27. Mai 2026 | Qualitätssicherung für Brennstoffzellen und Elektrolyseure

Neue Industrienorm DIN 4880 standardisiert Messverfahren für Bipolarplatten

Mit der Veröffentlichung der DIN 4880 wurde im Mai 2026 ein einheitlicher Standard für die Qualitätskontrolle von Bipolarplatten in Brennstoffzellen und Elektrolyseuren geschaffen. Die grundlegenden Messvorschriften gehen maßgeblich auf das vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik koordinierte Forschungsprojekt BePPeL zurück.

Einheitliches Messverfahren für unterschiedliche Materialklassen

Der elektrische Durchgangswiderstand (Through-plane-Widerstand) ist ein entscheidender Parameter für die Effizienz und Lebensdauer elektrochemischer Zellen. Bisher fehlte es an einer vergleichbaren Norm, um diesen Wert zerstörungsfrei und herstellerunabhängig zu erfassen. Die neue DIN 4880 schließt diese Lücke durch die Definition eines standardisierten Vierleiter-Messverfahrens. Dieses ermöglicht eine zuverlässige Prüfung sowohl von Compound-Materialien als auch von beschichteten metallischen Platten. Für Hersteller eröffnet die Normierung die Möglichkeit, Qualitätskontrollen direkt in industrielle Serienprozesse zu integrieren, was die weitere Markteinführung wasserstofftechnologischer Komponenten beschleunigt.

Vom Forschungsprojekt zur offiziellen DIN-Norm

Die fachlichen Grundlagen für die neue Industrienorm wurden im Rahmen des Forschungsprojekts BePPeL (Bipolarplatten für Brennstoffzellen und Elektrolyseure) erarbeitet. Als Projektkoordinator verantwortete das Institut das Arbeitspaket „Entwurf einer Messvorschrift“. In enger Abstimmung mit dem Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) wurden die technischen Vorgaben aller Konsortialpartner zu einem praxisorientierten und wissenschaftlich fundierten Verfahren gebündelt. Die abschließende technische Ausarbeitung sowie der formale Überführungsprozess in die offizielle DIN-Norm erfolgten in gemeinsamer Verantwortung durch DLR und ZBT.

Erfolgreicher Transfer von der Wissenschaft in die Praxis

Die erfolgreiche Normung unterstreicht die strategische Funktion des Instituts bei der Überführung von Forschungsresultaten in anwendungsorientierte Industriestandards. Die Fertigstellung der DIN 4880 ist das Ergebnis einer engen fachlichen Zusammenarbeit im BePPeL-Konsortium sowie der technischen Begleitung durch die Mitarbeitenden des ZBT.

Weitere Informationen sowie eine offizielle Pressemeldung zum Thema finden Sie hier:
https://zbt.de/news/neue-din-4880-widerstaende-an-bipolarplatten-normgerecht-messen/

Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und koordiniert durch NOW GmbH
Credit:

BMVI

Kontakt

Prof. Dr. rer.nat. K. Andreas Friedrich

Abteilungsleiter Elektrochemische Energietechnik
Institut für Technische Thermodynamik
Elektrochemische Energietechnik
Pfaffenwaldring 38-40, 70569 Stuttgart