Cyber-Resilienz von Beginn an mitdenken

C-Resist

KI in der Logistik
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Der demografische Wandel, der Fachkräftemangel sowie steigende Anforderungen an kritische Infrastrukturen machen neue Lösungen erforderlich. Intelligente robotische Systeme übernehmen daher zunehmend zentrale Aufgaben im Verkehr, entlasten die Menschen und schaffen ökonomische Vorteile. Gleichzeitig machen ihre wachsende Automatisierung und Vernetzung sie zu einem bevorzugten Ziel für Cyber-Angriffe.
Die DLR-Nachwuchsgruppe C-RESIST (Cyber-Resilience for Intelligent Robotic Services in Transport and Society) entwickelt eine neue Methodik, die Cyber-Resilienz als lebenszyklusorientiertes und ingenieurwissenschaftlich fundiertes Gestaltungsprinzip bereits von Beginn der Entwicklung an verankert. Denn nur so lassen sich Cybersicherheitsvorfälle wirksam verhindern, abwehren oder im Zweifelsfall eine schnelle Wiederherstellung der Systeme ermöglichen.

Von der Theorie in die Praxis

Die C-RESIST-Methodik erweitert bestehende Safety- und Security-by-Design-Ansätze um Aspekte der Cyber-Resilienz. Dabei werden Methoden zur Angriffsprävention und -erkennung sowie Mitigations- und Recovery-Strategien integriert. Die Evaluierung erfolgt durch eine systematische Steigerung der Realitätsgrade: von reinen Simulationsumgebungen über Virtual-Reality-Tests bis hin zu Hybrid-Reality-Umgebungen, in denen virtuelle und reale Komponenten zusammenwirken.
Zwei konkrete Anwendungsfälle demonstrieren die Praxistauglichkeit: eine durch Menschen orchestrierte Service-Roboter-Flotte für den Transport und die Verteilung von Paketen im Straßenverkehr sowie ein System zur Bergung von Personen in Krisengebieten. Beide Szenarien zeigen das Dual-Use-Potenzial intelligenter robotischer Systeme und adressieren aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

Vertrauen durch Transparenz

In dem Projekt werden nicht nur technische Sicherheitsaspekte, sondern auch zentrale Fragen zu Privatsphäre, Vertrauen und Verantwortung berücksichtigt. Denn robotische Systeme verarbeiten hochsensible Daten und stehen in unmittelbarer Interaktion mit Menschen. C-RESIST greift Regulierungsrahmen wie die NIS-2-Richtlinie, den Cyber Resilience Act und den AI Act der EU proaktiv auf, um sicherzustellen, dass die entwickelten Lösungen mit europäischen Werten vereinbar sind.
Durch gezielten Wissensaustausch und Technologietransfer werden neueste sicherheitsrelevante Technologien frühzeitig verstanden, praxisnah erprobt und in sichere Produkte für neue Märkte überführt. Die Tests finden in der Großforschungsanlage „Rapid AI Development and Test” des Instituts für KI-Sicherheit statt. Dort werden virtuelle Umgebungen mit realen Akteuren wie Menschen, Robotern und Fahrzeugen zusammengebracht.

Beitrag des Instituts für KI-Sicherheit

Die DLR-Nachwuchsgruppe C-RESIST ist am Institut für KI-Sicherheit angesiedelt und vereint die Forschungsschwerpunkte des Instituts zu sicherer und standardkonformer KI mit Expertise in den Bereichen Cybersicherheit und Resilienz. Im Projekt werden Safety- und Security-by-Design-Ansätze mit innovativen Engineering-Methoden für cyber-resiliente intelligente Systeme verbunden. Die Tests werden in der institutseigenen Großforschungsanlage „Rapid AI Development and Test” durchgeführt. Durch die systematische Verankerung von Cyber-Resilienz für robotische Servicesysteme im Verkehr übernimmt das Institut eine Vorreiterrolle in der aktuellen Forschungslandschaft.

Kontakt

Dr.-Ing. Sven Hallerbach

Abteilungsleitung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für KI-Sicherheit
KI Engineering
Wilhelm-Runge-Straße 10, 89081 Ulm

Karoline Bischof

Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für KI-Sicherheit
Geschäftsfeldentwicklung & Strategie
Rathausallee 12, 53757 Sankt Augustin