24. Juni 2026

Dauerbrenner Kīlauea

Seit dem 23. Dezember 2024 ist der Kīlauea-Vulkan auf Hawaii fast ununterbrochen im Ein- bis Drei-Wochen-Takt aktiv. Mit der 49. Episode hat diese eruptive Phase im Juni 2026 einen rekordverdächtigen Stand erreicht; die nächste wird für den 25. bis 27. Juni erwartet. Die am EOC operationell verarbeiteten Messungen des europäischen Satelliten Sentinel-5 Precursor (S5P) dokumentieren die vulkanischen Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) seitdem kontinuierlich.

Hawaii Ausbruch Kilauea
30. Mai - 22. Juni 2026

Der Kīlauea auf der zu Hawaii gehörenden Insel Big Island zählt zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Am 23. Dezember 2024 begann im Halemaʻumaʻu-Krater, der in der Gipfel-Caldera des Vulkans liegt, eine außergewöhnlich lange Serie episodischer Eruptionen. Sie ist durch kräftige Lavafontänen gekennzeichnet, die teils mehrere hundert Meter hoch aufsteigen - die höchsten Fontänen erreichten bisher etwa eine Höhe von 540 Meter (Episode 43, Quelle: USGS). Bis Ende 2025 wurden rund 190 Mio. m³ Lava gefördert (Stand Ende 2025, Quelle: USGS).

Die episodischen Ausbrüche treten alle ein bis drei Wochen auf und schleudern unter anderem große Mengen Asche, Rauch und Gase in die Atmosphäre. In den Daten des TROPOMI-Sensors auf S5P, die im EOC operationell empfangen und prozessiert werden sowie im Rahmen des DLR-Projekts „INPULS+" visualisiert werden, sind die einzelnen Eruptionen regelmäßig deutlich zu erkennen. Das UVN-Spektrometer hat eine räumliche Auflösung von 3,5 × 5,5 Kilometern und erfasst täglich weltweit neben SO₂ weitere atmosphärische Spurengase wie Ozon und Stickstoffdioxid.

SO₂ ist ein natürlich vorkommendes Spurengas der Erdatmosphäre. Die größte Quelle für atmosphärisches SO₂ ist allerdings die Verbrennung fossiler Brennstoffe in Kraftwerken und anderen Industrieanlagen. Darüber hinaus tragen Vulkane SO₂ in die untere Troposphäre (passive Entgasung) sowie bis in die Stratosphäre (explosive Eruptionen) ein.

Das ätzende Gas bedroht die Umwelt und die Bevölkerung in der Umgebung der Vulkane. Darüber hinaus gefährdet SO₂ den Flugverkehr: Dringt es in die Flugzeugkabine, kann es zu Atemproblemen führen; vulkanische Asche wiederum kann die Triebwerke beschädigen. Die rechtzeitige Erfassung von SO₂ hilft, diese Gefahren zu minimieren, und zeigt, wo mit riskanten Gas- und Aschekonzentrationen zu rechnen ist.

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Kontakt

Dr. Diego Loyola

Abteilungsleitung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF)
Spektroskopie der Atmosphäre
Oberpfaffenhofen, 82234 Weßling