Wir alle sind „Sternenkinder“
Wir alle sind „Sternenkinder“
Vor knapp 1.000 Jahren – genauer Anfang Juli des Jahres 1054 – schaute ein Astronom des Kaisers von China gebannt nach oben: Am helllichten Tag strahlte da außer der Sonne plötzlich auch noch ein anderer heller Punkt vom Himmel. Der Hofastronom notierte das spektakuläre Ereignis – und dadurch wissen wir von jener Beobachtung, die damals sicher auch die Menschen in vielen anderen Regionen der Erde ungläubig und möglicherweise auch verängstigt betrachtet haben. Denn damals wurden solch rätselhafte Erscheinungen am Himmel oft als Vorboten von Naturkatastrophen oder anderem Unglück gedeutet. Heute wissen wir: Es war eine Supernova, die gewaltige Explosion eines Sterns, die da mit der Leuchtkraft ganzer Galaxien aufblitzte. Das Bild des Hubble-Teleskops zeigt die Überreste genau jener Sonne, die damals so hell wie kein anderer Stern am Himmel erstrahlte: den 6.000 Lichtjahre entfernten Krebs-Nebel.
Bei solchen Sternen-Explosionen geschieht übrigens etwas ganz Erstaunliches: Sie ermöglichen nämlich überhaupt erst das Leben! Denn die schweren chemischen Elemente wie zum Beispiel Eisen, also die Bausteine des Lebens, hat es im Universum zunächst überhaupt nicht gegeben. Sie entstehen nur im Inneren von Sonnen, wo sie unter enormem Druck und bei extrem hohen Temperaturen gewissermaßen „gebacken“ werden. Explodieren Sterne dann eines Tages, so setzen sie diese Elemente frei, die dann als Gas- und Staubwolken im All umherwabern, schließlich wieder zu neuen Sternen werden und am Ende erneut – zusammen mit weiteren chemischen Elementen – ins All geschleudert werden. Nur so, nach zwei oder drei Generationen von Sternen, standen im Universum schließlich all jene Elemente zur Verfügung, aus denen sich auf der Erde überhaupt Leben entwickeln konnte. Viele Atome, aus denen wir bestehen und die wir in uns tragen, stammen also aus dem Inneren früherer Sterne – und wir alle sind daher im wörtlichen Sinne „Sternenkinder“.
Credit:
NASA, ESA, STScI
