DLR_School_Lab TV startet zu virtueller Reise ins All

Tobias Bohnhardt führt das Publikum durchs Weltall. Hier ist er mithilfe einer VR-Brille zusammen mit Neil Armstrong auf dem Mond. Bild: DLR
Tobias Bohnhardt führt das Publikum durchs Weltall. Hier ist er mithilfe einer VR-Brille zusammen mit Neil Armstrong auf dem Mond. Bild: DLR
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Eine ganz außergewöhnliche Unterrichtsstunde haben wir uns für Schülerinnen und Schüler ausgedacht: Dabei nehmen wir euch mit auf eine „Virtuelle Reise ins Weltall“. Den Reiseführer spielt dabei Tobias Bohnhardt – einer unserer Mitarbeiter im DLR_School_Lab Berlin. Mit VR-Brille und einem schreibtischgroßen Tablet-Display führt euch Tobi durch die Internationale Raumstation ISS und zeigt euch, wo dort gearbeitet, gegessen und geschlafen wird. Auch einen Spacewalk mit faszinierendem Blick auf die Erde könnt ihr aus der Perspektive eines Astronauten miterleben – fast als wärt ihr live dabei. Danach geht es weiter zum Mond, wo Tobi zusammen mit euch und Neil Armstrong die Oberfläche erkundet. Und anschließend gibt es noch eine Tour durchs Sonnensystem mit spektakulären Bildern vom Mars und anderen Planeten.

Zum Hintergrund der ganzen Aktion: Normalerweise besuchen bis zu 40.000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr die 13 DLR_School_Labs, um hier anhand von Mitmach-Experimenten in die faszinierende Welt der Forschung einzutauchen. Nachdem wir unsere Schülerlabore jedoch schon Anfang März wegen der Corona-Pandemie geschlossen hatten, haben wir kurzfristig mehrere Online-Angebote für die schulfreie Zeit entwickelt. Neben zahlreichen Anregungen für zu Hause, die ihr auf unserer Seite „ScienceAtHome“ findet, haben wir so auch „DLR_School_Lab TV“ aus der Taufe gehoben, das mit der Reise ins Weltall nun erstmals auf Internet-Sendung geht. Tobias Bohnhardt, der bereits bei der DLR_Raumfahrt_Show als Moderator auf der Bühne stand, beantwortet dabei auch Fragen von Kindern, die uns vorab per Mail erreicht haben. Einige wurden bereits in der Sendung beantwortet, andere beantworten wir hier auf dieser Seite. Also: Viel Spaß beim Angucken des Videos und auch beim Lesen der Fragen und Antworten!

Fragen zur ISS

Auf der ISS geht es um die Forschung in Schwerelosigkeit. Bild: NASA/ESA
Auf der ISS geht es um die Forschung in Schwerelosigkeit. Bild: NASA/ESA

Alles leicht?

„Wieso ist im Weltraum alles immer so leicht?“, lautete eine Frage. Na ja, im Weltraum ist eigentlich nichts leichter als auf der Erde. Ein Astronaut, der auf der Erde 70 Kilogramm wiegt, wiegt natürlich im Weltraum genau so viel. Er hat ja nicht plötzlich abgenommen. Es ist nur so, dass Astronauten auf der Internationalen Raumstation schwerelos sind. Und auch andere Dinge schweben da umher. Der Grund dafür ist nicht ganz einfach zu verstehen. Am besten macht ihr mal folgendes Experiment: Nehmt eine leere Kunststoffflasche (so eine PET-Flasche mit 1,5 Liter Größe) und tut ein paar Papierkügelchen hinein. Wenn ihr die Flasche dann – am besten draußen auf einer Wiese, wo niemand getroffen werden kann – schräg in einem kleinen Bogen in die Höhe werft und genau zuseht, werdet ihr erkennen, dass die Kügelchen in der Flasche kurz herumschweben. Stellt euch jetzt vor, ihr könntet die Flasche so weit werfen, dass sie erst hinter dem Horizont landet – oder noch besser: dass sie um die ganze Erde fällt! Dann würden die Papierkügelchen noch länger in der Flasche schweben. Jetzt müsst ihr euch nur noch vorstellen, dass die Raumstation die Flasche ist und die Kügelchen darin die Astronauten sind.

