Auf der Shortlist: Wetterkarte für den Exoplaneten WASP-127b
Die Zeitschrift Physics World vergibt jedes Jahr den Preis Physics Breakthrough of the Year für eine wissenschaftliche Arbeit, die in ihrer Disziplin einen enormen Fortschritt bedeutet. Und ähnlich wie bei Literaturpreisen hat man zunächst eine Shortlist erstellt mit 10 Forschungsarbeiten aus allen Gebieten der Physik.
Unter diesen Arbeiten war auch das Gebiet der Exoplaneten. Lisa Nortmann von der Universität Göttien und ein internationales Team hatten für den Exoplaneten WASP-127b eiine Art Wetterkarte erstellt und herausgefunden, dass dort Windgeschwindigkeiten von 33.000 km/h vorkommen, schneller als alle Winde, die man im Sonnensystem gemessen hat. Diese Messungen an dem 520 Lichtjahren entfernten Planeten, einem Gasriesen, wurde mit dem CRIRES+ Instrument am VLT (Very Large Telescope) der Eurorpäsichen Südsternwarte gemacht. Dabei hat man die Dopplerverschiebung der Spektrallinien des Sterns vwährend eines Transits gemessen. Auf der Dopplerverschiebung konnte man die Windgeschwindigkeiten ableiten, natürlich nur grob und nicht räumlich so genau wie wir es von einer irdischen Wetterkarte kennen.
Aber man konnte damit herausfinden, dass es an den Polen kälter ist als in den äquatorialen Zonen, wo die Temperaturen über 1000°C liegen können. Da in der Planetenatmosphäre auch Wasserdampf nachgewiesen hat, könnte es exotische Formen von Regen geben.
Auch wenn dieses Thema aus der Shortlist nicht ausgewählt wurde, lohnt sich mehr darüber zu erfahren. Mehr dazu in der Pressemitteilung der ESA vom Januar 2025 und in dem wissenschaftlichen Artikel in der Zeitschrift Astronomy&Astrophysics
Gewinner wurde übrigens die Arbeit einer chinesischen Gruppe über zweidimensionale Metalle, die nur aus einer Lage von Atomen bestehen.
