12. Februar 2026

CHEOPS fährt seine Ernte ein

Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Planetensystem um den Stern LHS 1903, einem 116 Lichtjahre entfernten Roten Zwergstern, der etwa halb so groß ist wie die Sonne. Um diesen Stern kreisen vier Planeten. Das war zunächst nicht klar, und auch in der Astronomie gilt: „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“ und Planeten werden nicht durch eine einzige Messung mit einem einzelnen Teleskop nachgewiesen und charakterisiert. Mehrere Teleskope haben Beiträge geliefert. Seit 2019 vermutete man ein Planetensystem mit drei Planeten. Aus den hochgenauen Messungen mit CHEOPS bestätigte sich diese Vermutung. Man konnte die Planetenradien genauer charakterisieren und fand einen vierten Planeten, der ein Rätsel aufgibt.

Künstlerische Darstellung des Planetensystems um den Stern LHS 1903
Ein Planetensystem mit einer ungewöhnlichen Architektur: der rote Zwergstern LHS 1903 wird von vier Planeten umkreist. Der innerste Planet ist ein Gesteinsplanet, die nächsten beiden Gasplaneten - eine vertraute Anordnung. Aber Beobachtungen mit CHEOPS habe den äußersten Planeten auch als Gesteinsplaneten identifiziert und das wirft die Frage auf: wie hat sich dieser Planet gebildet?
Credit:

ESA

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Das Ungewöhnliche ist die Anordnung dieser vier Palenten, die mit der bisherigen Vorstellung bricht. Am nächsten zum Stern sollten die Gesteinsplaneten kreisen, weiter außen dann die Gasplaneten – so kennen wir es aus unserem Sonnensystem. Aber die Planeten um den Stern LHS 1903 verhalten sich ganz anders. Der innerste Planet ist ein Gesteinsplanet und die nächsten beiden Planeten sind Gasplaneten, aber der äußerste Planet ist wieder ein Gesteinsplanet. Das ist eine Herausforderung an die Theorie der Planetenentstehung. Wie in der Veröffentlichung dargestellt, haben sich in diesem System die Planeten vielleicht nicht zur gleichen Zeit gebildet, sondern einer nach dem anderen. Damit wäre dieser Planet eine Art Nachzügler, für den nicht mehr genug Gas zur Verfügung stand.

Fokal-Ebenen-Modul für CHEOPS
In das Fokal-Ebenen-Modul (FPM) wird der CCD-Detektor integriert. Es ist eines der elektronischen Bauteile, die das Institut für Weltraumforschung (früher Institut für Optische Sensorik und Institut für Planetenforschung) zu der CHEOPS-Mission beigetragen hat. Ihre hohe Qualität und Funktion ermöglichen die hochpräzisen Messungen mit CHEOPS.

Sechs Jahre ist das Weltraumteleskop CHEOPS – CHaracterizing ExOPlanet Satellite – jetzt erfolgreich im Einsatz. Mit seinen hochpräzisen photometrischen Messungen wird die Helligkeit einzelner Sterne vermessen, um so erwartete Transitereignisse genauestens aufzuzeichnen. Zwei elektronische Module entwickelt, die diese hochpräzisen Messungen überhaupt erst ermöglichen und immer noch erfolgreich arbeiten, wurde hier, am Standort Adlershof, entwickelt. Die Ernte dieser hervorragenden Ingenieursarbeit sind die wissenschaftlichen Daten, an deren Auswertung das DLR maßgeblich beteiligt ist. Dabei gibt es – und genau das ist Forschung – immer wieder überraschende Erkenntnisse, die man nicht erwartet und nicht planen kann.

Die Artikel ‘Gas-depleted planet formation occurred in the four-planet system around the red dwarf LHS 1903’ ist am 12. Februar 2026 in der Zeitschrift Science erschienen.

Pressemeldung der ESA am 12. Februar 2026