5. Dezember 2025

Erfolgreiches Synergie-Treffen in Cochstedt

Mitte November haben sich am Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt über 50 Vertreter der DLR Explorer-Initiativen getroffen. Diese halbjährlichen Treffen dienen dazu, frühzeitig Synergien zwischen den von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundes geförderten Initiativen und Projektlinien zu identifizieren und nutzbar zu machen.

Das Projekt TRIPLE (Technologies for Rapid Ice Penetration and subglacial Lake Exploration) stellte dabei aktuelle Fortschritte der Entwicklung benötigter Schlüsseltechnologien vor, die eine zukünftige Raumfahrtmission zur Exploration des Jupitermonds Europa und des unter der kilometerdicken Eisoberfläche liegenden Wasserozeans ermöglichen sollen. Dabei wurde den Teilnehmern mit dem nanoAUV auch ein Miniatur-U-Boot vorgestellt, das zur Erkundung genutzt werden kann.

Die VaMEx-Initiative  (Valles Marineris Explorer) stellte ihre Arbeit rund um die Suche nach flüssigem Wasser im Valles Marineris vor, einem gewaltigen Canyon-System auf dem Mars, das 4000 km lang und bis zu 11 km tief ist. Dazu verfolgt das DLR den Ansatz eines Roboterschwarms. Er soll selbstständig navigieren sowie kooperativ und kollaborativ verschiedene Orte von Interesse erreichen können. In der VaMEx-Initiative wird untersucht, wie diese Roboter und ihr Zusammenspiel optimal funktionieren können.

Besonderes Augenmerk lag im Rahmen des Synergietreffens für diese beiden Projekt-Linien auf dem Bereich der Navigation sowie der erforderlichen Teilkomponenten für die Mission. Als mögliche Unterstützer von DLR-Seite stellten sich ADMIRe, iQNav und SaiNSOR vor. ADMIRe ist ein Impulsprojekt zur Miniaturisierung im Luft- und Raumfahrtsegment, dessen Hauptziel die Entwicklung von Techniken und Technologien für Satellitenkonstellationen mit einem Fokus auf weltraumgestützten Radarsystemen ist. iQNav befasst sich mit Quantentechnologie im Bereich der Navigation. SaiNSOR arbeitet auf einer weltraumgeeigneten Plattform, um Informationen von mehreren Sensoren auf Basis von KI zu verarbeiten und zu konsolidieren.

Darüber hinaus stellten sich die studentische Initiative WARR Space Robotics (Robotics for Climate Monitoring and Planetary Exploration) der TU München (TUM), und der Lehrstuhl für Raumfahrtmobilität und -antriebe der TUM mit einer Präsentation zu wasserelektrolyse-basierter Antriebstechnik als mögliche Projektpartner vor. Die Teilnehmer erhielten außerdem einen tiefen Einblick in die Computerchemie unter Weltraumbedingungen, vermittelt von Kollegen der Universität Bremen, sowie einen Überblick über die Explorationsaktivitäten in analogen Feldtests des Österreichischen Weltraum Forums.

Im Rahmen des Treffens in Cochstedt stellte sich heraus, dass die Projekte und Initiativen sich tatsächlich unterstützen können. Dem Namen der Veranstaltung getreu konnten auch bei diesem Treffen wieder verschiedenste Synergien identifiziert werden, die bei den weiteren Entwicklungsarbeiten auch genutzt werden. Davon profitieren nicht nur die Projekte, sondern es ergaben sich auch neue Testmöglichkeiten am Nationalen Erprobungszentrum in Cochstedt: Als ein Ergebnis aus der Explorer-Tagung soll u. a. im Juni 2026 nun eine Roboter-Challenge für Katastrophenhilfeszenarien ausgerichtet werden. Diese soll zeigen, wie heterogene Roboterschwärme auch im Bereich von Such- und Rettungsmissionen die vor Ort agierenden Einsatzkräfte sinnvoll unterstützen können.

Neben dem erfolgreichen fachlichen Austausch hatten die Teilnehmer auch die Gelegenheit, die Arbeit am Nationalen Erprobungszentrum kennenzulernen. Das nächste Synergietreffen ist für den 15.–17. Juli 2026 in Bad Honnef geplant.