DLR feiert Kiellegung der seegängigen Technologieplattform MODULARIS



- Am 20. Mai 2026 fand die Kiellegung der seegängigen Technologieplattform des DLR in Flensburg statt.
- Die Plattform wird unter dem Namen MODULARIS als schwimmendes Labor für innovative maritime Technologien dienen.
- Das Schiff wird 48 Meter lang und 11,5 Meter breit sein.
- Schwerpunkte: Verkehr, Energie, Sicherheit, maritime Forschung, Mobilität der Zukunft, neuartige Antriebe, Wasserstoff-Technologien
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am 20. Mai 2026 auf der FSG Shipyard in Flensburg die Kiellegung seiner seegängigen Technologieplattform gefeiert. Mit diesem Meilenstein startet offiziell die Montage des Schiffs. Es wird unter dem Namen MODULARIS als schwimmendes Labor für innovative maritime Technologien dienen. Der Name verbindet das Adjektiv „modular“ und das lateinische Substantiv „maris“ („des Meeres“). Er beschreibt, wie das DLR die Technologieplattform einsetzen wird: nämlich um innovative Technologien flexibel und unter realen Bedingungen auf See zu erproben. Im Fokus stehen klimaverträgliche Antriebe, autonome Systeme sowie Anwendungen für Sicherheit und Verteidigung. Der Bund finanziert das Projekt mit insgesamt 36 Millionen Euro.

Mit der seegängigen Technologieplattform MODULARIS schaffen wir eine weltweit einzigartige Grundlage für die maritime Transformation. Neue Energie- und Navigations- sowie Kommunikationssysteme können damit künftig unter realen Einsatzbedingungen schneller integriert, erprobt und zur Zertifizierungsreife geführt werden. So stärken wir Innovation, Sicherheit, Resilienz und technologische Souveränität in Deutschland und Europa. Wir laden schon heute unsere Partner aus Behörden und Industrie sowie Wirtschaft, insbesondere KMU und Start-ups ein, gemeinsam mit dem DLR neue maritime Technologien an Bord zu testen.
Maritime Technologien auf See erproben

Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla über die Kiellegung der MODULARIS
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Das Schiff wird 48 Meter lang und 11,5 Meter breit sein und Platz für maximal 20 Personen bieten. Erprobungsfahrten sind vor allem in Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer geplant. Einsätze von bis zu sieben Tagen werden möglich sein.
MODULARIS verfügt über redundante Sicherheits- und Steuerungssysteme. So können erstmals neuartige, noch nicht zertifizierte Energie-, Navigations- und Kommunikationssysteme erprobt werden. Das beschleunigt Entwicklungs- und Zertifizierungsprozesse. Ein digitaler Zwilling – also ein virtuelles Modell des Schiffs – ermöglicht zudem umfassende Simulationen und Analysen als Vorbereitung und Ergänzung der praktischen Entwicklungsarbeiten.
An Bord werden die Forschenden des DLR unter anderem Brennstoffzellen-, Batterie-, Sensorik- und Automatisierungssysteme testen. Außerdem erproben sie den Einsatz unterschiedlicher Treibstoffe wie Methanol, Ammoniak oder Wasserstoff. Dazu wird das Schiff über einen experimentellen Maschinenraum verfügen. Zusätzlich ermöglicht die Technologieplattform den Einsatz unbemannter Systeme wie Drohnen.
Kiel als Standort für maritime Zukunftstechnologien
Mit MODULARIS als seegängiger Technologieplattform und der Infrastruktur in Kiel entsteht ein weltweit einzigartiger Ort, um maritime Zukunftstechnologien zu entwickeln und zu erproben und stärkt Schleswig-Holstein als Innovationsstandort in diesem Bereich. Das DLR erweitert in Kiel auch seine Betriebsstätte: Auf dem MaK-Campus entstehen neue Büro-, Forschungs- und Laborflächen mit direktem Zugang zum Wasser.
Kiellegung als Meilenstein
Im Rahmen der Veranstaltung fand auch die traditionelle Münzzeremonie in der Werfthalle statt. Im Beisein von Gästen aus Politik, Wissenschaft und Industrie platzierten Vertretende des DLR-Vorstands und der Werft eine „Glücksmünze“ unter dem ersten vorgefertigten Stahlmodul des Schiffs. Danach wurde das Modul auf den Millimeter genau auf die vorbereitete Bauposition gesetzt.
Die Lloyd Werft Bremerhaven baut die maritime Technologieplattform federführend und hat den Rohbau als Unterauftrag an die FSG Shipyard in Flensburg vergeben. Beide Werften gehören zur Heinrich Rönner Gruppe. Im Herbst erfolgt die Überführung des Schiffs nach Bremerhaven. Nach der Fertigstellung 2027 wird das Schiff seinen Heimathafen in Kiel haben.

Animation: Seegängige Technologieplattform „MODULARIS“
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