EnVision

EnVision vor der Venus
Künstlerische Darstellung der EnVision-Mission der ESA vor der Venus.
Credit:

ESA/VR2Planets/Damia Bouic

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EnVision ist eine Orbiter-Mission der ESA zur Venus, mit der die Beschaffenheit und der die gegenwärtige geologische Entwicklung der Venus und die Wechselwirkung zwischen Planet und Atmosphäre untersucht wird, um zu verstehen, wie und warum sich Venus und Erde so unterschiedlich entwickelt haben. Die Venus, die im Sonnensystem am inneren Rand der habitablen Zone liegt, verfügte unter Umständen einst über reichlich flüssiges Wasser und könnte Bedingungen für die Existenz von Leben auf dem Planeten geboten haben, bevor sie infolge einer unkontrollierten Erwärmung aufgrund von Treibhausgasen zu einem lebensfeindlichen Planeten wurde. Die Venus bietet sich somit als natürliches Labor für die Erforschung der für Leben auf einem Planeten notwendigen Bedingungen an.

Geologisch gesehen ist die Venus der Schwesterplanet der Erde: Sie hat eine ähnliche Größe wie die Erde und ist im Gegensatz zu den viel kleineren Planeten Mars und Merkur bis in die heutige Zeit aktiv. Heute hat die Venus keinen Mechanismus zur Bindung von atmosphärischem CO2 in Karbonatgestein und verfügt nicht über eine  Plattentektonik wie die Erde, obwohl beide Prozesse in der Vergangenheit stattgefunden haben könnten. Da es nur wenige Senken für vulkanisch freigesetzte flüchtige Stoffe gibt, bleibt der Venus ihre massereiche Atmosphäre erhalten; aber auch bei diesem Aspekt können zur Vergangenheit der Venus kaum Angaben gemacht werden. Daher ist die Venus von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Zusammenhänge zwischen der geophysikalischen Entwicklung von Planeten und der Habitabilität von terrestrischen Planeten, von unserer Erde bis hin zu terrestrischen Planeten und Exoplaneten, also auch solcher, die Forschungsgegenstand anderer Missionen im Rahmen des ESA-Weltraumforschungsprogramms sind. EnVision stößt daher auf ein breites Echo bei Geologen, Geophysikern und Atmosphärenforschern, die die Erde beobachten, ebenso wie bei Astronomen, die Erkenntnisse zu terrestrischen Exoplaneten gewinnen wollen.

Die wissenschaftliche Nutzlast von EnVision besteht aus VenSAR, einem Dual-Polarisation-S-Band-Radar, das auch als Mikrowellenradiometer arbeitet, den drei Spektrometern VenSpec-M, VenSpec-U und VenSpec-H zur Beobachtung der Venusoberfläche und -atmosphäre sowie dem Subsurface Radar Sounder (SRS), einem Hochfrequenz-Sondierungsradar zur Untersuchung der inneren Struktur. Ergänzt werden diese Instrumente durch die Untersuchung des Funkverkehrs zwischen Sonde und Erde, mit der eine Kartierung des Schwerefelds und Radio-Okkultationen der Atmosphäre möglich sind, um die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre der Venus sowie deren Wechselwirkungen eingehend zu erforschen. Die Untersuchungen gehen weit über eine einfache Radarmission hinaus und ermöglichen uns in ihrer Gesamtheit eine umfassende Bewertung der geologischen Prozesse an und unter der Oberfläche, der Geophysik und Geodynamik im Inneren der Venus sowie der atmosphärischen Strömungen der wichtigsten vulkanischen Gase, und geben insgesamt Aufschluss darüber, wie und warum sich die Venus so anders entwickelt hat als die Erde.

Hardware-Beteiligung des DLR-Instituts für Planetenforschung

  • VenSpec-M (Venus Emissivity Mapper)
    PI: Jörn Helbert
  • VenSpec-CCU (Zentrale Steuereinheit)

Wissenschaftliche Beteiligung des DLR-Instituts für Planetenforschung

  • VenSpec-M (Venus Emissivity Mapper)
  • Koordinator des VenSpec-Konsortiums

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