RESCUE
Verkehrsinfrastruktur und -aufkommen spielen eine wichtige Rolle, wenn Rettungskräfte schnell und zuverlässig an ihre Einsatzorte kommen wollen. Mit der Integration von aktiven Mobilitätsformen wie Fuß- und Radverkehr in den Straßenraum ergeben sich neue Bedarfe, die mit den Belangen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Einklang gebracht werden müssen. Dazu zählen unter anderem kurze Hilfsfristen, also die Zeit zwischen Eingang eines Notrufs und Eintreffen von Rettungseinheiten am Einsatzort. Auch werden noch nicht alle Planungsmöglichkeiten ausgeschöpft.
Dies wird auch öffentlich zunehmend diskutiert. Doch belastbare Daten für Gestaltungskonzepte, die zum einen Rad- und Fußverkehr stärker berücksichten und gleichzeitig die Belange der Rettungseinheiten sicherstellen, fehlen.
Reale Einsatzdaten und Beispiele aus Europa
Im Projekt RESCUE werden die Auswirkungen von Radverkehrsplanungen auf Rettungseinsätze deswegen erstmalig analysiert. Wie genau verschiedene Infrastrukturmaßnahmen die Fahrten von Einsatzkräften beeinflussen, wird auf Basis von realen Einsatzdaten ermittelt.
Teil der umfassenden Auswertung sind auch europäische Beispiele für Radverkehrsplanung, die das Rettungswesen integrieren: Sind diese Ansätze erfolgversprechend und lassen sie sich auf Deutschland übertragen?
Ziel ist es, eine auf belegbaren Daten basierende Straßenraumgestaltung zu ermöglichen, welche Rettungskräfte besonders aus nicht-polizeilichen BOS und ihre spezifischen Anforderungen an einzuhaltende Hilfsfristen von Anfang an einbindet. Ebenfalls soll die öffentliche Diskussion zu diesem Thema auf ein belastbares Fundament gestellt werden.
Einbindung von Rettungsdiensten
Schon im Projekt sind Beteiligte aus der Praxis eingebunden. Neben der Branddirektion Frankfurt am Main als direkte Mitwirkende wird das Projekt von einem Beirat aus Expertinnen und Experten begleitet. Die Ergebnisse werden laufend veröffentlicht und präsentiert. Kommunen, Planende, Feuerwehr und Rettungsdienste werden somit bei Planungsprozessen unterstützt und die öffentliche Diskussion versachlicht.
Projektbeteiligte:
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) - Institut für Verkehrsforschung (Gesamtprojektleitung)
- Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu)
- Branddirektion Frankfurt am Main
Projektwebsite beim Mobilitätsforum.
Das Projekt RESCUE wird vom Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln zur Umsetzung des Nationales Radverkehrsplans gefördert.


