14. Februar 2025 | Abschluss des Forschungsprojekts Envision

Wie Innovationen den Weg in die Flugsicherung finden

Wie Innovationen den Weg in die Flugsicherung finden
Präsentation der Envision-Projektergebnisse
  • Envision bringt Prinzipien der agilen Softwareentwicklung und des nutzerzentrierten Designs in die Flugsicherung
  • Lotsinnen und Lotsen sollen Innovationen schneller und einfacher bei ihrer Arbeit zur Verfügung stehen
  • Ergebnisse wurden am 13. Februar im DLR in Braunschweig einem Fachpublikum vorgestellt

Wie können Ergebnisse und Prototypen aus der Forschung ihren Weg in den realen Betrieb der Flugsicherung finden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Projekts Envision, das das Institut für Flugführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Frequentis Orthogon und der Hochschule Osnabrück durchgeführt hat. Nach vier Jahren intensiver Arbeit wurden die Ergebnisse nun am 13. Februar vor Fachpublikum aus der Industrie am DLR in Braunschweig präsentiert. Den Kern bildet ein innovativer Workflow für die Softwareentwicklung, um Lotsinnen und Lotsen Neuerungen schneller und einfacher bei ihrer Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Ein innovativer Softwareentwicklungsprozess

Im Mittelpunkt des Projekts stand ein innovativer Softwareentwicklungsprozess. Dieser wurde vom Projektteam zunächst spezifiziert und anschließend in einem Demonstrator entlang des gesamten Entwicklungszyklus exemplarisch umgesetzt und wissenschaftlich untersucht. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen des DLR-Instituts wie die Echtzeit-Konflikterkennung, das Sprachverstehen und digitale Assistenzsysteme für Fluglotsen mittels des neuen Entwicklungsprozesses in den Demonstrator integriert.

Prototyp einer dynamischen Wetterdarstellung (Ausschnitt) für die Flugsicherung

Enge Zusammenarbeit mit Fluglotsinnen und Fluglotsen

Ein Schlüsselaspekt war die enge Zusammenarbeit mit Lotsinnen und Lotsen, die aktiv in den Entwicklungsprozess von Lotsenarbeitsplatzsoftware eingebunden wurden. Mit agilen Methoden und iterativen Tests konnten ihre Rückmeldungen direkt in die Weiterentwicklung einfließen. Dazu wurden in Envision neue Verfahren konzipiert, mit denen die Lotsinnen und Lotsen ihre Änderungsvorschläge regelmäßig und effizient in den Entwicklungsprozess einbringen können. Die Hochschule Osnabrück optimierte die Systeme mit einem nutzerfreundlichen Design. Abschließend wurden sie in die industrielle Flugsicherungssoftware von Frequentis Orthogon integriert. Der so entstandene innovative Arbeitsplatz im Simulator des DLR wurde von den beteiligten Lotsinnen und Lotsen in Testkampagnen durchweg positiv bewertet.

Der Softwareentwicklungsprozess soll zukünftig auch dazu beitragen, digitale Fluglotsen in die Arbeitsplätze menschlicher Fluglotsen zu integrieren, um diese bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Durch diese Teams aus menschlichen und digitalen Fluglotsen soll der Luftverkehr effizienter und umweltfreundlicher geführt werden.

Das Projekt Envision wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) V6-1 gefördert und vom DLR Projektträger begleitet.

Kontakt

Dr.-Ing. Sebastian Schier-Morgenthal

Abteilungsleiter Lotsenassistenz
Institut für Flugführung
Lotsenassistenz
Lilienthalplatz 7, 38108 Braunschweig