Ein Hund auf der ISS?

„War schon einmal ein Hund auf der ISS?“ Nein. Da ist die Antwort zur Abwechslung mal einfach. ;-)

Die Steuerung

„Wie wird eigentlich eine Rakete gesteuert?“, war eine andere Frage. Die Rakete selbst kann man nicht steuern. Sie wird gezündet und dann schießt sie das Raumschiff in die Umlaufbahn. Wenn die Rakete ihren Dienst getan hat, wird sie vom Raumschiff abgetrennt. Jetzt ist die Crew im Raumschiff auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Und dieses Raumschiff – das kann man steuern. Es hat viele kleine Düsen – und je nachdem, welche Düse man anschaltet, treibt sie das Raumschiff an und „schiebt“ es in die entsprechende Richtung. So nähert sich das Raumschiff der ISS und dockt dann an. Diese Steuerung ist aber meistens nicht nötig. Denn die Bordcomputer können automatisch den Weg zur Raumstation finden und andocken. Nur wenn da ein Problem auftaucht, kann die Crew auf Handsteuerung umschalten. Und nur mal unter uns: Auch wenn alles dafür getan wird, damit solche Pannen mit der Automatik nicht vorkommen – es soll Raumfahrer geben, die sich freuen, wenn sie dann das Raumschiff mal selbst steuern dürfen.

Schwereloses Wasser?

Ein schwerelos schwebender Wassertropfen. Bild: NASA
Ein schwerelos schwebender Wassertropfen. Bild: NASA

„Sind Wasser und andere Getränke auf der ISS auch schwerelos? Was passiert, wenn ich eine Wasserflasche umdrehe – läuft das Wasser dann aus oder nicht?“ Interessante Fragen! Zur ersten Frage: Ja, auf der ISS schwebt alles. Wasser oder O-Saft bilden in der Luft kleine Kugeln. Jetzt zur zweiten Frage: Wir gehen mal davon aus, dass die Flasche geöffnet ist. ;-) Wenn man sie einfach nur umdreht, läuft erstmal nichts aus. Wenn man der Flasche aber einen kleinen Schups gibt, könnte das Wasser in kleinen Tropfen aus der Flasche kommen. Dabei ist es aber egal, ob man die Flasche umdreht oder nicht. Auch wenn man die Flasche aufrecht mit der Öffnung nach oben hält, würden die Tropfen aus der Flasche herauskommen.

Alltag an Bord

„Wie waschen sich Astronauten?“ Eigentlich ganz normal. Nur dass man eben nicht duschen kann, sondern nasse Handtücher nehmen muss. Die Wassertropfen würden sonst durch die ganze Station schweben und könnten sogar einen Kurzschluss auslösen.

Der nächste Start

Jemand wollte wissen, wann die nächste Rakete zur ISS fliegt. Da müsst ihr mal auf der NASA-Webseite nachsehen, wo solche Starts immer einige Tage vorher angekündigt werden.

Anziehungskraft

„Warum wird die ISS von der Erde angezogen?“, wollte eine Schülerin wissen. Nun, die ISS ist ja gar nicht mal so weit von der Erde entfernt. Gerade mal 400 Kilometer. Bis zum Mond ist es tausend Mal weiter! Und so nah an der Erde wirkt die Anziehungskraft unseres Planeten fast noch genau so stark wie auf dem Erdboden.

Sport im All

Hier erklärt NASA-Astronautin das Laufband auf der ISS. Quelle: NASA

Es wurde auch gefragt, warum Astronauten im All Sport machen müssen. Tatsächlich müssen alle Crewmitglieder auf der ISS jeden Tag in die „Muckibude“ und ein Fitnessprogramm absolvieren. Zum Beispiel auf dem Laufband. Damit man da nicht beim Laufen davonschwebt, halten Gurte die Astronautinnen und Astronauten am Boden – so ähnlich wie Hosenträger, nur eben am Boden und nicht an der Hose befestigt. Die Übungen sind deshalb so wichtig, weil der Körper in Schwerelosigkeit ja viel weniger beansprucht wird. Das gilt auch für die Muskulatur – und die muss man daher ganz besonders in Form halten, wenn man länger in Schwerelosigkeit ist. Und auf der ISS dauert es ja in aller Regel ein halbes Jahr, bis man wieder zur Erde zurückkehrt.

