Wofür muss man das wissen?

Venus
Auf der Venus herrschen enorm hohe Temperaturen von weit über 400 Grad Celsius. Das muss man berücksichtigen, wenn man eine Raumsonde dorthin schickt. Auch in der Umlaufbahn um den kleinen Planeten Merkur, der der Sonne noch näher ist, spielt die Hitzebeständigkeit der Materialien eine Rolle, aus denen eine Sonde besteht.
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NASA

In vielen Bereichen unseres Lebens ist es wichtig, solche Dinge zu wissen. Wenn etwas aus Metall hergestellt wird, muss man in der Industrie diese Schmelzpunkte genau kennen. Nur so lassen sich Autos herstellen, die ja zu einem großen Teil aus Metall bestehen. Dabei wird auch darauf geachtet, dass sie nicht zu schwer sind – denn jedes Kilo, das ein Auto wiegt, kostet Treibstoff. Also kümmert man sich in der Forschung darum, möglichst leichte Materialien zu verwenden, die trotzdem die größtmögliche Sicherheit bieten. Und bei welchen Temperaturen diese Materialien in die richtige Form gebracht werden – das hängt auch von ihrem Schmelzpunkt ab.

Auch in der Luft- und Raumfahrt spielen die Materialien, die da zum Einsatz kommen, eine wichtige Rolle. Wie heiß ist es auf der Venus oder in der Umlaufbahn um den kleinen Merkur ganz nah an der Sonne – und aus welchen Materialien muss dann eine Raumsonde bestehen, damit sie das aushält und die Materialien nicht schmelzen? Oder denk mal an Astronautinnen und Astronauten, die von der Internationalen Raumstation zurück zur Erde fliegen: Da rast ihr Raumschiff durch unsere Atmosphäre, wird dabei an der Außenseite immer heißer und heißer – und diese hohen Temperaturen von über 2.000 °C muss ein spezielles Hitzeschutzschild verkraften, damit die Crew sicher zur Erde zurückkehren kann. Bei vielen dieser Projekte geht es immer wieder um die Hitzebeständigkeit von Materialien und damit auch um ihren Schmelzpunkt.

Raumkapsel beim Rückflug durch die Atmosphäre
Die Illustration zeigt: Wenn eine Raumkapsel wieder zur Erde zurückkehrt, ist sie beim Flug durch die Atmosphäre hohen Temperaturen ausgesetzt.
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North American Rockwell

In anderen Fällen spielt der Luftdruck eine große Rolle. So hat der Saturnmond Titan eine sehr dichte Atmosphäre. Da ist der Luftdruck viel größer als auf der Erde. Gleichzeitig ist es dort – weit von der Sonne entfernt – viel kälter als bei uns. Das hat seltsame Folgen: Eine Raumsonde hat da Flüsse und Seen entdeckt – aber darin ist kein Wasser, sondern so etwas wie flüssiges Erdgas. Flüssiges Gas? Tja, du weißt inzwischen ja, dass sich Gase in Flüssigkeiten verwandeln können. Und genau dieses Wissen ist nötig, um zu verstehen, was auf einem solchen Himmelskörper wie dem rätselhaften Titan passiert.

Landung auf einem Saturn-Mond
Auf dem Saturn-Mond Titan gibt es Seen aus flüssigem Erdgas. Die Zeichnung (also kein Foto) zeigt eine Landesonde namens Huygens der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die das vor einigen Jahren untersucht hat.
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NASA