Q-Neko-Projekt führt EU–Japan-Quantenkooperation in eine neue Ära
Mit dem Start des Q-Neko-Projekts im Jahr 2026 erreicht die Zusammenarbeit zwischen Europa und Japan in den Bereichen Quantentechnologien und High-Performance Computing (HPC) eine neue Stufe. Das Auftakttreffen fand vom 10. bis 12. Februar 2026 in Helsinki, Finnland, statt.
Q-Neko (The Nippon-Europe Quantum Koraborēshon) vereint führende Akteure aus Forschung und Industrie in Europa und Japan, um zukünftige Computing-Lösungen zu entwickeln, die die digitale Transformation unterstützen und internationale Expertise stärken. Das Projekt untersucht quantengestützte Lösungen für (schwierige) Probleme aus Bereichen wie Materialwissenschaften, CO₂-Reduktion, Telekommunikation, Strömungsdynamik und Satellitenbildanalyse.
Zudem erschließt das Projekt das Potenzial quantengestützten maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz und eröffnet so neue Möglichkeiten für datenbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse und fundierte Entscheidungen.
„Q-Neko wird das vielversprechende Zusammenspiel von klassischem Supercomputing und Quantenbeschleunigung in konkrete gesellschaftliche Wirkung überführen. Dabei ist die Zusammenarbeit vertrauensvoller Partner eine äußerst wertvolle Ressource“, sagt Mikael Johansson, Koordinator des Q-Neko-Projekts bei CSC.
Q-Neko ist die erste konkrete Maßnahme, die aus der im Mai 2025 von Japan und der EU unterzeichneten Absichtserklärung zur Stärkung der Zusammenarbeit in Quantentechnologie und -wissenschaft hervorgegangen ist – mit dem Ziel, den Weg in eine quantenbeschleunigte Gesellschaft zu ebnen. Dieses Vorhaben wird durch die im Mai 2022 gegründete EU–Japan-Digitalpartnerschaft unterstützt, die den Austausch in den Bereichen HPC, Quantencomputing und hybriden HPC+QC-Ansätzen besonders hervorhebt.
Durch den Austausch von Forschenden und Ingenieurinnen und Ingenieuren wird Q-Neko die technologische und wissenschaftliche Vernetzung zwischen den europäischen und japanischen Quanten-Communities weiter intensivieren und eine tragfähige Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Regionen schaffen.
„Wir teilen die Vision von Q-Neko, klassisches Supercomputing mit Quantenbeschleunigung zu verbinden, um einen spürbaren gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Als Partner sehen wir enormes Potenzial darin, gemeinsam dieses technologische Versprechen in praktische Lösungen zu überführen. Indem wir unsere jeweiligen Stärken bündeln und ein vertrauensvolles, kooperatives Ökosystem fördern, können wir Innovationen beschleunigen und konkrete Vorteile für Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft erzielen“, sagt Masahiro Horibe, stellvertretender Direktor von G-QuAT bei AIST.
Grundsteinlegung für eine quantenbeschleunigte Gesellschaft
Gefördert durch Horizon Europe und das EuroHPC Joint Undertaking auf europäischer Seite sowie durch Japans ressortübergreifendes Strategic Innovation Promotion Program (SIP), stärkt Q-Neko die EU–Japan-Zusammenarbeit in Quantentechnologien anhand von fünf eng miteinander verknüpften Zielsetzungen.
Durch den Austausch von Forschenden und Ingenieurinnen und Ingenieuren fördert Q-Neko eine noch engere technologische und wissenschaftliche Vernetzung zwischen den europäischen und japanischen Quanten-Communities und trägt zum Aufbau einer belastbaren Grundlage für eine langfristige Kooperation bei.
Die Initiative zielt zudem darauf ab, zentrale Ressourcen und Know-how zwischen beiden Regionen zu teilen. Das Projekt wird außerdem eine zukunftsorientierte Technologie-Roadmap entwickeln, die zur Stärkung sicherer Lieferketten beiträgt und die strategische Zusammenarbeit künftig leitet.
Parallel dazu soll eine leistungsstarke Bibliothek quantenunterstützter Lösungen entstehen, die zentrale wissenschaftliche und industrielle Herausforderungen adressiert. Zur internationalen Abstimmung wird das Konsortium zur Entwicklung robuster Benchmarks sowie zu Vorstandardisierungsaktivitäten im Bereich der HPC–Quanten-Integration beitragen. Darüber hinaus treibt das Projekt die Weiterentwicklung des Software-Stacks für eine nahtlose Integration von HPC, KI und Quantencomputing (HPC+AI+QC) voran und schafft damit eine wesentliche Grundlage für die nächste Generation hybrider Rechensysteme.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bringt seine ausgewiesene Expertise in der der Quantenoptimierung und der Licht-Materie-Wechselwirkung in dieses wegweisende EU-Projekt ein. Leiter der Arbeitspakete am DLR, PD Dr. Satoshi Ejima vom DLR-Institut für Softwaretechnologie, erklärt: „Unser Ziel ist es, die Effizienz von Quantenalgorithmen entscheidend voranzubringen. Dabei bauen wir auf unseren eigenen Software-Frameworks sowie auf etablierte Forschungsergebnisse auf. Besonders wichtig ist uns die Brückenfunktion zwischen europäischer Spitzenforschung und industrieller Anwendung. Gemeinsam mit unseren Industriepartnern in Japan überführen wir theoretische Durchbrüche in skalierbare Lösungen für komplexe Optimierungsprobleme aus der Praxis.“ Diese enge interkontinentale Zusammenarbeit stellt sicher, dass die im Q-NEKO-Projekt entwickelten Quantenwerkzeuge nicht nur wissenschaftlich exzellent sind, sondern auch den Weg in die industrielle Anwendung finden.
Ein hochrangig besetztes Panel, diskutierte am Dienstag, 10. Februar wie die EU–Japan-Quantenkooperation in einem sich rasch wandelnden politischen Umfeld zugleich offen gestaltet („open by design“) und standardmäßig sicher („secure by default“) bleiben kann. Während das Thema Forschungssicherheit in der EU zunehmend an Bedeutung gewinnt, hat auch Japan Fragen der Forschungsintegrität und -sicherheit im Zuge der wachsenden Internationalisierung stärker priorisiert. Die Diskussion lieferte wertvolle Impulse zur Umsetzung der Ziele von Q-Neko und ordnete die Projektaktivitäten in eine übergeordnete Vision zur Weiterentwicklung der Europa–Japan-Kooperation in der Quantenwissenschaft ein.

An dem Panel nahmen teil: Frédéric Barbaresco (Thales, Frankreich), Janne Hirvonen (Außenministerium Finnland), Masahiro Horibe (AIST, Japan), Hiroshi Nakata (Q-Star, Japan) und Laura Taajamaa (Ministerium für Kultur und Bildung, Finnland).
Das Projekt wird vom CSC – IT Center for Science (Finnland) koordiniert und umfasst ein breites und vielfältiges Konsortium, darunter IQM Quantum Computers, das Forschungszentrum Jülich, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), CEA Frankreich, Thales, Jij, das französische Nationale Labor für Metrologie und Prüfwesen (LNE), die Technische Universität Ostrava (VSB), QunaSys, die Aalto-Universität, das japanische National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST), Chodai Co. sowie die KDDI Corporation.
Kontakt
PD Dr. Satoshi Ejima
