Was Licht mit Außerirdischen zu tun hat

Die Art und Weise, wie Licht durch die Atmosphäre wandert, spielt übrigens auch auf einem superspannenden Forschungsgebiet eine große Rolle: bei der Suche nach Außerirdischen! Klingt verrückt, ist aber so. Und obwohl wir eigentlich schon längst zum Ende kommen wollten, müssen wir dir diese Geschichte doch noch erzählen. Hier die Kurzfassung: Es geht dabei um Planeten, die um andere Sterne kreisen – so wie unsere Erde ja ebenfalls um die Sonne kreist, die auch nur ein ganz normaler Stern ist. Also: Wenn ein solcher Planet seinen Stern umrundet, kann es passieren, dass er aus unserer Sicht – also von der Erde aus betrachtet – genau vor seinem Stern vorbeizieht und ihn etwas verdeckt.

Wie man ferne Planeten aufspürt
Diese Grafik (kein echtes Foto) zeigt: Wenn Planeten ferne Sterne umkreisen, verdunkeln sie manchmal ein wenig das Licht ihres Sterns.
Credit:

NASA

Damit du dir das besser vorstellen kannst, leg mal einen großen Apfel als Stern und eine Mandarine als Planet auf einen Tisch und beweg die Mandarine im Kreis um den Apfel herum. Wenn du das von oben betrachtest, wird die Mandarine nie den Apfel bedecken. Aber nun beug dich mal so weit runter, dass du mit den Augen ganz dicht über der Tischkante bist. Jetzt wird der Planet aus deiner Sicht irgendwann auf seiner Bahn kurz den Apfel bedecken. Natürlich sind Planeten im Vergleich zu Sternen winzig klein – in unserem Modell müsste man eher eine Erbse statt einer Mandarine als Planet nehmen. Und der Stern wäre in unserem Modell eigentlich viel größer – vielleicht so groß wie ein Fußball. Aber egal – das Prinzip hast du sicher verstanden: Der Planet verdeckt kurzzeitig einen kleinen Teil des Sterns, sodass etwas weniger Licht bei uns ankommt. Der Stern erscheint also ein ganz klein wenig dunkler. Das kann man mit bloßem Auge natürlich nicht wahrnehmen, besonders empfindliche Instrumente erkennen es aber.

Allerdings sind diese Sterne und ihre Planeten wirklich sehr, sehr weit von uns entfernt. Doch wenn die Instrumente von den Ingenieurinnen und Ingenieuren demnächst noch weiter verbessert werden, wird man sogar untersuchen können, wie die Atmosphäre des Planeten beschaffen ist. Denn wenn sich der Planet kurz vor seinem Stern befindet, fällt das Sternenlicht auf seinem Weg ja auch durch diese Gashülle des Planeten. Und je nachdem, aus welchen chemischen Elementen die Atmosphäre des Planeten besteht, „verschluckt“ sie einen Teil des Sternenlichts. Dann bilden sich im Lichtspektrum des Sterns schwarze Linien, sogenannte Absorptionslinien. Und sie verraten, welche Gase in der Planeten-Atmosphäre enthalten sind. Das sieht dann ungefähr so aus:

Absorptionslinien
Die Absorptionslinien verraten, welche chemischen Elemente hier im Spiel sind.
Credit:

Wikipedia

Wenn man dabei Sauerstoff und andere Gase entdeckt, wie sie auch in unserer eigenen Erdatmosphäre enthalten sind, wäre das zwar noch kein Beweis dafür, dass es auf diesem fernen Planeten Leben gibt. Aber es könnte zeigen, dass der Planet lebensfreundliche Bedingungen aufweist.