Wirtschaftsschutz im Fokus
- Beim NRW-Sicherheitstag 2026 am DLR-Standort Köln-Porz diskutierten Experten über den Schutz kritischer Infrastrukturen.
- NRW-Innenminister Herbert Reul forderte mehr Kooperation gegen globale Bedrohungen.
- Unser Institut war vertreten durch einen Vortrag von Abteilungsleiter Daniel Lichte sowie einem Exponat.
Unter dem Motto „Zwischen Geopolitik und Unternehmensrealität – Wirtschaftsschutz als Erfolgsfaktor“ haben sich hochkarätige Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz versammelt. Der diesjährige NRW-Sicherheitstag, organisiert von der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West e.V. (ASW West), setzte wichtige Impulse für den Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) in Zeiten wachsender globaler Spannungen.
Ein Highlight der Veranstaltung war der Besuch und der Vortrag von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul, der auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Tagung übernommen hatte. In seiner Keynote zur aktuellen Sicherheitslage in NRW machte der Minister deutlich, dass der Schutz von Staat und Wirtschaft längst keine isolierten Aufgabenbereiche mehr sind. Angesichts neuer, dynamischer Angriffsmethoden sei eine eng verzahnte Kooperation aller Akteure zwingend notwendig, um die Resilienz des Landes nachhaltig zu stärken.
Die geopolitischen Herausforderungen unserer Zeit erfordern nicht nur wachsame Unternehmen, sondern vor allem auch innovative, wissenschaftlich fundierte Lösungen. Genau an dieser Schnittstelle agiert das DLR-Institut für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen. Die anwendungsorientierte Forschung des Instituts liefert die technologischen Grundlagen, um sensible Systeme und Versorgungsnetzwerke gegen physische und digitale Bedrohungen zu wappnen.
Wie eine solche Absicherung in der Praxis aussehen kann, demonstrierte Daniel Lichte, Leiter der Abteilung Resilienz- und Risikomethodik, in seinem vielbeachteten Fachvortrag. Er präsentierte dem Publikum mit dem SkyTHIS-Lagebild eine neue, zukunftsweisende Möglichkeit zur frühzeitigen Erkennung von Bedrohungslagen durch Drohnen. Das zugrunde liegende Verfahren ermöglicht eine vorausschauende Bewertung der Risiken von Drohnenflügen für kritische Anlagen. Da unbemannte Flugsysteme für Unternehmen zunehmend als relevante Bedrohung wahrgenommen werden, stießen auch die vorgestellten Aktivitäten des DLR in den Bereichen der Detektions- und Abwehrmethoden auf großes Interesse bei den anwesenden Sicherheitsverantwortlichen.
Direkt im Anschluss konnten die Teilnehmenden die Forschung des Instituts hautnah erleben. Am interaktiven Exponat „KriTISCH“ wurde gezeigt, wie moderne Entscheidungsträger im Ernstfall unterstützt werden. Der digitale Lagetisch bereitet komplexe, kartenbasierte Daten in Echtzeit auf und bietet dem Katastrophenschutz sowie Sicherheitsbehörden eine fundierte visuelle Hilfestellung, um in Krisensituationen schnell und präzise zu agieren.
Neben den hochkarätigen Fachvorträgen auf der Bühne stand der Tag ganz im Zeichen des Dialogs. In den Pausen sowie beim gemeinsamen Abschluss-BBQ nutzten die Gäste intensiv die Gelegenheit, neue Netzwerke zu knüpfen und die Impulse des Tages zu vertiefen.
Kontakt
Dr.-Ing. Daniel Lichte


