Ausbruch des Ätna lässt Tausende von Touristen stranden
Am Abend des Donnerstags, dem 6. August 2026, trat der Ätna auf Sizilien in seine bislang intensivste Eruptionsphase dieses Jahres ein – eine heftige Lavafontäne aus dem Voragine-Krater, die sich zu einem effusiven seitlichen Ausbruch entwickelte, dauert bisher weiter an (Stand 13. August). Einen Tag nach dem Ausbruch erfasste der europäische Satellit „Sentinel-5 Precursor“ (S5P) erstmals die riesige Wolke aus vulkanischem Schwefeldioxid (SO₂) südlich von Sizilien. Seitdem haben operativ ausgewertete S5P-Messungen am Earth Observation Center (EOC) die Entwicklung der vulkanischen Emissionen kontinuierlich erfasst und deren Drift über das Mittelmeer in Richtung Nordafrika verfolgt.

Etna volcano eruption leaves thousands of tourists stranded
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Ätna ist Europas höchster und einer der aktivsten Vulkane der Welt. Auf einen effusiven Ausbruch im Valle del Bove, der am 1. Januar 2026 begann, folgten Ende Juni, Anfang Juli und erneut ab dem 30. Juli aufeinanderfolgende Paroxysmen am Voragine-Krater und an den Nordostkratern. Die aktuelle Eruptionsphase begann am Abend des 6. August mit einer heftigen Lavafontäne aus dem Voragine-Krater, die am 7. August gegen 04:00 Uhr Ortszeit ihren Höhepunkt erreichte, bevor sie in einen effusiven seitlichen Ausbruch überging, bei dem sich an der Ostflanke des Vulkans neue Schlote öffneten.
Asche und Gas stiegen wiederholt mehrere Kilometer über den Gipfel empor und zwangen zur Schließung des Flughafens von Catania. Die Asche- und Gaswolke driftete nach Süden und wurde am 12. August bis zur libyschen Küste verfolgt. Der Luftfahrt-Farbcode für das Gebiet um den Ätna wurde aufgrund des ausgedehnten Aschefalls über Ostsizilien auf Orange/Rot angehoben.
Das TROPOMI Instrument an Bord von S5P lieferte am 7. August die ersten Messungen der SO₂-Wolke über Sizilien und liefert während des gesamten Eruptionsverlaufs Messungen der SO₂-Wolke nahezu in Echtzeit. Die Animation veranschaulicht die Ausbreitung der SO₂-Wolke in den Tagen nach dem Ausbruch, gemessen von TROPOMI. Das UVN-Spektrometer verfügt über eine räumliche Auflösung von 3,5 × 5,5 Kilometern und liefert täglich weltweite Messungen von Spurengasen in der Atmosphäre, darunter SO₂, Ozon und Stickstoffdioxid.
Während des Ausbruchs wurden etwa 7.000 Tonnen SO₂ freigesetzt. Die Höhe der SO₂-Wolke wurde ebenfalls mithilfe eines wissenschaftlichen Algorithmus ermittelt, der auf maschinellem Lernen basiert. Die Entwicklung hochwertiger Produkte und die Visualisierung von Schwefeldioxidemissionen sind Teil des DLR-Projekts „INPULS“.
SO₂ ist ein natürlich vorkommendes Spurengas in der Erdatmosphäre. Die größte Quelle für atmosphärisches SO₂ ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe in Kraftwerken und anderen Industrieanlagen. Darüber hinaus wird SO₂ von Vulkanen in die untere Troposphäre (durch passive Entgasung) und in die Stratosphäre (durch explosive Eruptionen) freigesetzt.
Dieses korrosive Gas stellt nicht nur eine Gefahr für die Umwelt und die Bevölkerung in der Nähe von Vulkanen dar, sondern auch für die Insassen von Flugzeugen, wenn es in die Kabine eindringt. Zudem kann es Flugzeugtriebwerke beschädigen. Die rechtzeitige Erkennung von SO₂ trägt zur Minderung dieser Risiken bei und weist auf Gebiete hin, in denen mit gefährlichen Konzentrationen von Gas und Asche zu rechnen ist.