Kosmische Müllabfuhr

Eine weitere Frage war, was mit dem Müll auf der ISS passiert. Die Antwort: Er wird in ein Raumschiff gepackt, das nicht mehr benötigt wird. Und das Raumschiff wird anschließend abgekoppelt und dann auf einen Kurs in Richtung Erde geschickt, bei dem es verglüht.

Fragen rund um den Mond

Buzz Aldrin auf dem Mond. Das Foto hat Neil Armstrong gemacht. Die beiden waren die ersten Menschen, die den Mond betreten haben. Bild: NASA
Buzz Aldrin auf dem Mond. Das Foto hat Neil Armstrong gemacht. Die beiden waren die ersten Menschen, die den Mond betreten haben. Bild: NASA

Auf dem Weg zum Mond

Gleich mehrere Fragen drehen sich darum, wie schnell man zu Mond fliegen kann. Das haben ja mehrere Astronauten vor etwa 50 Jahren gemacht. Für die Strecke – der Mond ist etwa 400.000 Kilometer von der Erde entfernt – haben sie drei Tage benötigt. Also gar nicht mal so lange. Nur zum Vergleich: Zum Mars wäre eine Crew mehr als ein halbes Jahr unterwegs!

Die Vorderseite des Mondes

Eine Frage lautete: „Warum sehen wir vom Mond immer dieselbe Seite?“ Tja, wirklich nicht ganz leicht zu verstehen. Der Mond umrundet die Erde und benötigt für eine Umkreisung etwa einen Monat. Und tatsächlich zeigt er uns dabei immer nur eine Seite. Wenn ihr das zu Hause mal nachspielt, erkennt ihr schnell, was da genau passiert. Ihr braucht dazu zwei Personen: Einer spielt Erde und steht in der Mitte, einer läuft als Mond langsam um die „Erde“ herum. Wichtig: Der „Mond-Spieler“ wendet seine „Vorderseite“ – also Gesicht, Bauch und Fußspitzen – immer dem „Erde-Spieler“ zu. Und dafür muss sich der „Mond-Spieler“ bei jedem Schritt ganz leicht drehen. Wenn der „Mond-Spieler“ eine Erdumrundung geschafft hat, hat er sich in der ganzen Zeit auch einmal um sich selbst gedreht. Das nennt man übrigens „gebundene Rotation“.

Die Größe des Mondes

„Wieso ist der Mond manchmal so klein und manchmal so groß?“ Auch eine interessante Frage! Der Mond ist natürlich immer gleich groß. Man sieht nur eben manchmal mehr und manchmal weniger von ihm – je nachdem, welcher Teil von der Sonne angestrahlt wird und welcher im Dunkeln liegt. Das hängt davon ab, aus welcher Richtung die Sonne den Mond anleuchtet. Man kann das mit einer Taschenlampe als Sonne und einer Mandarine als Mond leicht selbst ausprobieren. Strahlt die Taschenlampe den Mandarinen-Mond aus deiner Blickrichtung an, ist das ein „Mandarinen-Vollmond“. Wird die Mandarine seitlich beleuchtet, sieht man nur eine „Mandarinensichel“. Wer will, kann noch eine Apfel-Erde dazunehmen und so ein „Mini-Obst-Planetarium“ aufbauen – oder stattdessen die Mandarine und den Apfel einfach aufessen. ;-) Wenn es um die Größe des Mondes geht, gibt es aber noch eine zweite Sache: Manchmal ist der Mond der Erde etwas näher als sonst. Denn seine Bahn um die Erde ist zwar ziemlich rund, aber kein perfekter Kreis. Dann sehen wir den Mond etwas größer als üblich. Und wenn dann auch noch zufällig in dem Moment Vollmond ist, sprechen manche Leute vom „Supermond“.

