Schutz kulturellen Erbes – Internationales Expertentreffen am EOC

Zum zweiten Mal trafen sich Mitte Juli beim DLR in Oberpfaffenhofen mehr als 30 internationale Forschende aus 5 europäischen Ländern zum Schutz unseres kulturellen Erbes. Archäologieexperten, Vertreter von Regierungsbehörden und Fernerkundungsspezialisten aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten, wie unser kulturelles Erbe angesichts natürlicher und anthropogener Risiken am effizientesten geschützt werden kann.
In den wissenschaftlichen Vorträgen tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie und wo heute bereits Fernerkundungstechniken zum Einsatz kommen. So setzen Forschende Radaraufnahmen z.B. ein, um die Stabilität der Inka-Festung Machu Picchu zu überwachen, nutzen Satellitenbilder, um die Plünderung von archäologischen Stätten zu entdecken oder verwenden KI, um ganze Landstriche auf Relikte hin zu scannen. In einem praktischen Tutorium konnten alle an der Entdeckung unterirdischer römischer Strukturen in Serbien teilnehmen, indem sie verschiedene Visualisierungen von Infrarotinformationen in optischen Bildern ausprobierten.
Zum Abschluss des Workshops besichtigten alle Teilnehmenden das UNESCO-Welterbe „Wasserwirtschaftssystem“ in Augsburg. Der Workshop wurde durch das Framework Partnership Agreement on Copernicus User Uptake (FPCUP) gesponsert und war die fünfte Veranstaltung dieser Art. FPCUP legt den Schwerpunkt auf den Nutzen der Satellitendaten der Copernicus-Satellitenmissionen für reale Anwendungen. Die Workshop-Teilnehmenden engagieren sich aktuell für die Gründung einer Interessengruppe, um die Resultate des Horizon Europe-Projekts TRIQUETRA an mögliche Industriepartner zu kommunizieren.
Das EOC freut sich darauf, diese Zusammenarbeit fortzusetzen, da unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorragende Leistungen bei der Beobachtung und Überwachung aus dem Weltraum erbringen, aber die Bedürfnisse von Archäologen und anderen Experten auf diesem Gebiet verstehen müssen, um das Potenzial von EO-Daten für den Schutz des kulturellen Erbes voll auszuschöpfen.