Wie gelingt eine nachhaltige Energieversorgung der Industrie?

Carla Schmidt
Am 24. Juni 2026 zeichnete das DLR_School_Lab der Hochschule Zittau/Görlitz die besten Beiträge des bundesweiten DLR_School_Lab-Preises 2026 aus. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die Frage, wie sich industrielle Prozesswärme künftig klimafreundlich erzeugen lässt. Schülerinnen und Schüler entwickelten dafür Modelle von Hochtemperatur-Wärmepumpen und setzten sich mit einer Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrieprozesse auseinander.
Die Gesellschaft von Freunden (GvF) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hatte den Wettbewerb mit einem Preisgeld von insgesamt 2.500 Euro ausgeschrieben. Erstmals übernahm das DLR_School_Lab der Hochschule Zittau/Görlitz die Organisation des bundesweiten Wettbewerbs und entwickelte die Aufgabenstellung gemeinsam mit dem DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse in Zittau. Ziel des alljährlichen Wettbewerbs ist es, Schülerinnen und Schüler für aktuelle Forschungsfragen zu begeistern und ihr Interesse an Natur- und Ingenieurwissenschaften zu fördern.
Forschung verständlich machen
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die Entwicklung eines Schülermodells einer Hochtemperatur-Wärmepumpe nach dem Brayton-Prozess. Anders als klassische Wärmepumpen für Wohngebäude erzeugen diese Systeme Prozesswärme von bis zu 300 °C und eröffnen damit neue Möglichkeiten für eine klimaverträgliche Industrie. Darüber hinaus entwickelten die Teams konkrete Anwendungsszenarien für industrielle Prozesse und zeigten, wie sich bislang ungenutzte Abwärme effizient nutzen lässt.
Die Aufgabenstellung knüpfte unmittelbar an die Forschungsarbeiten der Hochschule Zittau/Görlitz und des DLR-Instituts für CO₂-arme Industrieprozesse an. Beide Einrichtungen entwickeln innovative Technologien, um industrielle Prozesse energieeffizienter und klimaverträglicher zu gestalten. Der Wettbewerb schlug eine Brücke zwischen aktueller Forschung und schulischer Praxis und machte wissenschaftliche Fragestellungen unmittelbar erlebbar.
Erster Preis für die Johannisberg-Schule Witzenhausen
Der erste Preis ging an das Team der Johannisberg-Schule Witzenhausen. Gemeinsam mit dem Lehrer Kamil Daniek entwickelte das Team ein Modell, das den Brayton-Prozess wissenschaftlich fundiert und zugleich anschaulich erklärte.
Die Jury würdigte insbesondere die hohe technische Qualität, die realitätsnahe Umsetzung sowie die verständliche Vermittlung komplexer physikalischer Zusammenhänge. Auch Lehrer Kamil Daniek zeigte sich stolz auf die Leistung seines Teams:
„Der Wettbewerb des DLR_School_Lab war perfekt für uns, weil alle unsere Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Stärken einbringen konnten. Wir setzen uns an der Johannisberg-Schule seit mehreren Jahren mit verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten auseinander. Nach Projekten zu Photovoltaik und Windenergie war die Hochtemperatur-Wärmepumpe für uns ein spannendes neues Thema. Die Arbeit hat uns viel Freude bereitet, und unsere Ergebnisse werden in zukünftigen Projekten weiterentwickelt.“
Zweiter Preis für die Steinmühle Marburg
Den zweiten Preis erhielt das Team der Steinmühle-Schule und Internat Marburg. Es entwickelte gemeinsam mit der Lehrerin Jutta Töhl-Borsdorf ein überzeugendes Wettbewerbsmodell, das die Funktionsweise einer Hochtemperatur-Wärmepumpe verständlich und praxisnah erläutert.