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TaFMAC-Studie 2026 untersucht Fitness bei Alters-Leichtathletik-WM in Südkorea

Endspurt beim 100-Meter-Lauf der Alters-Leichtathletik-WM 2026
Bei der WM in Daegu, Südkorea, nahmen Sportlerinnen und Sportler ab 35 Jahren in verschiedenen Altersklassen an den Wettkämpfen teil.
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Lutwin Jungmann

Senior-Sportlerin beim Hammerwurf
Sämtliche Disziplinen einer Leichtathletik-WM werden auch in Daegu durchgeführt.
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Lutwin Jungmann

Fit, aktiv und leistungsfähig bis ins hohe Alter – wie gelingt das? Dieser Frage geht unser Team vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin mit der Track and Field Masters Athletic Cohort Feldstudie (TaFMAC) nach. Über einen Zeitraum von zehn Jahren untersuchen wir Alters-Athletinnen und -Athleten, um besser zu verstehen, wie sich leistungsorientierter Sport jenseits des 35. Lebensjahres auf den Körper auswirkt. Alters-Athletinnen und -Athleten trainieren regelmäßig und setzen ihren Körper immer wieder hohen körperlichen Anforderungen aus.

Deshalb bieten sie der Forschung eine besondere Möglichkeit, die Zusammenhänge zwischen Alter, Training, Fitness und Gesundheit über viele Jahre zu analysieren. Für die Raumfahrtmedizin sind die Ergebnisse insbesondere mit Blick auf zukünftige Langzeitmissionen interessant, denn auch beim Aufenthalt im All geht es darum, die körperliche Fitness zu erhalten.

Forschung direkt am Ort des Wettkampfs

Siegerinnen im 400-Meter-Lauf in der Altersklasse 60
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Lutwin Jungmann

Die TaFMAC-Untersuchungen finden dort statt, wo die Athletinnen und Athleten zusammenkommen: Vor wenigen Wochen war unser Team bei der Alters-Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2026 in Daegu, Südkorea, im Einsatz. In den Katakomben des „Daegu Stadium" entstand dafür ein kompletter Untersuchungsparcours.

Die Tests, die die Athletinnen und Athleten durchlaufen, sind bei jeder Weltmeisterschaft ähnlich aufgebaut: Der erste Schritt war auch in Daegu der Check-in: Nach der Einwilligung zur Studienteilnahme haben wir die Sportlerinnen und Sportler zu ihrem sportlichen Hintergrund und ihrer Gesundheit befragt. Dabei ging es um ihren Trainingsalltag, ihren sportlichen Werdegang und körperliche Messdaten wie Größe und Gewicht. Außerdem wurde mit einer Bioimpedanzanalyse die Körperzusammensetzung bestimmt. Anschließend durchliefen sie verschiedene Stationen, die unterschiedliche Aspekte der körperlichen Leistungsfähigkeit und Gesundheit erfassten.

Von der Muskelkraft bis zur Lungenfunktion

VO₂max-Messung auf dem Laufband

Wie leistungsfähig sind Muskeln und Herz-Kreislauf-System? Wie reagieren die Blutgefäße? Und wie verändert sich die Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter? Um diese Fragen zu beantworten, absolvierten die Teilnehmenden unter anderem einen Sprung- und Krafttest.

Dabei wurden Sprunghöhe, Beinstabilität und Bodenreaktionskräfte untersucht. Ergänzend erfassten wir Gehgeschwindigkeit und Handkraft. Bei der VO₂max-Messung wurde die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung bestimmt – ein wichtiger Parameter für die Ausdauerleistungsfähigkeit. Gleichzeitig wurden unter anderem Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung erfasst.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Herz-Kreislauf-System. Mithilfe der Pulswellengeschwindigkeit untersuchten wir die Steifigkeit der Arterien. Bei der Untersuchung der autonomen kardiovaskulären Regulation wurde zudem erfasst, wie das autonome Nervensystem Herzfrequenz und Blutdruck beeinflusst – sowohl im Liegen als auch beim Aufstehen.

Sprung- und Krafttest
Bei diesem Test werden Sprunghöhe, Beinstabilität und Bodenreaktionskräften analysiert.

Je nach Sportdisziplin kamen weitere Untersuchungen hinzu. Wer beispielsweise Wurfdisziplinen betreibt, konnte an einer speziellen Schulteruntersuchung teilnehmen. Ultraschallaufnahmen beider Schultern sowie Funktionstests lieferten Informationen über strukturelle Veränderungen, die insbesondere bei wiederholten Wurfbewegungen relevant sind.

Auch die kleinsten Blutgefäße wurden betrachtet: Bei der Untersuchung der Hautmikrozirkulation wurde gemessen, wie gut sich kleine Blutgefäße nach einer kurzzeitigen Durchblutungsunterbrechung erweitern können. Eine Lungenfunktionsprüfung durch Spirometrie ergänzte das Untersuchungsprogramm, bei einer Speichelprobe wurde die mögliche genetische Prädisposition für Sprint- oder Ausdauerdisziplinen untersucht. Außerdem gab es Fragebögen zum sozio-ökonomischen Hintergrund der Athletinnen und Athleten sowie Fragen zum Hör- und Sehvermögen.

Was verraten uns die Daten?

Lungenfunktionstest
An dieser Station wird die Leistungsfähigkeit der Lunge ermittelt.

Die einzelnen Untersuchungen sind Momentaufnahmen. Ihre besondere Bedeutung erhalten sie jedoch durch die Langzeitperspektive der TaFMAC-Studie. Über zehn Jahre hinweg werden Gesundheits-, Fitness- und Leistungsdaten erhoben. So können Veränderungen über die Zeit sichtbar werden und Zusammenhänge zwischen Training, körperlicher Leistungsfähigkeit und Gesundheit untersucht werden. Dabei geht es nicht um ein „Anti-Aging“-Rezept: Die entscheidende Frage lautet nicht, wie wir das Älterwerden verhindern können, sondern wie wir möglichst lange gesund, aktiv und leistungsfähig bleiben können.

Auch in Daegu waren wieder viele „alte Bekannte“ der Studie dabei, und wir haben uns sehr gefreut, dass es so ein großes Interesse gab. Von insgesamt 232 Athletinnen und Athleten konnten wir Daten erheben. Wir sind schon sehr gespannt auf die nächsten Untersuchungen: See you next in Gainesville, Florida, in 2027!

Teilnehmende der World Masters Athletics Championships 2026 bei der Abschieds-Zeremonie

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