kurs kennt, ist auf jeden Fall nötig. Übrigens: Zu der am 3. Oktober 2018 geplanten Landung von MASCOT und zum weiteren Verlauf der Mission findest du auf www.dlr.de die neusten Infos. 

Hier siehst du einige der vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an diesem internationalen Projekt beteiligt sind.