HYLAS-3 Datenrelais im geostationären Orbit

ESA
HYLAS-3 ist ein geostationärer Kommunikationssatellit, der kommerzielle Datenrelaisdienste im Ka-Band bereitstellt. Auf seiner Position bei 142° östlicher Länge über dem asiatisch-pazifischen Raum ermöglicht er die Datenübertragung in weiten Teilen der südlichen Hemisphäre.
Der Name HYLAS steht für „Highly Adaptable Satellite“ und beschreibt das Konzept einer flexibel einsetzbaren Satellitenplattform. Die Kommunikationsnutzlast unterstützt unterschiedliche Anwendungen und Kunden, darunter Betreiber von Erdbeobachtungssatelliten und Telekommunikationsunternehmen.
Von EDRS-C zu HYLAS-3
Im August 2019 wurde der Satellit unter dem Namen EDRS-C ins All gebracht. Als zweiter Satellit des Europäischen Datenrelaissystems (EDRS) war er Teil eines Kommunikationsnetzwerks, das die schnelle Übertragung großer Datenmengen von Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen über geostationäre Relaissatelliten zur Erde ermöglicht.
Mit der Neuausrichtung auf kommerzielle Dienstleistungen und dem Wechsel zu Avanti Communications erhielt der Satellit 2025 den Namen HYLAS-3.
Entwicklung und Betrieb
HYLAS-3 wurde vom deutschen Raumfahrtunternehmen OHB auf Basis der SmallGEO-Plattform entwickelt und gebaut. Diese Plattform ist für einen langjährigen, zuverlässigen Betrieb im geostationären Orbit ausgelegt.
Die Steuerung und Überwachung des Satelliten übernimmt das Nationale Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) des DLR in Oberpfaffenhofen. Das Flugkontrollteam überwacht rund um die Uhr den technischen Zustand des Satelliten, führt notwendige Bahnkorrekturen durch und stellt den sicheren Satellitenbetrieb sicher.
NGRM – Weltraumstrahlung im Blick
Neben seiner Hauptaufgabe als Kommunikationssatellit trägt HYLAS-3 ein weiteres wissenschaftlich wertvolles Instrument: den NGRM (Next Generation Radiation Monitor). Diese Nutzlast der Europäischen Weltraumorganisation ESA dient der Messung der Strahlungsumgebung im Weltraum.
Die vom NGRM erfassten Daten liefern wichtige Erkenntnisse über Strahlungsrisiken in der Erdumlaufbahn. Sie tragen dazu bei, Raumfahrzeuge widerstandsfähiger zu gestalten und die Sicherheit von Astronautinnen und Astronauten bei zukünftigen Missionen zum Mond und in den tiefen Weltraum zu verbessern.