Praxisbeispiel ADPO in Antwerpen, Belgien

Parabolrinnenanlage zur Dampferzeugung

Blick auf beide Kollektorstränge von unten
Credit:

Solarlite

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Die Anlage liefert die erzeugte Solarwärme an den Industriekunden ADPO am Standort Antwerpen (Belgien). Die Anlage wird seit 2020 zur Dampferzeugung für eine industrielle Prozesse in der Chemieindustrie eingesetzt.

Das Kollektorfeld erstreckt sich über eine Brutto-Aperturfläche von 1.107,8 Quadratmetern und besitzt eine Nennleistung von 0,5 Megawatt. Die Kollektoren wurden von dem Hersteller Solarlite geliefert und sind vom Typ HT/SL5770. Sie bestehen aus Glas-/Silberspiegeln und Vakuumabsorberrohren. Als Wärmeträgerfluid wird ein Silikonöl (Helisol) eingesetzt, welches bei ungefähr 200 bis 300 Grad Celsius betrieben wird. Die aufgenommene Wärme wird in einem nachgeschalteten Dampfkessel genutzt, in dem Prozessdampf mit Temperaturen von etwa 160 bis 170 Grad Celsius erzeugt wird. Die wesentlichen Komponenten der Nebenanlagen (Balance of Plant), darunter Pumpen, Dampfkessel und Ausdehnungsgefäße, sind in einem Container nahe dem Solarfeld untergebracht.

Sicht auf das Kollektorfeld von unten
Die Kollektoren befinden sich auf erhöhten Stützen, sodass die Fläche darunter genutzt werden kann.
Credit:

Solarlite

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Zusätzlich war die Anlage an etwa acht Tagen im betrachteten Zeitraum aus Wartungsgründen sowie an weiteren sechs sonnigen Tagen aufgrund von Wetterbedingungen (hohe Windgeschwindigkeiten) oder auf Kundenwunsch außer Betrieb. Nach Abschätzung von Solarlite hätte bei einem durchgängigen Betrieb ein spezifischer Jahresertrag von nahezu 450 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erreicht werden können.

Auswertung der Betriebsergebnisse

Die Auswertung der Betriebsergebnisse zeigte, dass konzentrierende Solarthermieanlagen auch in mitteleuropäischen Klimazonen hohe Energieerträge erzielen können.

Darüber hinaus zeigt der Vergleich, dass der Wärmeertrag eines Parabolrinnenkollektorfeldes im Hochtemperaturbereich in einer ähnlichen Größenordnung liegen kann wie der eines Flachkollektorfeldes bei niedrigen Temperaturen, wie sie beispielsweise in Wärmenetzen eingesetzt werden. Dies unterstreicht das Potenzial konzentrierender Kollektorsysteme als zusätzliche Option für die nachhaltige Wärmeversorgung in gemäßigten Klimazonen.

Kontakt

Dr.-Ing. Eckhard Lüpfert

Abteilungsleiter Konzentrierende Solartechnologien
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Solarforschung
Linder Höhe, 51147 Köln-Porz