TESIS
Die Testanlage für Wärmespeicherung in Salzschmelzen (TESIS) des DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Köln ist die erste Großforschungsanlage in Deutschland, in der Flüssigsalzspeicher und zugehörige Technologien in relevantem Maßstab untersucht werden. Sie dient der Entwicklung neuer Speichertechnologien sowie der Verbesserung von Materialien, Komponenten und Verfahren für den Einsatz von Flüssigsalzspeichern im Bereich der erneuerbaren Energien.

Mit der Anlage wird der Labormaßstab gezielt verlassen und die Technologie im Megawattstunden-Maßstab erprobt. Die Forschung findet damit unter Bedingungen statt, die nah an der industriellen Umsetzung und späteren Nutzung liegen. Ziel ist es, technische Fragestellungen frühzeitig im realitätsnahen Betrieb zu adressieren und die Übertragbarkeit auf großtechnische Anwendungen sicherzustellen.
Mögliche Anwendungsfelder liegen insbesondere in energieintensiven Industrieprozessen, beispielsweise in der Stahl- und Eisenproduktion, der Herstellung von Nichteisenmetallen, Glas, Zement, Papier, Lebensmitteln oder chemischen Produkten. Flüssigsalzspeicher können hier zur Steigerung der Energieeffizienz beitragen oder industrielle Prozesse durch den Einsatz von Power-to-Heat-Technologien (PtH) dekarbonisieren.
In solarthermischen Kraftwerken sind Flüssigsalzspeicher bereits kommerziell etabliert und werden zur bedarfsgerechten Stromerzeugung eingesetzt. Darüber hinaus bieten Flüssigsalzspeicher im Bereich konventioneller fossiler Kraftwerke das Potenzial, bestehende Anlagen durch integrierte Wärmespeicherung zu flexibilisieren oder perspektivisch zu Wärmespeicherkraftwerken umzubauen.
Betriebserfahrung
Durch den kontinuierlichen Betrieb der Anlage TESIS seit 2019 liegen umfangreiche Praxiserfahrungen zu allen relevanten Aspekten der Flüssigsalztechnologie vor. Dieses gewachsene Wissen fließt heute bereits in die Beratung, Planung und Umsetzung weiterer Flüssigsalz-Anlagen ein. Die Anlage TESIS steht damit beispielhaft für einen verlässlichen, schrittweisen Technologiefortschritt, der auf erprobten Grundlagen aufbaut und zugleich neue Wege eröffnet.
Funktionsweise und Teilanlagen im Überblick
Die Anlage TESIS ist als zentrale Großforschungsinfrastruktur für Flüssigsalztechnologien konzipiert. In bewährter ingenieurwissenschaftlicher Tradition verbindet sie experimentelle Forschung mit praxisnaher Erprobung unter realistischen Betriebsbedingungen. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2019 wird die Anlage kontinuierlich genutzt und weiterentwickelt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen bilden eine belastbare Grundlage für die Planung und Umsetzung zukünftiger Flüssigsalz-Anwendungen.
Die Gesamtanlage gliedert sich in drei spezialisierte Teilanlagen, die jeweils einen klar umrissenen Schwerpunkt verfolgen und sich in ihrer Funktion sinnvoll ergänzen.


