Neustrelitz empfängt Sentinel-1C
Der europäische Copernicus-Satellit Sentinel 1-C wurde im Dezember 2024 gelaunched und befindet sich derzeit in der Commissioning Phase. In dieser Phase werden die Instrumente des Satelliten aktiviert und getestet. Die DLR-Bodenstation Neustrelitz empfängt bereits in diesem frühen Stadium Daten des neuen Satelliten und stellt diese der ESA bereit.
Die Bodenstation gehört seit vier Jahren zum Core Ground Segment der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Das Core Ground Segment gewährleistet, dass alle Sentinel-Daten systematisch empfangen und verteilt werden.
Vor genau 10 Jahren wurden erstmals Daten des Zwillingssatelliten Sentinel-1A, welcher als erster Satellit dieser Mission gestartet wurde, in Neustrelitz empfangen. Pünktlich zum Jubiläum folgen nun die Aufnahmen von Sentinel-1C, der den ausgefallenen Vorgänger 1B ersetzt.
Damals erfolgte der Empfang noch ohne ESA Auftrag, in der Funktion eines Collaborative Ground Segment. Eines der ersten Collaborative Ground Segment für den direkten Datenempfang weltweit.
Nach wie vor wird dieses vom DLR weiter betrieben. Ein Collaborative Ground Segment erlaubt nationalen Einrichtungen wie dem DLR die empfangenen Daten ohne Umwege operationell für eigene Projekte zu nutzen. Die in Neustrelitz empfangenen Daten werden unter anderem von den maritimen Forschungseinrichtungen des DLR in Neustrelitz und Bremen genutzt, um Ölverschmutzungen und Schiffe automatisch zu detektieren und Informationen zur Wind-, Seegangs- und Meereislage abzuleiten. Die unmittelbare Verfügbarkeit der Daten in Nahe-Echtzeit ist hierfür entscheidend.
Die aktiven Sentinel-1-Satelliten 1A und 1C liefern mit ihrem C-Band-SAR-Radarinstrument rund um die Uhr und wetterunabhängig hochaufgelöste Bilder der Erdoberfläche - ein entscheidender Vorteil nicht nur für maritime Anwendungen. Neu ist, dass neben den hochaufgelösten Bildern auch AIS-Daten (Automatic Identification System) vom Satelliten empfangen und zusammen mit den Bilddaten zum Boden übertragen werden. Durch die Verknüpfung der Daten ergeben sich noch bessere Möglichkeiten zur Überwachung des Schiffsverkehrs.

