Genanalysen – zeige mir deine Gene und ich sage dir, was dir schmeckt

DNA-Modell
Die DNA entspricht dem Langzeitspeicher unserer Gene. Die Agarose-Gelelektrophorese erlaubt die Untersuchung der Größe von Fragmenten dieses Speichers.
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Unsere Gene bestimmen unsere Eigenschaften. Das stimmt zwar im Prinzip, lässt sich aber oft nur schwer zeigen. Denn die Gene legen unsere Eigenschaften nicht direkt fest, sondern meist auf sehr komplexe Art und Weise. So gibt es selbst bei so einfachen Merkmalen wie der Augenfarbe mehrere Gene, deren Zusammenspiel das tatsächliche Merkmal festlegt. Es gibt eben nicht nur blaue und braune Augen.

Eines unserer wenigen Merkmale, bei denen tatsächlich ein einziges Gen das Sagen hat, ist die Fähigkeit, bittere Stoffe schmecken zu können. Hier gibt es tatsächlich nur ein einziges Gen mit zwei Hauptausprägungen, bei denen der Träger entweder Bitterstoffe sehr gut wahrnehmen kann oder aber fast gar nicht. Diese Fähigkeit ist wichtiger, als es scheint: In früheren Zeiten schützte sie die Menschen davor, Giftstoffe zu sich nehmen. In neuerer Zeit scheint sie hingegen negativen Einfluss auf das Ernährungsverhalten des Menschen zu nehmen. Denn die Vermeidung bitterstoffreicher Lebensmittel führt leider zu eher ungesunden Ernährungsgewohnheiten.

Agarose-Gelelektrophorese
Methode zur Analyse der Größe von DNA-Molekülen. In unserem Versuch untersucht man mit ihrer Hilfe die Genvarianten für die Fähigkeit, bittere Stoffe schmecken zu können.
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Bei unserem Versuch lernen die Schülerinnen und Schüler, wie man über ein spezielles Verfahren der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) die beiden entsprechenden Genvarianten voneinander unterscheiden kann. Daneben untersuchen sie mithilfe einfacher Teststäbchen auch ihre eigene Fähigkeit, Bitterstoffe wahrnehmen zu können.