Galileo

ESA

Das europäische Satellitennavigationssystem

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo stellt weltweit Dienste zur Positions- und Zeitbestimmung sowie zur Navigation bereit. Es ist neben dem amerikanischen NAVSTAR GPS, dem russischen GLONASS und dem chinesischen BeiDou das vierte global verfügbare Satellitennavigationssystem. Während alle anderen Systeme vor allem auf die militärische Nutzung ausgerichtet sind, ist Galileo das einzige System unter rein ziviler Kontrolle.

Hohe Genauigkeit in der Orts- und Zeitbestimmung

Galileo besteht aus einem weltumspannenden Netz von 27 Satelliten. Die Satelliten bewegen sich gleichmäßig verteilt auf drei Umlaufbahnen rund 23.000 Kilometern über der Erde. In Deutschland und Italien sorgen zwei Kontrollzentren dafür, dass Galileo zuverlässig und mit hoher Präzision rund um die Uhr arbeitet. Die Genauigkeit der Ortsbestimmung mit Galileo ist dabei höher als bei jedem anderen Satellitennavigationssystem.

Galileo im Alltag

Als Bestandteil von Galileo werden verschiedene Dienste zur Verfügung gestellt, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. So ermöglicht zum Beispiel der Offene Dienst allen Bürgerinnen und Bürgern das Orten und Navigieren. Alle Smartphones, die seit 2016 in der EU verkauft wurden, unterstützen die Positionsbestimmung mittels Galileo.

Professionelle Galileo-Anwendungen

Für hoheitliche Aufgabenträger wie Polizei und Rettungskräfte sowie Betreiber von kritischer Infrastruktur, wie etwa Stromnetzbetreibern, bietet der Öffentliche regulierte Dienst eine höhere Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit. Auch davon profitieren indirekt alle Bürgerinnen und Bürger.

Im Rahmen des Such- und Rettungsdienstes können Galileo-Satelliten von Funkbarken gesendete Notsignale erfassen und sie an Seenotretter weiterleiten. Zudem können Rettungskräfte per „return link“ auch in Kontakt mit den Verunglückten treten. Fast alle Galileo-Satelliten empfangen auch Notrufe über das internationale Seenotrufsystem COSPAS-SARSAT und retten damit im Durchschnitt sieben Menschenleben pro Tag.

Für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen an die Genauigkeit wurde der Hochpräzisionsdienst entwickelt. Dieser ermöglicht mit Hilfe zusätzlicher Korrekturdaten eine Positionsbestimmung von 20 Zentimeter Genauigkeit und ist in erster Linie für professionelle und kommerzielle Dienstleistungen bestimmt.

Europäische Zusammenarbeit für ein weltumspannendes System

Die Europäische Kommission trägt die Gesamtverantwortung für Galileo. Sie finanziert den Aufbau des Systems, seinen Betrieb und die Entwicklung der Technologien für die nächste Generation. Für den Aufbau des Galileo-Systems im Weltall und am Boden ist die Europäische Weltraumorganisation ESA zuständig. Zusätzlich leistet sie technische Unterstützung und treibt die Entwicklung einer neuen Generation von Satellitennavigationssystemen voran. Die Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm (EUSPA) in Prag übernimmt die Sicherheitsakkreditierung für alle Dienste und ist verantwortlich für den zuverlässigen Betrieb.

Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR vertritt die Interessen Deutschlands in den Entscheidungsgremien der Europäischen Union, der ESA und der EUSPA. Außerdem fördert die deutsche Raumfahrtagentur im DLR Entwicklungsvorhaben für neue Navigationsanwendungen und -dienste an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und in der Industrie. Das dafür nötige Budget stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bereit, welches in Deutschland federführend in allen Galileo-Angelegenheit ist.

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