Wenn Sterne flackern und taumeln …

Adler-Nebel
Wenn Sterne flackern und taumeln …
„Säulen“ aus Gas und kosmischem Staub sind hier im 7.000 Lichtjahre entfernten Adler-Nebel zu sehen. In dieser Region unserer Milchstraße formen sich gerade unzählige neue Sterne. Dass dabei offenbar auch regelmäßig Planeten entstehen, die diese jungen Sonnen umkreisen, weiß man erst seit wenigen Jahren.
 
Früher kannte man nur die Planeten unseres eigenen Sonnensystems. Es war völlig unklar, ob es überhaupt noch andere Planeten im Universum geben könnte, die um andere Sonnen kreisen. Dann entdeckte man 1990 die ersten und danach immer mehr Planeten in Nachbarschaft zu anderen Sternen. Diese „extrasolaren“ Planeten – man spricht auch kurz von „Exoplaneten“ – sind zwar viel zu weit entfernt, um sie mit normalen Teleskopen betrachten zu können. Aber sie verraten sich auf andere Weise: Beispielsweise passiert es gelegentlich, dass sich ein Planet auf dem Weg um seine Sonne – von der Erde aus gesehen – für kurze Zeit direkt vor seinen Mutterstern schiebt. Aus unserer Sicht verdunkelt sich dann der Stern dahinter kurzzeitig ein wenig, eben weil er teilweise von dem Planeten bedeckt wird. Beobachtet man ein solches regelmäßiges Flackern über längere Zeiträume und kann man andere Gründe für die Schwankungen der Helligkeit ausschließen, so kann man daraus schließen, dass da ein Planet im Spiel ist. Auch mit anderen, noch etwas komplizierteren Methoden kann man Exoplaneten aufspüren: Dabei nutzt man die Tatsache, dass ja nicht nur die Sonne den Planeten anzieht und auf seiner Umlaufbahn hält, sondern umgekehrt auch der Planet mit seiner Anziehungskraft ein wenig an der Sonne „zerrt“. Der Stern gerät dadurch etwas ins Taumeln, bewegt sich also ganz leicht hin und her. Moderne Instrumente sind heutzutage in der Lage, diese minimalen Bewegungen weit entfernter Sterne zu messen und so die Anwesenheit eines Exoplaneten indirekt nachzuweisen.
 
Inzwischen hat man rund 400 Exoplaneten gefunden. Und man kann anhand der Lichtschwankungen und Bewegungen berechnen, wie groß sie sein müssen. Mit anderen Instrumenten lassen sich sogar die chemischen Elemente bestimmen, die dort vorherrschen. Noch hat man aber keinen Planeten gefunden, der Leben ermöglichen würde, wie wir es von der Erde kennen. Die Suche nach der „zweiten Erde“ geht also weiter …
 
 
Credit:

NASA, ESA, STScI