Mission Martian Moons eXploration (MMX)

MMX

Die Mission Martian Moons eXploration (MMX) unter der Leitung der japanischen Weltraumagentur JAXA hat zum Ziel, den Ursprung und die Entwicklung der Marsmonde Phobos und Deimos zu erforschen und Proben von Phobos zur Erde zurückzubringen. Das Institut steuert ein Radiometer sowie ein Raman-Spektrometer zum Rover IDEFIX bei.

Die Martian Moons eXploration (MMX) Mission, die im Oktober 2026 starten und 2027 in die Marsumlaufbahn gebracht werden soll, ist eine JAXA-Mission zu Phobos und Deimos, die der Untersuchung des Ursprungs der beiden Marsmonde dient. Während Oberflächenspektren auf einen Ursprung als Asteroiden hindeuten, lassen die Umlaufbahnen der Monde auf ein Entstehungsszenario schließen, bei dem ausgeworfenes Material infolge eines großen Einschlags zu einem frühen Zeitpunkt in der Geschichte des Mars als Ursprung der beiden Monde in Betracht kommt. Bei der MMX-Mission werden die Oberflächen und das Innere von Phobos und Deimos mithilfe des MMX-Orbiters und -Landers sehr detailliert charakterisiert, wobei 2029 Proben von Phobos aufgenommen werden, die 2031 auf der Erde erwartet werden. Für Untersuchungen vor Ort steuern das Centre National d'Études Spatiales (CNES) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen kleinen Rover namens IDEFIX bei, der mit einem Sechskanal-Radiometer (miniRAD), einem Raman-Spektrometer (RAX), Stereo-Navigationskameras (NavCam) sowie zwei Kameras zum Erfasse der Wechselwirkung zwischen Rad und Oberflächen (WheelCam) ausgestattet ist. Der solarbetriebene MMX-Rover wird aus einer Höhe von weniger als 100 Metern auf die Oberfläche von Phobos abgesetzt und soll drei Monate lang in Betrieb bleiben. Er wird mehrere Meter bis Hunderte von Metern zurücklegen und an mehreren Standorten Daten sammeln. Die Landung und der Betrieb des Rovers sind für Ende 2028 geplant.

Mit dem MMX-Rover IDEFIX werden Fragen der mineralogischen Zusammensetzung des Regoliths sowie seiner thermophysikalischen Eigenschaften untersucht. Darüber hinaus werden hochauflösende Kameras die Regolith-Dynamik, mechanische Eigenschaften, Oberflächenfestigkeit, Kohäsion, sowie Korngrößenverteilung Porosität untersuchen. Die wissenschaftlichen Ziele des Rovers ergänzen somit die Ziele der Hauptsonde, und die Daten der In-situ-Untersuchung werden den Orbiter-Instrumenten als Basisdaten dienen. Zudem liefern die Rover-Daten den Kontext für die zur Erde gebrachten Proben. Das DLR-Institut für Weltraumforschung ist an allen Aspekten der Datenanalyse der Mission beteiligt, einschließlich vorbereitender Studien zu Regolith-Eigenschaften und Laborarbeiten zur Vorbereitung der Datenanalyse.

Die Zusammenarbeit zwischen der JAXA sowie DLR und CNES wird durch die Überstellung eines angemessenen Anteils der Gesamtmasse der bei der MMX-Mission gesammelten und von Japan nach Europa gebrachten Proben weiter gestärkt werden. Die Koordination der gemeinsamen Kuratierung seitens der nationalen Agenturen Deutschlands und Frankreichs liegt bei der ESA.

Zur Vorbereitung dieses Großvorhabens arbeitet das DLR-Institut für Weltraumforschung daran, eine neue Analyse- und Kuratierungseinrichtung in Berlin aufzubauen, an der das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Museum für Naturkunde (MfN) gemeinsam beteiligt sind. Die Analyseeinrichtung wird die Möglichkeit bieten, die Proben unter kontrollierten Umgebungsbedingungen grundlegend zu charakterisieren, was der Vorbereitung einer eingehenderen Untersuchung in spezialisierteren Einrichtungen dient. Die kuratorische Expertise wird auf der Grundlage des in der Meteoritensammlung des MfN vorhandenen Fachwissens sowie in Zusammenarbeit mit den Kuratierungseinrichtungen der JAXA erarbeitet. Die derzeitigen Kuratorinnen und Kuratoren werden zusammen mit der jüngeren Generation geschult und engagieren sich im Austausch von Fachkenntnissen.

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Kontakt

Dr. Matthias Grott

Abteilungsleiter
Institut für Weltraumforschung
Planetare Sensorsysteme
Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin

Dr. rer. nat. Susanne Schröder

Abteilungsleiterin In-Situ Sensing
Institut für Weltraumforschung
In-Situ Sensing
Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin

Dr. Alessandro Maturilli

Abteilungsleiter (komm.)
Institut für Weltraumforschung
Planetare Labore
Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin