Das Leben der Menschen
Massenevents im Satellitenbild
Wir Menschen hinterlassen mit unseren Aktivitäten die unterschiedlichsten Spuren in Satellitenbildern. Auch Massenveranstaltungen, bei denen Tausende Menschen zusammenkommen, sind oft gut erkennbar.
In dieser vom Radarsatelliten TerraSAR-X gemachten Aufnahme ist das Burning-Man-Festival im Jahr 2011 zu sehen, bei dem 27.000 Tickets verkauft wurden. Die in einem großen Ringsektor angeordneten Zelte und Fahrzeuge sind gut zu erkennen. Sie bilden vorübergehend die Siedlung "Black Rock City".
Die künstlichen Strukturen wurden nachträglich eingefärbt, das eigentliche Radarbild ist schwarzweiß.
Wo Sonnenenergie geerntet werden kann
Der Übergang von den fossilen Energieträgern – also Erdöl, Erdgas und Kohle – zu erneuerbaren Energien steht aus mehreren Gründen auf der Tagesordnung. Fossile Energieträger sind nur begrenzt verfügbar; außerdem belastet ihre Verbrennung in Kraftwerken die Atmosphäre – mit den bekannten Folgen für die Gesundheit ebenso wie für unser Klima. Doch wenn wir erneuerbare Energiequellen gezielt nutzen wollen, ist die Standortfrage wichtig: Windkraft „erntet“ man natürlich am besten dort, wo der Wind weht, und Sonnenenergie, wo die Sonne scheint.

Satelliten helfen bei der Standortwahl: die an einem Punkt der Erde eingestrahlte Sonnenenergie kann per Satellit ebenso bestimmt werden wie die Verteilung der Windgeschwindigkeiten.
Das Bild zeigt für den Mittelmeerraum die verfügbare eingestrahlte Sonnenenergie. In den hellgelben Bereichen stehen pro Jahr bis zu 3000 Kilowattstunden pro Quadratmeter zur Verfügung, in den violetten Bereichen nur etwa ein Drittel dieses Wertes.
Verkehrsüberwachung
Leistungsfähige Verkehrsmittel sind für unsere Gesellschaft äußerst wichtig – egal ob zu Land, auf dem Wasser oder in der Luft. Dabei müssen die Umweltbelastungen – zum Beispiel durch Flächenverbrauch und Abgase – möglichst gering gehalten werden.

Die Planung von Verkehrswegen und die Überwachung von Abgas-Konzentrationen sind zwei wichtige Anwendungen von Erdbeobachtungssatelliten. Aus den Daten von Radarsatelliten können (wie hier zu sehen) sogar die Geschwindigkeiten einzelner Fahrzeuge gemessen werden. Die Farbskala läuft hier von rot (bis 40 km/h) über gelb (um 70 km/h), grün (100 km/h) und blau (150 km/h) bis violett (200 km/h).
Überwachung von Schifffahrtsrouten
Vor allem im interkontinentalen Güterverkehr nimmt die Schifffahrt eine bedeutende Rolle ein – etwa 90 Prozent der von Kontinent zu Kontinent gelieferten Fracht wird per Schiff transportiert. Mit der fortschreitenden Globalisierung haben in den vergangenen Jahrzehnten auch der Güterverkehr und damit die Dichte des Verkehrs auf dem Wasser zugenommen.
Satellitentechnologie wird auf Schiffen in mehrfacher Hinsicht eingesetzt. Per Satellitennavigation kann ein Schiff permanent seine exakte Position ermitteln. Kommunikationssatelliten erhalten die Verbindung mit dem Festland aufrecht. Und Erdbeobachtungssatelliten liefern Daten über das Wetter, die Eisverhältnisse und die Meeresströmungen.
Das Satellitenbild zeigt einen Ausschnitt der Ostsee an der Südküste Finnlands im Winter. Die Häfen sind durch ein Netz von Seestraßen verbunden, die von Eisbrechern schiffbar gehalten werden.
Sicherheit von Schifffahrtslinien
Das kalte Klima in der Nähe der Pole der Erde lässt hier das Oberflächenwasser des Meeres gefrieren. Die im Winter weit ausgedehnten Eisflächen schrumpfen im Sommer deutlich. Wenn sich die Eisfläche auflöst, bilden sich ausgedehnte Flächen von Treibeis. In vielen Fällen mischt es sich mit Eisbergen, die von Gletschern abgebrochen sind und teils über 100 Meter aus dem Meer ragen. Eis auf dem Meer stellt für die Schifffahrt eine Gefahr dar, wie das Schicksal der Titanic als wohl bekanntestes Beispiel zeigt. Daher ist frühzeitige Information über die Eisbedeckung für die Schifffahrt extrem wichtig.

Radarsatelliten nehmen unabhängig vom Wetter die Verteilung von Meereis auch in den entlegensten Gebieten der Erde auf und tragen damit zur Sicherheit der Schifffahrt bei. Das Bild zeigt Meereis rund um Inseln vor der Küste Grönlands. Die Aufnahme erfolgte durch den Radarsatelliten TanDEM-X am 2. August 2010.
