Methodik-Bausteine zur Stärkung des kommunalen Katastrophenschutzes

Resilienz durch Vernetzung

Wie lässt sich die Resilienz von Kommunen stärken? Das White Paper bietet praxistaugliche Empfehlungen und Methodik-Bausteine, um Behörden und Akteure im Katastrophenschutz besser zu vernetzen – für eine effektivere Krisenbewältigung und sichere Versorgung.

Häufigere und intensivere Krisenlagen stellen den Katastrophenschutz in deutschen Kommunen vor große Herausforderungen. Resilienz als Konzept, um Kommunen zu befähigen schnell und flexibel auf verschiedenste Krisen und Bedrohungen zu reagieren, gewinnt in diesem Kontext immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wird Resilienz häufig als abstraktes Konzept wahrgenommen und es ist oft nicht klar, mit welchen konkreten Maßnahmen oder Methoden kommunale Resilienz gestärkt werden kann.

Darum geben wir hier konkrete Empfehlungen zur Stärkung der Resilienz von deutschen Kommunen und Behörden. Für die Umsetzung dieser Empfehlungen stellen wir zudem verschiedene Methodik-Bausteine vor, die die Vernetzung der am Katastrophenschutz beteiligten Akteur/innen verbessern sowie zu einem gesteigerten Bewusstsein über diese Vernetzung führen. Das übergeordnete Ziel ist es, durch eine verbesserte Vernetzung die Rahmenbedingungen zu schaffen, um bestehende Kapazitäten, Ressourcen und Fähigkeiten in Krisenlagen noch effektiver zu nutzen.

Unsere Empfehlungen sollen Kommunen dabei helfen, eigenständig mit jeglicher Gefahrenlage umzugehen, insbesondere mit Extremereignissen und Kaskadeneffekten, die Auswirkungen über den ursprünglich betroffenen Bereich hinaus haben. Das Papier richtet sich demnach an alle, die in Deutschland strategisch zur Vorbereitung und Bewältigung von Krisen und Katastrophen beitragen, wie Mitglieder der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), behördliche Krisenstäbe und weitere Organisationen mit Bezug zur Katastrophenschutzordnung wie beispielsweise Stadt- und Regionalplanung und Klimaanpassungsverantwortliche.

Wir möchten anwendbare Empfehlungen zur Stärkung der Resilienz des kommunalen Katastrophenschutzes geben. Die Kernfrage, die wir uns dabei stellen, ist: Wie können sich Kommunen vorbereiten, um die Versorgung der Bevölkerung während und nach Krisen bestmöglich sicherzustellen?

Krisen betreffen alle und können nur erfolgreich bewältigt werden, wenn alle beteiligten Akteur/innen zusammenarbeiten. Diese Personengruppe umfasst dabei die Kern-Akteur/innen der Krisenbewältigung, sowie Akteur/innen aus der Krisenperipherie, d. h. Personen, die bei Krisen nicht unmittelbar mit der Bewältigung der Krise betraut sind, jedoch kritisch zur Versorgung der Bevölkerung beitragen (z. B. Betreiber/innen von Supermärkten, Apotheken oder Pflegeeinrichtungen). Daher setzen wir auf Ansätze zur Verbesserung der Vernetzung all dieser beteiligten Akteur/innen. Wir wählen diesen Weg der besseren Vernetzung, da wir annehmen, dass physische Schutzmaßnahmen für spezifische Gefahrenlagen und Prozesse innerhalb einzelner Behörden und Organisationen des Katastrophenschutzes bereits weitgehend ausgereift sind, die Ressourcen für weitere vorbeugende Maßnahmen begrenzt sind und daher hier das größte Potential liegt.

Unsere Empfehlungen sind jeweils als Antwort auf eine der drängendsten Herausforderungen im Katastrophenschutz formuliert (s. Kapitel 3). Diese Herausforderungen leiten wir aus unserer Forschungsarbeit und dem Austausch mit Stakeholdern im Rahmen des DLR-Forschungsprojekts RESIKOAST ab (s. Appendix). Zudem basieren etliche Abbildungen dieses Papiers auf den im Projekt gesammelten Daten und gewonnenen Erkenntnissen.

Für die Umsetzung der Empfehlungen stellen wir unter Einbezug des aktuellen Stands der Wissenschaft konkrete Methodik-Bausteine vor (s. Kapitel 4). Mit Hilfe dieser Bausteine können die Empfehlungen zeit- und ressourcenschonend umgesetzt werden.

Kontakt

Dr.-Ing. Daniel Lichte

Abteilungsleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen
Resilienz - und Risikomethodik
Rathausallee 12, 53757 Sankt Augustin