Lobende Anerkennung beim Seifriz-Preis 2026 für Projekt „SuMatHrA“
Große Anerkennung für unsere Innovationsarbeit: Unser gemeinsames Projekt „SuMatHrA – Substitution konventioneller Materialien für den Leichtbau durch Holz-Hybride mit Albasia“ wurde im Rahmen des Seifriz-Preises 2026 von der Jury mit einer lobenden Anerkennung ausgezeichnet.

Verein Technologietransfer Handwerk e.V.
Aus insgesamt 19 Einreichungen hat die Seifriz-Jury neben den vier Hauptpreisträgern bewusst zwei Projekte besonders hervorgehoben. Die Auszeichnung würdigt die hohe Innovationskraft sowie die beispielhafte Zusammenarbeit von Handwerk und Wissenschaft.
Die lobende Anerkennung umfasst unter anderem die bundesweite Nennung des Projekts, der Projektpartner sowie des Handwerksbetriebs in renommierten Fachmedien wie dem handwerk magazin und der Deutschen Handwerks Zeitung. Darüber hinaus wird das Projekt auf der Website des Seifriz-Preises sowie in der weiteren Öffentlichkeitsarbeit zum Wettbewerb vorgestellt. Damit ist eine hohe Sichtbarkeit auf Bundesebene verbunden.
Projektpartner sind neben anderen die Alfred Kiess GmbH (Tilo Kiess), Stuttgart, und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR, Dr.-Ing. Thomas Feser), Stuttgart.

Alfred Kiess GmbH

Nachhaltiger Leichtbau mit Holz-Hybridmaterialien
Im Projekt SuMatHrA wurde untersucht, wie konventionelle Leichtbaumaterialien wie Aluminium oder Stahl durch Holz-Hybridwerkstoffe auf Basis des Leichtholzes Albasia (Sengon-Holz) ersetzt werden können. Ziel ist es, die CO₂-Bilanz von Bauteilen bereits in der Herstellung deutlich zu verbessern und gleichzeitig durch geringeres Gewicht Energieverbrauch und Emissionen in der Nutzungsphase zu reduzieren.
Gefördert durch das Technologietransferprogramm Leichtbau des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz wurden drei Anwendungsfelder betrachtet:
- eine crashbelastete Fahrzeugstruktur eines Elektrofahrzeugs,
- ein Kofferaufbau eines Nutzfahrzeugs,
- sowie eine Aufzugskabine.
In allen drei Bereichen konnte nachgewiesen werden, dass die Albasia-Hybridmaterialien die technischen Anforderungen erfüllen und gleichzeitig eine signifikante Gewichtsreduktion sowie eine deutlich verbesserte CO₂-Bilanz ermöglichen.
Mehr Leistung durch weniger Gewicht
Am Beispiel der Aufzugskabine der Alfred Kiess GmbH zeigte sich besonders deutlich das Potenzial des neuen Materials: Der Einsatz von Stahl- und Aluminiumblechen konnte stark reduziert werden. Durch das geringere Gesamtgewicht ist es künftig sogar möglich, eine zusätzliche Person pro Fahrt zu befördern – ein klarer funktionaler Mehrwert.
Die enge Kooperation mit dem DLR ermöglichte umfassende materialwissenschaftliche Untersuchungen, unter anderem zu Fügeelementen, Normen- und Brandschutzanforderungen, mechanischen Eigenschaften sowie zur Entwicklung von Formholzteilen. Erst durch diese wissenschaftliche Begleitung konnten die technischen Herausforderungen innerhalb der Projektlaufzeit erfolgreich gelöst werden.
Das Projekt SuMatHrA ist im Kompetenzzentrum Holz in Fahrzeugstrukturen angesiedelt. Das Institut untersucht hier weitere Einsatzmöglichkeiten von Holz-Hybridmaterialien im Fahrzeugbereich. SuMatHrA (Akronym für Substitution konventioneller Materialien für den Leichtbau durch Holz-Hybride auf Basis von Albasiaholz) wurde über eine Laufzeit von drei Jahren durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert, Projektträger ist das Forschungszentrum Jülich. Gemeinsam mit vier Partnern aus Industrie und Wissenschaft sowie einer gemeinnützigen Organisation arbeiten wir an der Entwicklung innovativer Holz-Hybrid-Materialsysteme für den Leichtbau. Ein zentraler Fokus liegt auf der Substitution CO₂-intensiver Materialien im Fahrzeug- und Aufzugbau. Durch die umfassende Charakterisierung der hybriden Materialsysteme sowie die Entwicklung numerischer Simulationsmodelle schaffen wir die Grundlage dafür, diese nachhaltigen Materialien künftig in Anwendungen der Elektromobilität zu überführen.



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Institut für Fahrzeugkonzepte