Reise zum Mars

So könnte es eines Tages aussehen, wenn Menschen den Mars erkunden. Bild: NASA/Pat Rawlings, SAIC
So könnte es eines Tages aussehen, wenn Menschen den Mars erkunden. Bild: NASA/Pat Rawlings, SAIC
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Möchtest du vielleicht später Astronautin oder Astronaut werden und zum Mars fliegen? Es wäre sicher aufregend, wenn man zu den ersten Menschen gehört, die unseren Nachbarplaneten erkunden! Aber der Flug dorthin wäre erst einmal ziemlich langweilig: Die Reise würde nämlich ein halbes Jahr dauern! So lange muss die Crew im Raumschiff bleiben. Einfach mal aussteigen und nach draußen gehen? Fehlanzeige! Vielleicht geht es dir gerade ähnlich, weil du auch zu Hause bist und nicht rausgehen kannst. Na dann spiel doch mit bei unserer „Reise zum Mars“! Hier sind zehn Trainingseinheiten, die du unterwegs durchführen kannst. Denn Astronauten müssen sich während des Fluges schließlich fit halten – so wie du auch!

1. Reflextraining: Das Lineal fangen!

Eine Rakete beim Start. Bild: NASA
Eine Rakete beim Start. Bild: NASA

Astronauten müssen oft schnell reagieren – besonders beim Start der Rakete, der ja sehr flott geht. Mach selbst den Reaktionstest, bei dem du einen Assistenten brauchst: Er hält ein Lineal senkrecht vor sich. Du hältst deine Hände knapp unter das Lineal, als würdest du gleich klatschen. Plötzlich lässt dein Assistent das Lineal los, sodass es zwischen deinen Handflächen herunterfallen würde. Genau das sollst du verhindern! Kannst du deine Hände so schnell zusammenklatschen, dass du das Lineal festhältst? Wie oft schaffst du es bei zehn Versuchen? Und Zusatzfrage zum Nachdenken: Warum würde die Übung auf der Internationalen Raumstation ISS nicht klappen?

2. Fitnesstraining: Sport im All!

Auch in Schwerelosigkeit müssen sich Astronauten wie hier Alexander Gerst fit halten! Bild: NASA/ESA
Auch in Schwerelosigkeit müssen sich Astronauten wie hier Alexander Gerst fit halten! Bild: NASA/ESA

In der Schwerelosigkeit baut der Körper Muskeln und Knochen ab – sie werden ja viel weniger beansprucht. Deshalb müssen Astronauten täglich mehrere Stunden Sport machen, um ihren Köper fit zu halten. Versuch mal, ob du 5 Liegestützen und danach 5 Kniebeugen schaffst!

3. Vokabeltraining: Englische Begriffe

Heute arbeiten viele Länder in der Raumfahrt zusammen. Damit sie sich verstehen, müssen Astronauten mehrere Sprachen lernen. Lerne folgende zehn englischen Vokabeln:

1. Stern star
2. Sonne Sun
3. Mond Moon
4. Erde Earth
5. Himmel sky
6. Raumschiff spaceship
7. Rakete rocket
8. Wissenschaft science
9. Mensch human
10. schwerelos weightless

Lass dir von deinen Eltern sagen, wie man die Wörter auf Englisch ausspricht. Dann lernst du still für dich etwa 10 Minuten lang die Vokabeln auswendig. Und dann fragt dich dein Vater oder deine Mutter ab. Wenn es zu schwer ist, fang erst mal mit weniger Vokabeln an. Good luck! ;-)

4. Koordinationstraining: Kreisen und klopfen!

Astronauten müssen manchmal verschiedene Dinge gleichzeitig tun. Versuche doch mal folgende Übung, bei der es auch um zwei Dinge geht, die du gleichzeitig tun musst: Reibe mit einer Hand in Kreisen über deinen Bauch. Klopfe gleichzeitig mit der anderen Hand auf deinen Kopf – immer hoch und runter. Da die eine Bewegung kreisförmig ist und die andere wie eine Linie auf und ab verläuft, ist das gar nicht so einfach. Schaffst du es? Falls ja, versuche es schneller und wechsle dabei auch mal die Hände.

5. Geschicklichkeitstraining: Handschuhe her!

Eine Astronautin beim Spacewalk. Bild: NASA
Eine Astronautin beim Spacewalk. Bild: NASA

Astronauten müssen geschickt sein und bei ihren Spacewalks außerhalb des Raumschiffs komplizierte Reparaturen durchführen. Bei diesen Außenbordeinsätzen tragen sie einen Raumanzug – und dazu gehören auch dicke Handschuhe, was die Arbeit nicht gerade erleichtert. Sieh mal nach, ob ihr zu Hause dicke Handschuhe habt – entweder Skihandschuhe, Gartenhandschuhe oder diese Topflappen, in die man die Hände stecken kann. So, dann zieh mal die dicken Handschuhe an und versuche, einen Turm aus Bauklötzen oder Plastikbausteinen zu bauen. Wie hoch schaffst du es?