„Mond-Hüpfer“

„Warum kann man auf dem Mond so hoch hüpfen?“, wollte jemand wissen. Nun, das liegt daran, dass der Mond weniger Masse hat als die Erde. Und dadurch übt er nicht so eine starke Anziehungskraft aus wie die Erde. Um sich das vorstellen zu können, kann man auf einem Trampolin mal etwas rumhüpfen. So ähnlich fühlt es sich auf dem Mond an.

Tempo bei der Rückkehr

Eine Apollo-Kapsel kurz vor der Landung im Wasser. Bild: NASA
Eine Apollo-Kapsel kurz vor der Landung im Wasser. Bild: NASA

„Wie schnell waren die Apollo-Kapseln beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre?“ Oh, eine Fachfrage! Da scheint sich jemand gut auszukennen! Bravo! Also: Die Apollo-Raumschiffe hatten eine Geschwindigkeit von fast 40.000 Kilometern pro Stunde. Das ist enorm schnell. Zum Vergleich: Die ISS fliegt „nur“ mit 27.500 Kilometern pro Stunde um die Erde. Beim Wiedereintritt bremste dann die Luft die Apollo-Rückkehrkapseln ab und zum Schluss halfen auch noch drei Fallschirme, den Flug zu verlangsamen. Gelandet wurde übrigens im Pazifik, also auf dem Wasser.

Fragen zum Sonnensystem

Diese Darstellung zeigt die Planeten des Sonnensystems – und die Sonne selbst. Natürlich ist das alles nie so schön aufgereiht wie hier. Bild: NASA
Diese Darstellung zeigt die Planeten des Sonnensystems – und die Sonne selbst. Natürlich ist das alles nie so schön aufgereiht wie hier. Bild: NASA

Wie weit weg?

Uns erreichten gleich mehrere Fragen zur Sonne. Zum Beispiel wie weit die Sonne entfernt ist? Die Antwort: 150 Millionen Kilometer. Klar, mit der Zahl allein kann man sich das nicht vorstellen. Deshalb haben wir hier mal die Sonne und die Erde geschrumpft und in die passende Entfernung gerückt: Da sind also Größe und Abstand im selben Maßstab zu sehen. Viel Spaß!

Die Wärme der Sonne

Die Sonne – gesehen vom Satelliten SDO. Bild: NASA
Die Sonne – gesehen vom Satelliten SDO. Bild: NASA

„Wieso kann uns die Sonne so gut wärmen?“, fragt eine Schülerin. Sehr gute Frage! Tja, die einfache Antwort: Die Sonne sendet verschiedene Arten von Strahlung aus. Auf der Erde kommt davon trotz der großen Entfernung noch jede Menge an. Und zwar in einer einzigen Stunde so viel Energie, wie die ganze Menschheit in einem Jahr benötigt. Der kompliziertere Teil der Antwort betrifft das, was da in der Sonne passiert und die Wärme auslöst. Ganz stark vereinfacht gesagt: Im Inneren der Sonne herrscht durch die gewaltige Masse ein riesiger Druck. Dadurch werden die kleinen Teilchen, aus denen alle Dinge und auch die Sonne bestehen, so stark zusammengequetscht, dass dabei Energie freigesetzt wird. Eine andere Frage: „Sind alle Sterne so heiß wie die Sonne?“ Nein. Sterne sind je nach Typ unterschiedlich heiß. Es gibt Sterne, die viele Male heißer sind und dann auch ihren Brennstoff viel schneller verbrauchen. Und andere sind nicht so heiß wie die Sonne und „glühen“ viel länger vor sich hin.

