Der 5. Internationale Workshop zu Carnot Batterien vereint die weltweite Energiespeicher-Community in Stuttgart

Eine Keynote zur Industrialisierung von Carnot Batterien, fünf Gastvorträge aus ganz Europa sowie ein von der EERA gesponserter Posterpreis für Nachwuchswissenschaftler bildeten die Höhepunkte des dreitägigen Austauschs zum Thema thermische Energiespeicherung.
Vom 21. bis 23. September 2026 veranstalteten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gemeinsam den 5. Internationalen Workshop zu Carnot-Batterien (IWCB 2026) auf dem Campus der Universität Stuttgart aus und begrüßten rund 100 Forscher, Ingenieure und Vertreter der Industrie aus aller Welt. Die Veranstaltung brachte die internationale Fachgemeinschaft zusammen, um die neuesten Forschungsergebnisse, Demonstrationsprojekte und den industriellen Einsatz dieser Technologie zu erörtern.
Eine Carnot-Batterie, auch als „Pumped Thermal Energy Storage“ (PTES) bekannt, wandelt Strom in Wärme um, speichert diese Wärme in einem kostengünstigen Medium wie Wasser oder geschmolzenem Salz und wandelt sie bei Bedarf wieder in Strom um. Da die Speicherkapazität durch das Hinzufügen von mehr kostengünstigem Wärmespeichermaterial einfach skaliert werden kann und die Technologie nicht von bestimmten geografischen Gegebenheiten abhängt, gilt sie als vielversprechender Kandidat für die Langzeit-Energiespeicherung im Gigawattstunden-Maßstab, die in Stromnetzen mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien erforderlich ist.
Der Workshop wurde am Montagabend mit einer öffentlichen Vortragsreihe zum Thema „Misserfolg als Wegbereiter für technischen Fortschritt“ eröffnet, bei der Prof. Mike Schlaich (schlaich bergermann partner) den Solarturm vorstellte, während Prof. Eduard Heindl (Hochschule Furtwangen) über die schwerkraftbasierte Energiespeicherung sprach. Das zweitägige wissenschaftliche Programm begann am Dienstagvormittag.
Keynote: Industrialisierung von Carnot-Batterien
Das wissenschaftliche Programm wurde mit einem Keynote-Vortrag von Honggang Wang vom National Institute of Clean-and-Low-Carbon Energy (NICE), dem Forschungszweig von China Energy (CHN Energy), eröffnet. In seinem Vortrag „Industrialisierung von Carnot-Batterien in China: Von der Forschung zur Demonstration“ beschrieb Wang, wie chinesische Forschungseinrichtungen und die Industrie die Technologie von der Laborforschung hin zu Demonstrationsanlagen im industriellen Maßstab vorantreiben – ein deutliches Zeichen für die Dynamik, die Carnot-Batterien in den letzten Jahren international gewonnen haben.
Gastvorträge: Von der Marktgestaltung bis zur Turbomaschinentechnik
Fünf Gastvorträge aus Wissenschaft und Industrie ergänzten den Eröffnungsvortrag, neben einem vollgepackten Programm mit fast 30 eingereichten Vorträgen und einer gut besuchten Postersession:
1. Valentin Bertsch (Lehrstuhl für Energiesysteme und Energieökonomie, Ruhr-Universität Bochum) eröffnete die Reihe mit dem Vortrag „Wie können Energiesystem- und Marktforschung die Technologieentwicklung beeinflussen? Erkenntnisse am Beispiel der Carnot-Batterien“, in dem er untersuchte, wie Energiesystem- und Marktanalysen als Leitfaden für die Technologieentwicklung dienen können.
2. Tim de Haas (KYOTO Group) hielt einen Vortrag mit dem Titel „Grüne Wärme. Geringere Kosten. Höhere Energiesicherheit. Wie die bewährte Technologie von Heatcube die Industrie dekarbonisiert“, in dem er die kommerzielle thermische Batterie des Unternehmens zur Dekarbonisierung industrieller Wärme vorstellte.
3. Stefan Glos (Siemens Energy) sprach zum Thema „Von Luft zu CO₂ – Wie Arbeitsmedien die Turbomaschinen für großtechnische Carnot-Batterien prägen“ und ging dabei auf den Einfluss der Auswahl von Arbeitsmedien auf die Auslegung von Turbomaschinen im Großmaßstab ein.
4. Günter Schneider (STORASOL GmbH) gab in seinem Vortrag „TES – Kernelement von Carnot-Batterien – Typen und Anwendungen“ einen Überblick über die verschiedenen Arten der thermischen Energiespeicherung und ihre jeweiligen Anwendungsbereiche.
5. Christos N. Markides (Imperial College London) schloss die Veranstaltungsreihe mit dem Vortrag „Zwanzig Jahre thermische Pumpspeicherstromspeicherung: Ein persönlicher Rückblick von den Grundlagen bis zur Technologieentwicklung“ ab und reflektierte dabei über zwei Jahrzehnte Forschung und technologische Entwicklung in diesem Bereich.
Der von der EERA gesponserte „Best Poster Award“ würdigt Nachwuchswissenschaftler

Ein Höhepunkt des zweiten Tages war die Verleihung des „Best Poster Award“, der vom EERA-Gemeinsamen Programm „Energy Storage“ (JP ES 3) der European Energy Research Alliance gesponsert wurde, um herausragende Beiträge von Nachwuchswissenschaftlern zu würdigen. Drei Poster wurden ausgezeichnet:
1. Erster Preis: Matias Pezo Perez, DLR – „Geometrische Optimierung der Latentwärme-Energiespeicherung für Carnot-Batterien auf der Grundlage eines Multiskalenansatzes“
2. Zweiter Preis: Youngbok Lee, Korea Institute of Energy Research – „Entwicklung eines Hochtemperatur-Wärmespeichersystems mit kombinierter sensibler und latenter Wärme für Carnot-Batterien“
3. Dritter Preis: Jungchul Kim, Korea Institute of Machinery & Materials -"Investigation of high temperature packed bed TES system"
Die Organisatoren gratulieren allen drei Preisträgern zu ihrer hervorragenden Arbeit und danken dem EERA-Gemeinsamen Programm „Energiespeicherung“ dafür, dass es erneut die nächste Generation von Forschern im Bereich der Carnot-Batterien unterstützt hat.
Dank an die Sponsoren
Der 5. IWCB wurde durch die großzügige Unterstützung von Siemens Energy und STORASOL ermöglicht, die beide auch durch Gastvorträge zum wissenschaftlichen Programm beitrugen – ein Zeichen für die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie, die die Carnot-Batterie-Community auszeichnet. Die Organisatoren danken beiden Unternehmen für ihre Unterstützung.
Ausblick
Mit seinen Keynote- und Gastvorträgen, fast 30 eingereichten Vorträgen und einer lebhaften Postersession hat der 5. Internationale Workshop zu Carnot-Batterien erneut die Fortschritte bei der Weiterentwicklung der Carnot-Batterietechnologien von der Forschung hin zur industriellen Anwendung hervorgehoben. Die Organisatoren danken allen Referenten, Teilnehmern und Sponsoren für drei inspirierende Tage in Stuttgart und freuen sich darauf, die Community beim nächsten Internationalen Workshop zu Carnot-Batterien wieder begrüßen zu dürfen.