Forschungsprojekt ROLLEN

Rollende Ladestationen liefern Entlastung fürs Netz

Credit:

BMWK

Um überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind nutzen zu können, muss sie gespeichert oder verteilt werden. An einer Möglichkeit der Verteilung wird im Projekt ROLLEN (gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) anhand von Elektrofahrzeugen geforscht. Diese sollen, mit einer rückspeisefähigen Ladetechnik ausgestattet, die überschüssige Energie aus dem Netz aufnehmen - also speichern - und zeitlich und räumlich variabel verteilen.

Forschungsprojekt ROLLEN

 

Laufzeit

September 2020 bis August 2023

Förderung durch

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Projektbeteiligte

  • ENASYS
  • Institut für Vernetzte Energiesysteme
  • Honda R&D
  • ubitricity
  • Fraunhofer Institut IFAM

Ein Elektrofahrzeug als rollenden Energiespeicher und Ladestation nutzen – dieses Vorhaben wird im Projekt ROLLEN vom Institut für Vernetzte Energiesysteme erforscht. ROLLEN hat sich aus dem bereits abgeschlossenen Forschungsprojekt Drahtlos entwickelt, in der die bidirektionale, induktive Energieübertragung zwischen Elektroauto und der Stromversorgung des eigenen Hauses erforscht wurde.

Das Ziel des Forschungsprojekts ROLLEN ist die räumlich und zeitlich variable Verteilung von überschüssiger Energie aus erneuerbaren Quellen durch Elektrofahrzeuge mit induktiver, rückspeisefähiger Ladetechnik. Dabei werden die Fahrzeuge, immer wenn sie stehen, induktiv mit dem lokalen Stromnetz gekoppelt und dienen als quasistationärer Energiespeicher. Bei der anschließenden Fahrt wird die Energie zu einem anderen Ort transportiert und kann dort zeitlich variabel genutzt werden. Die zeitliche Verschiebung der zur Verfügung stehenden Energie durch ein Elektroauto an einem festen Ort wurde bereits im Projekt Drahtlos untersucht.

Durch die induktive Energieübertragung sind eine hohe Anwenderfreundlichkeit und zusätzlich die zeitlich maximale Kopplung zwischen Fahrzeug und Energiequelle gegeben. Erprobt wird dieses Verfahren mithilfe von prototypischen Elektrofahrzeugen, die mit der induktiven Ladetechnik und einem automatisierten Energieabrechnungssystem ausgestattet werden. Die Vorteile dieser Energiespeicherung und des Energietransports sind u.a. die Nutzung der Fahrzeuge über die Fahrzeiten hinaus und eine Vermeidung der Stromdurchleitung durch das öffentliche Netz. Die Ein- und Ausspeisung der Energie wird auf lokale Netze beschränkt und kann den Abnehmern direkt zu Verfügung gestellt werden.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Vernetzte Energiesysteme untersuchen hauptsächlich die Auswirkungen des Energietransports auf die Stromnetze. Dafür führen sie Simulationen der sich ändernden Netzbelastung durch und überprüfen diese im Labormaßstab. Außerdem unterstützen sie bei Bewertungen zur Nutzungsakzeptanz.

Kontakt

Flexibilitäten und Systemdienstleistungen

Forschungsgruppe
Institut für Vernetzte Energiesysteme
Carl-von-Ossietzky-Str. 15, 26129 Oldenburg