Idefix auf dem Weg zum Mars-Mond

Fast wie der Hund im Comic
Der Rover Idefix ist fast so klein wie der Hund im Asterix-Comic. Nur bellen kann er nicht. Stattdessen funkt er seine Daten mit einer Antenne.

Weißt du, wer Idefix ist? So heißt ein kleiner Hund in den Comics mit Asterix und Obelix. Aber es gibt auch einen anderen Idefix – und um den geht es hier. Dabei handelt es sich um einen kleinen Rover. So nennt man automatische Fahrzeuge, die andere Himmelskörper erforschen. Das ist auch die Aufgabe des Idefix-Rovers. Er ist im Oktober 2026 zum Mars gestartet. Genauer zu einem der beiden Mini-Monde unseres Nachbarplaneten. Und da wartet auf Idefix ein Abenteuer, das mindestens so spannend ist wie die Geschichten in den Asterix-Comics.

Hart wie Stein oder weich wie Sand?

Wie eine Kartoffel geformt
Der Mars-Mond Phobos, aufgenommen von der deutschen Weltraum-Kamera HRSC. Sie umkreist den Mars an Bord der ESA-Sonde Mars Express. Die Krater zeigen, dass der Mond häufig von kleineren Asteroiden getroffen wurde.
Credit:

ESA, DLR, FU Berlin

Der Mars hat zwei kleine Monde: Phobos und Deimos. Und Phobos ist das Ziel einer japanischen Raumsonde namens MMX, auf der Idefix im Huckepack mitfliegt. Dort soll der kleine Rover aus 40 bis 100 Metern Entfernung abgesetzt werden und die Oberfläche des Mondes erkunden. Dafür hat Idefix mehrere Kameras an Bord, die ihm gewissermaßen als „Augen“ dienen. Mit einem anderen Instrument, das Spektrometer genannt wird, kann er sogar die chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche erkennen – also aus welchem Material der Boden besteht. Außerdem wird er untersuchen, ob die Oberfläche hart wie Stein oder weich wie Sand ist.

Das sind wichtige Informationen für ein spektakuläres Manöver, das Idefix mit seiner Forschungsarbeit vorbereitet: Denn wenn er das alles herausgefunden hat, wird die große MMX-Raumsonde selbst auf dem Mond aufsetzen und Bodenproben einsammeln, die sie anschließend auf dem Rückflug zur Erde mitbringt. Dann kann das Material im Labor noch genauer untersucht werden.

400 Meter hoch springen!

Der Auftrag, den Idefix erfüllen soll, ist ziemlich knifflig. Denn der Mini-Mond ist echt klein: nur ungefähr 30 mal 20 Kilometer groß. Zum Vergleich: Unser Mond hat einen Durchmesser von weit über 3.000 Kilometern. Und weil Phobos so klein ist und so wenig Masse hat, ist auch seine Anziehungskraft viel geringer. Sie beträgt weniger als ein Tausendstel der Schwerkraft auf der Erde. Eigentlich eine witzige Sache: Dort könntest du ohne Anlauf über 400 Meter hoch springen! Aber genau das ist für Idefix ein Problem: Wenn er auf der Oberfläche aufsetzt, wird er sicher noch mehrmals abheben, bis er endlich irgendwo liegen bleibt.

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Du wunderst dich über die Überschrift? Tja, kleines Wortspiel. Erstens ist das ein Palindrom: So nennt man Wörter oder Sätze, die in beiden Richtungen dasselbe ergeben. Check es mal aus: „LAGE EGAL“ kannst du vorwärts oder rückwärts lesen. Zweitens haben wir die Buchstaben auf den Kopf gestellt. Und das hat mit der Landung von Idefix zu tun. Denn man weiß ja nicht, in welcher Position der Rover nach den vielen Hüpfern zur Ruhe kommt – so ähnlich wie man nicht weiß, auf welcher Seite ein Würfel liegen bleibt. Damit Idefix trotzdem losfahren kann, sind seine Räder so konstruiert, dass sie in jedem Fall den Boden berühren. Da ist also die Lage des Rovers tatsächlich ganz egal. Wie er das schafft, siehst du in diesem Video:

Mission MMX – Die Reise zum Marsmond Phobos

Dann geht für den kleinen Rover die Arbeit los. Innerhalb von drei Monaten soll er bis zu 100 Meter zurücklegen. Drücken wir dem kleinen Idefix die Daumen, dass alles klappt! Übrigens: Die große Raumsonde stammt von der japanischen Weltraum-Organisation JAXA. Der kleine Idefix wurde vom DLR in Zusammenarbeit mit der französischen Raumfahrteinrichtung CNES gebaut.

Viele Geheimnisse

Zu heiß für Wasser?
So wie in dieser Illustration könnte es auf der jungen Erde ausgesehen haben – viel zu heiß für Wasser. Vielleicht wurde es von Kometen oder Asteroiden auf die Erde gebracht.
Credit:

NASA/JPL-Caltech

Falls du dich jetzt fragst, warum wir Idefix zu einem Mini-Mond wie Phobos schicken: Wir wissen zwar schon eine Menge über das Sonnensystem und wie es vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden ist. Aber es gibt da auch noch viele Geheimnisse. Zum Beispiel das große Rätsel, woher das ganze Wasser auf der Erde kommt. Denn anfangs war unser Planet dafür eigentlich zu heiß. Viele Fachleute meinen: Nur weiter weg von der Sonne könnte sich Wasser in größeren Mengen gebildet haben. Möglicherweise wurde es dann von Kometen oder Asteroiden „importiert“. Denn die sind damals massenweise auf die junge Erde geprasselt. Und vielleicht ist Phobos ja ursprünglich selbst ein Asteroid gewesen, den der Mars mit seiner Anziehungskraft eingefangen hat.

Das mit dem Wasser ist nur ein Beispiel von vielen. Auf der Suche nach Antworten sind Missionen hilfreich, bei denen Bodenproben eingesammelt und zur Erde gebracht werden. Außerdem lernt man eine Menge über die Technik, wenn man robotische Fahrzeuge wie Idefix baut. Nicht nur für die Erforschung des Weltraums. Denn auch auf der Erde kann man robotische Rover einsetzen: etwa um in den Pyramiden nach geheimen Gängen zu suchen oder damit sie gefährliche Arbeiten erledigen, wenn beispielsweise eine Bombe entschärft werden muss.