Roter Riese

„Wann wird die Sonne zum Roten Riesen“, war eine weitere sonnige Frage. Nun, die Sonne ist ein Stern, der gerade „Halbzeit“ hat. Man hat ausgerechnet, dass Sterne wie unsere Sonne etwa 10 Milliarden Jahre alt werden. Und man weiß, dass unsere Sonne und das ganze Sonnensystem etwa 5 Milliarden Jahre alt ist. Also haben wir noch ein bisschen Zeit. ;-)

Die Bahn der Erde

Die nächste Frage: „Wieso bleibt die Erde immer auf ihrer Bahn?“ Auch eine gute Frage! Die Erde kreist um die Sonne und braucht dafür ein Jahr. Die Sonne zieht die Erde an. Würde die Erde stillstehen, würde sie durch die Anziehungskraft der Sonne sofort in sie hinein stürzen. Aber die Erde bewegt sich so schnell, dass das nicht passieren kann. Eine ähnliche Frage lautete: „Warum drehen sich alle Planeten um die Sonne?“ Auch eine tolle Frage! Tja, wo kommt dieser „Drehwurm“ her? Die Antwort hat mit der Entstehung des Sonnensystems zu tun. Es ist aus einer drehenden Scheibe von Gas- und Staubteilchen entstanden. Diese Drehbewegung war schon von Anfang an vorhanden. Als die kleinen Teilchen zusammenklumpten und daraus Planeten wurden, nahmen sie diesen Schwung mit – bis heute. Denn es gibt ja nichts, was sie abbremsen würde.

Entdeckung von Planeten

„Welcher Planet im Sonnensystem wurde als erster entdeckt?“ Hmmm … Ihr habt ja coole Fragen drauf! Am Nachthimmel sind Venus und Jupiter die hellsten unter den Planeten. Auch Mars und Saturn und manchmal auch Merkur sind ganz gut zu sehen. Man kann also davon ausgehen, dass sie den Menschen als erste auffielen. In jedem Fall waren sie schon seit der Antike – also vor über 2000 Jahren – bekannt. Wenn es um Raumfahrt-Missionen zu anderen Planeten geht: Mal vom Mond, der ja kein Planet ist, abgesehen fand die erste Landung einer Sonde auf einem Planeten am 1. März 1966 statt – und zwar auf der Venus. Allerdings war es keine weiche Landung: Die russische Sonde schlug hart auf der Oberfläche auf.

Menschen auf dem Mars?

So könnte es aussehen, wenn Menschen den Mars erkunden. Bild: NASA, Pat Rawlings, SAIC
So könnte es aussehen, wenn Menschen den Mars erkunden. Bild: NASA, Pat Rawlings, SAIC

Auch diese Frage hat uns erreicht: „Warum waren noch nie Menschen auf dem Mars?“ Ja, menno! Finden wir auch! Höchste Zeit! ;-) Aber Spaß beiseite: Das ist ja wirklich eines der großen Ziele in der Raumfahrt – nicht in den nächsten Jahren, aber irgendwann einmal in der Zukunft! Menschen könnten dort vieles erforschen, was selbst mit modernen Robotern nicht geht. Vor allem ist das große Rätsel immer noch nicht geklärt, ob es auf dem Mars einmal Leben gegeben hat. Wasser gab es dort einmal – das wissen wir. Und Wasser ist eine Voraussetzung für Leben. Aber hat sich auf dem Mars auch wirklich Leben entwickelt? Es wäre sehr spannend, das herauszufinden! Allerdings wäre ein Flug zum Mars mit Menschen an Bord technisch sehr aufwendig: Das Raumschiff wäre mehr als ein halbes Jahr unterwegs. Dann müsste es dort sicher landen und später auch wieder starten können. Für den Rückflug muss man aber warten, bis sich Mars und Erde auf ihren Bahnen um die Sonne im richtigen Abstand zueinander befinden. Und dann würde der Weg zurück nochmal über 6 Monate dauern. Insgesamt wäre die Crew mehr als zwei Jahre unterwegs. Dabei müsste man sie die ganze Zeit vor der Strahlung schützen, vor der uns auf der Erde unser Magnetfeld schützt. Nahrungsmittel, Instrumente und andere Dinge müsste man wahrscheinlich mit einem anderen Raumschiff vorher schon zum Mars bringen. Kurz und gut: Die Sache ist kompliziert! Und auch teuer. Aber wiegesagt: Für die fernere Zukunft ist es geplant.

