Menschmodellierung für die Crashsimulation

Menschmodelle

Bisher werden Verletzungsrisiken bei Unfällen vor allem mit Crashtest-Dummies bewertet – eine vereinfachte Darstellung des menschlichen Körpers. In der Zukunft sollen detailliertere Informationen über die Verletzungsgrade durch die Nutzung von Menschmodellen in der Crashsimulation erhalten werden. Am Institut für Fahrzeugkonzepte werden digitale Menschmodelle entwickelt, die realistischere Aussagen über Verletzungen ermöglichen. So können innovative Fahrzeugkonzepte noch gezielter auf Sicherheit geprüft und das Verletzungsrisiko für Insassen reduziert werden.

Die Ermittlung von Verletzungsrisiken bei Unfällen erfolgt bislang überwiegend durch Crashtest-Dummies. Diese physikalischen Modelle liefern wertvolle Informationen über die Belastung des menschlichen Körpers, stellen aber eine stark vereinfachte Abbildung realer menschlicher Reaktionen unter hochdynamischer Belastung dar. Individuelle Unterschiede wie Alter, Geschlecht, Körpergröße oder Muskelspannung können nur eingeschränkt berücksichtigt werden, sodass wichtige Details der Verletzungsmechanismen unberücksichtigt bleiben.

Am Institut für Fahrzeugkonzepte wird daher intensiv daran gearbeitet, detaillierte Menschmodelle in die Crashsimulation zu integrieren. Diese digitalen Modelle bilden den menschlichen Körper mit hoher Genauigkeit ab – von Knochen und Organen bis zu Gewebe und Gelenken – und ermöglichen so eine realistischere Bewertung von Verletzungsgraden bei Unfällen. Durch die Kombination von hochpräzisen Crashsimulationen und Menschmodellen können kritische Belastungen frühzeitig identifiziert und Sicherheitsmaßnahmen gezielt optimiert werden.

Ziel der Forschung ist es, diese Methoden künftig direkt in die Fahrzeugentwicklung und -auslegung zu integrieren. Auf diese Weise lassen sich innovative Fahrzeugkonzepte noch umfassender auf ihre Sicherheit prüfen, das Verletzungsrisiko für Insassen reduzieren und die Schutzwirkung von passiven und aktiven Sicherheitssystemen präziser bewerten.

Kontakt

Dr.-Ing. Gerhard Kopp

Abteilungsleitung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Fahrzeugkonzepte
Fahrzeugarchitekturen und Leichtbaukonzepte
Pfaffenwaldring 38-40, Stuttgart