6. Gedächtnistraining: Planeten-Memory

Das Sonnensystem mit seinen 8 Planeten. Bild: NASA/JPL
Das Sonnensystem mit seinen 8 Planeten. Bild: NASA/JPL

Jetzt geht es um die 8 Planeten – und um ein Gedächtnistraining. Astronauten müssen sich natürlich gut im Sonnensystem auskennen, wenn sie zum Mars fliegen wollen! Lass dir bei folgender Übung von einem Erwachsenen helfen: Nimm ein Blatt Papier und schneide es in der Hälfte durch. Dann beide Hälften nochmal durchschneiden und dann alle Teile nochmal exakt halbieren. Das machst du anschließend mit einem zweiten Blatt Papier genauso. Wie viele Teile hast du jetzt? Genau! Es sind 16 Papierkärtchen. Jetzt malst du die 8 Planeten, wie du sie dir vorstellst, auf die Kärtchen, sodass du 8 Planetenbild-Kärtchen hast. Auf die anderen 8 Kärtchen schreibst du die Namen der Planeten. Fertig! Jetzt hast du ein Planeten-Memory! Lege alle Kärtchen verdeckt auf den Tisch und spiel Memory!

7. Navigationstraining: Asteroiden ausweichen!

So wie auf dieser Zeichnung kann man sich den Asteroidengürtel vorstellen. Bild: NASA
So wie auf dieser Zeichnung kann man sich den Asteroidengürtel vorstellen. Bild: NASA

Falls die Astronauten aus Versehen doch zu weit fliegen, kommen sie zwischen Mars und Jupiter durch den Asteroidengürtel. Der besteht aus vielen Felsbrocken, den Asteroiden. Um da wieder raus zu kommen, müssen sie geschickt den Asteroiden ausweichen. Und das spielt ihr jetzt zu Hause nach: Bau mit deinen Eltern einen Parcours aus Kissen und Stofftieren, an denen du im Slalom vorbeilaufen musst. Mach das aber wirklich nur zusammen mit deinem Vater oder deiner Mutter – und ziehe rutschfeste Hausschuhe oder Stoppersocken an. Wie schnell schaffst du es durch den Asteroidengürtel zu „fliegen“?

8. Reaktionstraining: Farben drücken!

Astronauten werden bei ihren Aufgaben vom Kontrollzentrum unterstützt. Sie bekommen genaue Anweisungen – zum Beispiel welche Knöpfe am Steuerpult des Raumschiffs gedrückt werden müssen. Bei der Vielzahl an Knöpfen kann das natürlich ganz schön verwirrend sein! Male dir selbst ein Steuerpult für dein Raumschiff mit sechs Knöpfen. Nun schreibst du mit Buntstiften den Namen einer Farbe unter jeden Knopf: rot, blau, gelb, grün, orange, lila. Wichtig: Der Name darf nicht zur Farbe des Stiftes passen. Schreib zum Beispiel das Wort „rot“ mit einem blauen Stift. Nun brauchst du einen Mitspieler – etwa deine Eltern oder Geschwister. Der Mitspieler ist jetzt das Kontrollzentrum und ruft dir eine Farbe zu. Und du musst dann so schnell wie möglich den Knopf drücken, auf dem der Name der Farbe steht. Danach wechselt ihr euch ab und du spielst Kontrollzentrum und rufst die Namen der Farben.

9. Techniktraining: Der Mülltüten-Fallschirm

Astronauten müssen auch handwerklich sehr geschickt sein und deine Mission nähert sich dem Ende. Baue für deine Mars-Mission ein Landesystem! Dazu brauchst du einen Müllsack, aus dem du einen großen kreisrunden Fallschirm ausschneidest. An vier Stellen bindest du Fäden an die Fallschirmkappe. Fertig! Jetzt kannst du ein kleines Stofftier oder eine kleine Spielzeugfigur dranbinden und mit dem ganzen Fallschirm in die Höhe werfen. Wenn alles klappt, segelt der „Mülltüten-Fallschirm“ langsam zu Boden. Meistens muss man aber nach ersten Testflügen die Konstruktion noch verbessern, bis die Landung ganz sanft funktioniert.

10. Gleichgewichtstraining: Hüpfer auf dem Mars

Nach so langer Zeit in der Schwerelosigkeit muss erst mal wieder das Gleichgewicht trainiert werden. Hüpfe auf einem Bein und zähle deine Hüpfer. Du darfst einmal das Bein wechseln. Wie oft schaffst du es?

Herzlichen Glückwunsch! Du hast es geschafft! Wenn du dich weiter verbessern möchtest, kannst du die einzelnen Trainingseinheiten natürlich irgendwann nochmal wiederholen. Es kann gut sein, dass du gerade erwachsen bist, wenn die ersten Menschen auf dem Mars landen. Und vielleicht wirst du ja irgendwann tatsächlich Astronautin oder Astronaut und fliegst auf eine Reise zum Mars! :-)