MODULARIS: Die maritime Technologieplattform feiert Hochzeit

Es ist etwas mehr als zweieinhalb Jahre her, seit meine Reise beim DLR begonnen hat. Doch die ersten Reaktionen waren verwundert: „Was willst du dort eigentlich machen? Du bist doch technischer Ingenieur. Baust du jetzt Raumschiffe?“. Die Antwort war klar: Wir bauen etwas ebenso Spannendes für die Forschung auf der Erde – eine maritime und modulare seegängige Technologieplattform. Auf dieser Plattform testen wir neuartige maritime Antriebe und Technologien unter realen Bedingungen.

Dabei geht es vor allem darum, klimaverträgliche Antriebsmöglichkeiten und autonome Systeme sowie Anwendungen für Sicherheit und Verteidigung zu erforschen.
Die neue Herausforderung war für mich von Anfang an faszinierend, denn es bot mir die einmalige Chance, mich vom reinen Anwender zum Mitgestalter zu entwickeln. Am Anfang stand die Frage: „Wie baut man eigentlich so eine spezielles Schiff, das all diese Möglichkeiten bietet?“
Unser Team für maritime Forschungsanlagen begann, die Materie zu studieren, und wir lernten Schritt für Schritt. Dann ging es wirklich Schlag auf Schlag. Was als Konzept und Leistungsbeschreibung begann, entwickelte sich rasant: Bauausschreibung, Verhandlungsrunden, Vertragsunterschrift, Statusmeetings, der erste Stahlschnitt, die Kiellegung.
Der Motor schwebt durch die Werfthalle
Hier möchte ich von einem meiner persönlichen Highlights berichten, das Anfang Juli stattgefunden hat. Also: Blick zurück …

Video: Hochzeit in der Werft – die MODULARIS erhält ihre Motoren
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Heute stehe ich bereits auf einem Teil von MODULARIS. Heute ist aber auch ein ganz besonderer Tag im Leben einer Forschungsplattform, denn MODULARIS feiert Hochzeit. Als Hochzeit bezeichnet man im Schiffbau die Vermählung des Rumpfs mit dem Antrieb.
Die drei Hauptmotoren standen schon länger in Reih und Glied und warteten auf das große Ereignis. Als der große Portalkran der Flensburger Shipyard den ersten Motor angehoben hatte, war es für mich ein erhabener Moment, wie das Triebwerk durch die große Werfthalle schwebte und in den Rumpf, später Hauptmaschinenraum, eingesetzt wurde.
Es war auch ein Moment, an dem sichtbar wird, dass aus Plänen, Papierkram und endlosen Meetings etwas entsteht, das mehr als nur eine Idee ist: eine echte Forschungsplattform. Jeder einzelne von den drei Motoren wird später in der Lage sein, das Schiff anzutreiben und von A nach B zu bringen. Sie gehören zum sogenannten Basissystem der MODULARIS.
Die Forschungsplattform ist so konzipiert, dass Energie- und Antriebstechnologien flexibel integriert werden können. Diese werden anschließend real erprobt und Schritt für Schritt stärker eingebunden. Gleichzeitig muss aber der sichere Bordbetrieb zu jeder Zeit gewährleistet sein, das System dient daher als Backup- oder Rückfalloption.
Es wird bestimmt noch viele solcher Momente geben, denn die MODULARIS wächst nun kontinuierlich, bis sie ihr Debüt als schwimmendes Labor auf dem Meer gibt.