DLR-Award würdigt Dr. Sven Jacobsen für seine Arbeiten an der Forschungsstelle
Die Forschungsstelle Maritime Sicherheit in Bremen feiert einen herausragenden Erfolg: Dr. Sven Jacobsen wurde für seine wegbereitenden wissenschaftlichen Arbeiten mit dem renommierten Preis „DLR Exceptional Achievements in Science“ in der Kategorie B ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt die exzellenten Leistungen des Bremer Teams bei der Entwicklung innovativer Algorithmen zur satellitengestützten Überwachung der Weltmeere.

Der vom Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vergebene Titel gehört zu den höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Organisation. Während die Kategorie A Beiträge in der Grundlagenforschung prämiert, ist die Kategorie B für anwendungsorientierte Arbeiten mit außergewöhnlichem Engagement in der Projektarbeit vorgesehen. Genau in diesem Feld hat sich das Team um Dr. Sven Jacobsen am DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) in den vergangenen Jahren international einen Namen gemacht.
Robuste Algorithmen für ein globales maritimes Lagebild
Die Arbeiten in der Forschungsstelle Maritime Sicherheit in Bremen konzentrieren sich darauf, Rohdaten von Erdbeobachtungssatelliten – insbesondere SAR – in direkt nutzbare Informationen zu verwandeln. Mithilfe moderner SAR-spezifischer Verarbeitungstechniken und Methoden des maschinellen Lernens entwickelt das Team automatisierte Verfahren, die den Zustand der Meere und Aktivitäten auf dem Wasser präzise erfassen.
Die Anwendungen der Bremer Algorithmen sind hochgradig gesellschaftsrelevant: Nationale und internationale Behörden und Organe wie die European Martime Safety Agency EMSA oder das maritime Lagezentrum in Cuxhaven nutzen solche Daten für ein umfassendes maritimes Lagebild und fällen Entscheidungen auf dieser Grundlage. Die Informationen liefern auch der maritimen Wirtschaft wichtige Betriebsdaten und bereichern die internationale Forschung im Umwelt- und Klimaschutz.
Die Praxisrelevanz zeigt sich im breiten Einsatzspektrum der Forschungsstelle. Dieses reicht von der KI-basierten Detektion von Ölteppichen auf hoher See und der Vorhersage von Ölverdriftungen über die automatisierte Nahe-Echtzeit-Detektion von Schiffen bis hin zur Produktentwicklung für die nächste Generation der europäischen Copernicus-Meeresüberwachung. Neben Informationen über Wind- und Seegangsverhältnisse, lässt sich auch die Meereis-Lage aus den SAR-Daten ableiten. Die Ergebnisse der Bremer Analysesoftware nutzt zum Beispiel der nationale Eisdienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die Erstellung der täglichen Eiskarten. Wie wertvoll diese Daten auch direkt im Einsatz an Bord sind, bewies nicht zuletzt die erfolgreiche Begleitung der antarktischen Endurance22-Expedition, bei der die Navigation im Packeis durch SAR-basierte Meereis-Lageinformationen unterstützt wurde. Und auch das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ verlässt sich bei der Navigation regelmäßig auf Eisinformationen aus Bremen.
Brücke zwischen Spitzenforschung und der Praxis
„Die Kunst in unserem Bereich besteht darin, aus hochkomplexen theoretischen Modellen und Algorithmen robuste, operationelle Dienste zu schmieden, die im Ernstfall sekundenschnell funktionieren müssen“, erklärt der Preisträger Dr. Sven Jacobsen. Die Auszeichnung würdigt die Vernetzung der Forschungsstelle mit zahlreichen Nutzern, die erfolgreiche Überführung von DLR-Forschung in eine praxistaugliche Technologie und unterstreicht die strategische Bedeutung des DLR-Standorts Bremen, der sich als zentraler Kompetenzknoten für die Sicherheit auf den Weltmeeren und den Schutz der marinen Umwelt etabliert hat.
Der Preis wurde traditionell im Rahmen des feierlichen DLR Science BBQ überreicht, bei dem der DLR-Vorstand herausragende Köpfe des DLRs ehrt.
Das gesamte EOC gratuliert Sven Jacobsen und seinem Team herzlich zu diesem verdienten Erfolg!