Radinfrastruktur und Einsatzrouten: Sichere Coexistenz für Urbane Erreichbarkeit

RESCUE

Public Domain / CC0 1.0 Universal

Rettungsdienste in der Verkehrswende

  • Das Projekt RESCUE erforscht das Zusammenspiel zwischen Radinfrastruktur und Rettungswesen. Dafür wird der momentane Wissenstand ermittelt und laufende Diskussionen zum Thema analysiert.
  • Zentrale Fragen sind dabei, mit welchen Herausforderungen Rettungskräfte auf dem Weg zum Einsatzort konfrontiert werden und wie sich verschiedene infrastrukturelle Maßnahmen auf die Reisezeiten von Einsatzfahrzeugen und die erzielten Hilfsfristen
  • Im Ausland existieren bereits Ansätze, wie Radinfrastruktur und Rettungswesen miteinander verknüpft werden. Welche könnten auch in Deutschland von Nutzen sein?
  • Wie können Synergieeffekte zwischen Radverkehr und nicht-polizeilichen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) erzielt werden?

Verkehrsinfrastruktur und -aufkommen spielen eine wichtige Rolle, wenn Rettungskräfte schnell und zuverlässig an ihre Einsatzorte kommen wollen. Mit der Integration von aktiven Mobilitätsformen wie Fuß- und Radverkehr in den Straßenraum ergeben sich neue Bedarfe, die mit den Belangen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Einklang gebracht werden müssen. Dazu zählen unter anderem kurze Hilfsfristen, also die Zeit zwischen Eingang eines Notrufs und Eintreffen von Rettungseinheiten am Einsatzort. Auch werden noch nicht alle Planungsmöglichkeiten ausgeschöpft.

Dies wird auch öffentlich zunehmend diskutiert. Doch belastbare Daten für Gestaltungskonzepte, die zum einen Rad- und Fußverkehr stärker berücksichten und gleichzeitig die Belange der Rettungseinheiten sicherstellen, fehlen.

Reale Einsatzdaten und Beispiele aus Europa

Im Projekt RESCUE werden die Auswirkungen von Radverkehrsplanungen auf Rettungseinsätze deswegen erstmalig analysiert. Wie genau verschiedene Infrastrukturmaßnahmen die Fahrten von Einsatzkräften beeinflussen, wird auf Basis von realen Einsatzdaten ermittelt.

Teil der umfassenden Auswertung sind auch europäische Beispiele für Radverkehrsplanung, die das Rettungswesen integrieren: Sind diese Ansätze erfolgversprechend und lassen sie sich auf Deutschland übertragen?

Ziel ist es, eine auf belegbaren Daten basierende Straßenraumgestaltung zu ermöglichen, welche Rettungskräfte besonders aus nicht-polizeilichen BOS und ihre spezifischen Anforderungen an einzuhaltende Hilfsfristen von Anfang an einbindet. Ebenfalls soll die öffentliche Diskussion zu diesem Thema auf ein belastbares Fundament gestellt werden.

Einbindung von Rettungsdiensten

Schon im Projekt sind Beteiligte aus der Praxis eingebunden. Neben der Branddirektion Frankfurt am Main als direkte Mitwirkende wird das Projekt von einem Beirat aus Expertinnen und Experten begleitet. Die Ergebnisse werden laufend veröffentlicht und präsentiert. Kommunen, Planende, Feuerwehr und Rettungsdienste werden somit bei Planungsprozessen unterstützt und die öffentliche Diskussion versachlicht.

Projektbeteiligte:

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) - Institut für Verkehrsforschung (Gesamtprojektleitung)
  • Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu)
  • Branddirektion Frankfurt am Main

Projektwebsite beim Mobilitätsforum.

Das Projekt RESCUE wird vom Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln zur Umsetzung des Nationales Radverkehrsplans gefördert.

Kontakt

Dr. Uwe Drewitz

Abteilungsleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrsforschung
Räume in Mobilitäts- und Transportsystemen
Rudower Chaussee 7, 12489 Berlin