Hitzerekord

„Welcher Planet ist der heißeste und wie heiß ist es da?“ Interessante Frage. Weil man ja glauben könnte, dass der Merkur der heißeste Planet ist, weil er der Sonne am nächsten ist. Nun ist es dort zwar auch sehr heiß. Aber auf der Venus ist es mit über 450 Grad Celsius noch etwas heißer. Denn sie hat eine dichte Atmosphäre mit einem sehr starken Treibhauseffekt. Die Gashülle der Venus hält die Hitze fest – so wie ein Treibhaus die Wärme nicht mehr nach draußen entweichen lässt.

Die Saturnringe

Der Saturn mit seinen wunderschönen Ringen. Bild: NASA
Der Saturn mit seinen wunderschönen Ringen. Bild: NASA

Einige Fragen drehten sich um die Saturnringe: „Woraus bestehen sie und wie sind sie entstanden?“ Sie bestehen aus Eis und etwas Gestein. Manche Brocken sind groß wie ein Haus oder ein Auto, andere klein wie Salzkörner. Interessant ist auch, dass sie sich Hunderttausende Kilometer weit ins All erstrecken, aber nur gerade mal 100 Meter dick sind – oder vielmehr „dünn“. Wie sie entstanden sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Vielleicht ist ein Mond dem Saturn zu nahe gekommen und der riesige Planet hat mit seiner Anziehungskraft so stark daran gezerrt, dass der Mond in Stücke zerrissen wurde.

Wir flitzen durchs All

So wie hier im Bild kann man sich unsere Galaxie, die Milchstraße vorstellen. Ganz klein ist da auch unsere Sonne (in Englisch „Sun) eingezeichnet. Sie kreist wie alle Sterne um das Zentrum. Bild: ESO/Wikipedia
So wie hier im Bild kann man sich unsere Galaxie, die Milchstraße vorstellen. Ganz klein ist da auch unsere Sonne (in Englisch „Sun) eingezeichnet. Sie kreist wie alle Sterne um das Zentrum. Bild: ESO/Wikipedia

„Wieso kann die Sonne im Weltraum schweben, ohne dass sie wegfliegt?“ Puh, interessante Frage! Eigentlich fliegt die Sonne ja irgendwie durchs All! Zumindest verändert sie andauernd ihre Position, also die Stelle, an der sie ist. Und die Erde und alle Planeten, die sie umkreisen, fliegen mit ihr. Wir merken nur nichts davon. Mal zum Vergleich ein Beispiel: Wenn ihr mit euren Eltern im Auto sitzt und über die Autobahn fahrt, bewegt ihr euch ja auch – und zwar alle mit derselben Geschwindigkeit. Dein Vater, deine Mutter oder andere Personen: Alle sind gleich schnell unterwegs. So ist es auch mit der Sonne und den Planeten. Die Sonne – und mit ihr die Erde und alle anderen Planeten des Sonnensystems – flitzen durchs All. Um genau zu sein umkreisen wir das Zentrum der Milchstraße. Das ist unsere Galaxie, die aus Milliarden Sternen besteht. Sie alle bewegen sich im Kreis – so ähnlich wie bei einem Karussell immer weiter und weiter.

Fragen zum Universum

Solche kosmischen Gas- und Staubwolken sind die Geburtsstätten für neue Sterne. Bild: NASA, ESA
Solche kosmischen Gas- und Staubwolken sind die Geburtsstätten für neue Sterne. Bild: NASA, ESA

Schwarze Löcher

Es gab mehrere Fragen zu Schwarzen Löchern. So wurde gefragt, woraus Schwarze Löcher bestehen. Eigentlich sind sie aus ganz normaler Materie – so wie Sterne und andere Himmelskörper. Nur ganz eng zusammengepresst. Schwarze Löcher sind die Überreste von riesigen Sternen. Wir reden dabei von Sternen, die deutlich größer als unsere Sonne sind und vor allem viel mehr Masse haben. Am Ende ihres „Lebens“ stürzen diese Sterne in sich zusammen, weil sie allen Brennstoff verbraucht haben und nicht mehr strahlen. Unter ihrem eigenen Gewicht und ihrer eigenen Anziehungskraft fallen sie also zusammen und schrumpfen auf einen kleinen Punkt: vorher größer als unsere Sonne, jetzt so klein wie der ein Fußball. Na ja, ungefähr jedenfalls. So viel Masse auf so kleinem Raum: Das erzeugt eine gewaltige Anziehungskraft. Alles, was einem Schwarzen Loch zu nahe kommt, wird davon so stark angezogen, dass es kein Entkommen mehr gibt.

