PLATO meistert Tests unter Weltraumbedingungen
Mehrere Wochen wurde der PLATO-Satellit am ESA-Testzentrum in Nordwijk auf seine Weltraumtauglichkeit getestet. Am 10. April öffneten sich die Luken des Large Space Simulators (LSS) und PLATO konnte wieder herausgehoben werden. Nach dem Abschluß dieser anspruchsvollen Tests unter Weltraumbedingungen und der Analyse der Daten wird PLATO - PLAnetary Transits and Oscillations of stars - bereit sein, Anfang 2027 in den Weltraum zu starten und die Suche nach erdähnlichen Planeten aufzunehmen.
Das PLATO Mission Consortium beim DLR in Berlin ist zusammen mit der ESA für das gesamte Management des Konsortiums verantworlich, ebenso für das Missions- und Payload-Design.
Bei Weltraumprojekten gilt: „Test as you fly“. Daher ist es vor dem Start eines Satelliten entscheidend, alle seine Funktionen unter denselben Bedingungen zu überprüfen, denen es im Orbit begegnen wird. Zu diesem Zweck wurde Plato in den LSS gebracht.
Nachdem Anfang März die oberen und seitlichen Luken der LSS-Kammer verschlossen worden waren, saugten leistungsstarke Pumpen die Luft aus dem Gehäuse ab und erzeugten ein Vakuum, das eine Milliarde Mal dünner war als der normale atmosphärische Druck. Gleichzeitig wurde flüssiger Stickstoff durch die Wände gepumpt, um die Kälte des Weltraums nachzubilden. Ein Raster aus leistungsstarken Heizelementen, die im Inneren des LSS platziert worden waren, wurde eingeschaltet, um die Wärme der Sonne nachzuahmen, die auf PLATOs Solarpaneele und Sonnenschutz trifft. Dann konnten die Tests beginnen.
Das große Ziel der Mission ist es, erdähnliche Planeten um helle, sonnenähnliche Sterne zu entdecken. Die Leistungsfähigkeit von Platos 26 hochempfindlichen Kameras ist entscheidend, um kleinste regelmäßige Intensitätsabnahmen im Sternenlicht zu registrieren, die von einem Planeten herrühren könnten.
Wie bei jedem optischen Instrument, sollten sich die Brennpunkte der Kameras nicht verändern. So wurden Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass man den optimalen Fokus der Kameras aufrechterhalten kann, indem man ihre Temperaturen mit sehr hoher Genauigkeit regeln.
Tests unter Hitze- und Kältebedingungen
Neben diesen Sehtests wurde der gesamte Satellit in einer typischen Weltraumumgebung sowie in sogenannten Hitze- und Kältephasen getestet.
Im LSS wurde PLATO einem Stresstest unterzogen, der noch extremere Bedingungen entspricht, als der Satellit normalerweise in der Umlaufbahn vorfindet. Damit sollte sichergestellt werden, dass das Raumfahrzeug sowohl unter extremen als auch unter "normalen" Weltraumbedingungen das leisten kann, was man von ihm erwarten.
Während der Heißphase ließ das Ingenieur-Team alle Elemente des Raumfahrzeugs mit voller Leistung laufen, während sich die Seite mit den Solarpaneelen auf bis zu 150 °C erwärmte. Gleichzeitig stellte es sicher, dass die Kameras, die durch das Sonnenschutzschild geschützt waren und dem kalten Teil der Kammer zugewandt waren, zwischen –70 und –90 °C blieben.
Für die Kaltphase wurden die Temperaturen im gesamten Satelliten gesenkt, und die Heizungen mussten hochgefahren werden, um zu verhindern, dass die Kameras zu kalt wurden.
Nach den Tests in einer weltraumähnlichen Umgebung wurde PLATO in den Reinraum gebracht, wo er eingehend untersucht wird. Die Auswertung der Daten aus den Weltraumtauglichkeitstests werden in den nächsten Wochen ausgewertet.
Durch die gesammelten Informationen will man mehr über das Verhalten des Satelliten und die detaillierte Leistungsfähigkeit seiner Instrumente erfahren. Mit den Daten kann man die thermischen Modelle verbessern, die für die detaillierte Vorhersage der Reaktionen der Kameras im Weltraum unerlässlich sein wird.
Nach diesen Arbeiten soll Plato voraussichtlich bis Ende dieses Jahres startbereit sein. Der Start mit einer Ariane 6 Rakete ist für Januar 2027 geplant.


