EnVision
EnVision ist eine ESA-Mission zum Orbit der Venus, die für den Start im Jahr 2031 geplant ist. Sie soll die Art und den aktuellen Zustand der geologischen Entwicklung der Venus sowie ihre Wechselwirkung mit der Atmosphäre bestimmen, um zu verstehen, warum sich Venus und Erde so unterschiedlich entwickelt haben. An der inneren Grenze der habitablen Zone gelegen, könnte die Venus einst über reichlich flüssiges Wasser und potenziell lebensfreundliche Bedingungen verfügt haben, bevor sie durch den Treibhauseffekt unbewohnbar wurde. Die Venus bietet somit ein natürliches Labor, um planetare Entwicklungen und die Bedingungen für Lebensfreundlichkeit zu erforschen.
Geologisch ist die Venus der Erde am nächsten verwandt. Ähnlich in Größe und Zusammensetzung, scheint sie bis in die Gegenwart aktiv geblieben zu sein – im Gegensatz zu den kleineren terrestrischen Planeten Mars und Merkur. Heute fehlen der Venus jedoch Mechanismen, wie sie auf der Erde den atmosphärischen CO₂-Gehalt regulieren – beispielsweise die Speicherung in Karbonatgesteinen oder die Plattentektonik – obwohl diese Prozesse in der Vergangenheit möglicherweise existierten. Aufgrund fehlender Senken für vulkanisch freigesetzte Gase entwickelte die Venus ihre dichte Atmosphäre, während ihre geologische und klimatische Geschichte nur unzureichend bekannt ist. Die Erforschung der Venus ist daher entscheidend, um die Zusammenhänge zwischen geophysikalischer Planetenentwicklung und Lebensfreundlichkeit sowohl in unserem Sonnensystem als auch bei terrestrischen Exoplaneten zu verstehen.
Zur Beantwortung dieser Fragen trägt EnVision eine umfassende Instrumentensuite: den VenSAR-Dualpolarisation-S-Band-Radar, der auch als Mikrowellenradiometer arbeitet; den Subsurface Radar Sounder (SRS) zur Untersuchung des oberflächennahen Untergrunds; sowie die VenSpec-Spektrometersuite, bestehend aus VenSpec-M, VenSpec-U und VenSpec-H, um die Oberfläche und Atmosphäre zu untersuchen. Ergänzt werden diese Messungen durch Radio-Science-Untersuchungen, die mittels Radiookkultationen die Bestimmung der Gravitation und die Erstellung von atmosphärischen Profilen ermöglichen.
Zusammen verknüpfen diese Beobachtungen Oberflächengestein, innere Geophysik und atmosphärische Prozesse, um zu erklären, wie und warum sich die Venus so anders entwickelte als die Erde.
Das DLR-Institut für Weltraumforschung leistet zur Mission wichtige Hardware-Beiträge und wissenschaftliche Leitung.
VenSpec-M ist dafür ausgelegt, die Oberflächenzusammensetzung der Venus zu kartieren, indem die thermische Strahlung der Oberfläche durch atmosphärische Fenster im nahen Infrarot um 1 µm beobachtet wird.
Seine Entwicklung wird vom DLR-Institut für Weltraumforschung geleitet, das für das Instrumentendesign sowie für die Herstellung, Integration und Verifikation verantwortlich ist. Das Institut führt außerdem die wissenschaftliche Definition, Kalibrierung, Validierung und den zukünftigen wissenschaftlichen Betrieb des Instruments durch.
Das optische System, einschließlich der spektralen Filtereinheit, wird durch einen französischen Beitrag bereitgestellt: das Centre National d'Études Spatiales (CNES) und das Laboratoire d’Études Spatiales et d’Instrumentation en Astrophysique (LESIA).
Technisch basiert das VenSpec-M instrument auf dem Design des VEM Instruments für die NASA-Mission VERITAS, siehe weitere Informationen hier.
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