SELF-MADE-ATC

Automatische Wartung und Anpassung für Spracherkennung und -verstehen in der Flugsicherung

Systeme zur Spracherkennung und zum Sprachverstehen (Automatic Speech Recognition and Understanding, ASRU) haben das Potenzial, Fluglotsen in vielerlei Hinsicht zu unterstützen und das Flugverkehrsmanagement wesentlich effizienter zu gestalten. Die Wartung und die Anpassung solcher Technologien kann für Flugsicherungen und Systemhersteller aber aufwendig und teuer sein (Foto: DLR).

In dem Projekt "SELF-MADE-ATC" gehen DLR-Forschende zentrale Herausforderungen bei der Wartung und Anpassung von automatischen Systemen zur Spracherkennung und -verstehen im Bereich der Flugverkehrskontrolle an. Aufbauend auf einem erfolgreich durchgeführten Technologietransfer in die Industrie, führt SELF-MADE-ATC einen automatisierten Prozess zur Wartung und Anpassung solcher ASRU-Systeme ein.

SELF-MADE-ATC vereinfacht arbeitsintensive manuelle Prozesse zur Anpassung von ASRU-Systemen an neue Flughäfen oder an neue Anwendungen. Dies reduziert die mit der Systemanpassung und -wartung verbundenen Kosten erheblich. Diese Kosten können ansonsten die üblichen Lizenzgebühren für den Einsatz von ASRU-Systemen schnell um das 3- bis 7-fache übersteigen.

Ein positiver Nebeneffekt von SELF-MADE-ATC ist die Integration eines herstellerunabhängigen Spracherkenners als Teil der Anpassungs- und Wartungs-Pipeline, um den Prozess der Umwandlung von Sprache in Text und die Umsetzung in Konzepte zu optimieren. Ziel ist es, eine gleichbleibend hohe Erkennungsgenauigkeit sowohl auf Wort- als auch auf Befehlsebene zu gewährleisten, selbst in dynamischen Luftraum-Umgebungen, die z.B. durch monatliche Anpassungen entstehen.

Für die automatische Spracherkennung und das Verstehen von Sprache werden eine große Menge an Trainingsdaten benötigt, d.h. Aufnahmen der Sprachkommunikation zwischen Flugzeugpiloten und Fluglotsen. Bei Sprachaufzeichnungen handelt es sich um personenbezogene und damit um sensible Daten, deren Verarbeitung rechtliche Probleme aufwerfen kann. SELF-MADE-ATC ermöglicht, dass das Modelltraining direkt in der Umgebung der Endnutzer durchgeführt wird, d.h. die sensiblen Sprachaufzeichnungen können in den Flugsicherungszentren verbleiben.

Haben Sie Interesse an einer Teilnahme oder an einem Test von SELF-MADE-ATC? Dann setzen Sie sich mit dem Projektteam in Verbindung!

Eckdaten

  

Projekt

SELF-MADE-ATC

Mitwirkende

DLR-Institut für Flugführung (Koordinator)

DLR-Transfermanagement

DLR-Wirtschaftskooperation

Laufzeit

2025 – 2027

Finanzierung

Institutionelle Förderung

Website

self-made-atc.de

Kontakt

Dr.-Ing. Sebastian Schier-Morgenthal

Abteilungsleiter Lotsenassistenz
Institut für Flugführung
Lotsenassistenz
Lilienthalplatz 7, 38108 Braunschweig