Nach 12.000 Jahren: Vulkan in Äthiopien ausgebrochen
Am 23. November brach überraschend der Vulkan Hayli Gubbi in Äthiopien aus – die erste bekannte Eruption seit dem Ende der letzten Eiszeit. Daten aus dem Projekt INPULS erlauben, die vulkanischen Emissionen zu verfolgen. Die Messungen zeigen, dass der Vulkanausbruch große Mengen an Asche, Rauch und Gas mehr als 14 Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleudert hat. Gegen 10:15 Uhr lieferte der TROPOMI-Sensor auf dem europäischen Sentinel-Satelliten S5P die ersten Schwefeldioxid-Messungen (SO2) über der Region. Am 23.11. betrug die emittierte SO2-Menge bereits ca. 43 000 Tonnen. Die SO2-Wolke erstreckte sich über 53 000 Quadratkilometern, der eineinhalbfachen Fläche Baden-Württembergs. In den folgenden Tagen erhöhte sich die ausgestoßene SO2-Menge auf über 160 000 Tonnen und nahm in den darauffolgenden Tagen durch Verdünnung sowie chemische und mechanische Prozesse wieder ab. Die Wolke zog wurde nach Osten verdriftet und erreichte bereits am 25. November Indien. Bis Anfang Dezember waren die erhöhten Schwefeldioxidkonzentrationen noch immer messbar.

Vulkanausbruch Hayli Gubbi in Äthiopien
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Hayli Gubbi ist ein Schildvulkan im nördlichen Afar Becken von Äthiopien, nahe der Erta Ale Vulkankette, und liegt bei etwa 13.51°N, 40.72°E. Geologisch gehört er zur Ostafrikanischen Riftzone, wo sich die Erdkruste auseinanderzieht und flüssiges Magma an die Oberfläche steigen kann.
Die Animation der Daten aus dem Projekt INPULS zeigt die Ausbreitung der SO2 Wolke in den Tagen nach der Eruption, die durch TROPOMI gemessen wurde. Das UVN-Spektrometer hat eine räumliche Auflösung von 3,5 × 5,5 Kilometer und misst täglich weltweit neben SO2 weitere Spurengase in der Atmosphäre wie z.B. Ozon und Stickstoffdioxid.
Obwohl der Ausbruch kurz und explosiv war, zeigen Satellitenbilder, wie hier eine Szene des Satelliten Enmap vom 30.11.2025 und seismische Daten, dass die Region weiter aktiv bleibt und Wissenschaftler sie genau überwachen.

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Dr. Diego Loyola