Eine andere Frage war, ob es im Sonnensystem Schwarze Löcher gibt und ob sie der Erde gefährlich werden können. Die Antwort: nein! Es gibt im Sonnensystem kein Schwarzes Loch. Das nächste ist sehr weit weg und kann uns nicht gefährlich werden. Es befindet sich in der Mitte unserer Galaxie, der Milchstraße. Es ist so weit weg: Man müsste mit einem Raumschiff viele Milliarden Jahre bis dorthin fliegen. Also: keine Gefahr!

Der Weltraum und das Nichts

Eine spannende Frage lautet: „Woraus besteht der Weltraum?“ Man könnte antworten: Aus nichts! Das wäre allerdings nicht ganz richtig. Zunächst einmal: Im Weltraum – also oberhalb der Erdatmosphäre – gibt es keine Luft. Man sagt: Es herrscht ein Vakuum. Doch in diesem „Nichts“ gibt es ab und zu hauchdünne Nebelwolken. Sie bestehen aus kleinsten Teilchen. Oft wird dabei von kosmischen Gas- und Staubwolken gesprochen. Und in diesen Wolken passiert etwas sehr Spannendes: Auch wenn die Teilchen winzig sind, ziehen sie sich gegenseitig an, treffen aufeinander, klumpen manchmal dabei zusammen – und so entstehen immer größere „Klumpen“ von Materie. So bilden sich in den kosmischen Gas- und Staubwolken neue Sterne – ganz ähnlich wie unsere Sonne, Und auch Planeten! Auch unsere Sonne und unsere Erde sind so entstanden. Für ältere Leser noch eine zusätzliche Antwort: Außer der sichtbaren Materie gibt es im Weltraum auch die sogenannte Dunkle Materie. Sie dürfte sogar einen Großteil der Materie im Universum ausmachen. Was genau das ist, weiß man noch nicht.

Wirklich unendlich?

„Wieso sagt man, dass der Weltraum „unendliche Weiten“ hat? Alles muss doch ein Ende haben.“ Das war eine von mehreren Fragen zu diesem Thema der Unendlichkeit. Hui! Schwierige Fragen! Ob der Weltraum unendlich groß ist oder nur sehr, sehr groß – das weiß man nicht. Es gibt verschiedene Modelle, wie man sich das Universum vorstellen kann. Einigkeit besteht, dass es mit einem Urknall begann – alles auf einen Punkt konzentriert. Und dann in Sekundenbruchteilen dehnte es sich auf eine gewaltige Größe aus. Und es wird auch jetzt noch in jedem Moment größer! Überall entsteht andauernd neuer Raum. Auch das ist für uns Menschen nicht vorstellbar. Uns geht es da – nur mal als Vergleich – etwa so wie einem kleinen Käfer, der sich auf einem großen Ball befindet: Er läuft immer geradeaus und wundert sich, dass die Oberfläche des Balls nirgends ein Ende hat.

Bewohnbarer Planet

„Wie lange wird es dauern, einen bewohnbaren Planeten zu finden?“ Die Antwort: Wir haben doch schon einen! ;-) Wir müssen nur sorgsam mit unserer Erde und der ganzen Umwelt umgehen, damit unser Planet bewohnbar bleibt. Aber klar, die Frage zielt auf andere Planeten ab – vielleicht auch auf Planeten, die andere Sterne umkreisen. Da hat man ja insgesamt schon über 4000 solcher Planeten gefunden. Und einige könnten sogar bewohnbar sein. Das Problem sind die enormen Entfernungen: Man wäre viele Tausend oder sogar Millionen Jahre bis dorthin unterwegs. Mit anderen Worten: keine Chance! Der einzige Planet, der sich für uns zum Leben eignet, ist wirklich die Erde.