Leuchtturmprojekt Power-to-Gas

Angewandte Forschung und Entwicklung für eine ökonomische Erzeugung des ökostrombasierten Kraftstoffs eH2

Power-to-Gas ist ein Verfahren zur Speicherung von Ökostrom sowie zur Erzeugung von CO2-neutralen Kraftstoffen (Wasserstoff und Methan). Die herausragende Bedeutung von Power-to-Gas für das künftige Lastenmanagement sowie für eine zukunftsträchtige, nachhaltige Mobilität - und somit für die entscheidenden Elemente der Energiewende - gilt unter energiepolitischen Akteuren in Deutschland als unumstritten. Dass das Konzept technisch einwandfrei funktioniert, konnte das ZSW bereits im Rahmen mehrerer Projekte nachweisen und dabei den Schritt in die Industrialisierung ebnen. Mit dem vorliegenden Power-to-Gas-Vorhaben will das ZSW mit seinen Partnern aus Industrie und Forschung nun die letzten wissenschaftlichen Weichen für den wirtschaftlichen Einsatz des Verfahrens stellen und Wirtschaftsakteuren Energieversorger, Automobilindustrie und Unternehmen aus Maschinen-, Komponenten- und Anlagenbau) ein tragfähiges Konzept für saubere, innovative Mobilität bieten.

Forschungsprojekt Power-to-Gas

 

Laufzeit

Januar 2015 bis Januar 2019

Förderung durch

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg

Projektbeteiligte

Vorgesehen ist der Betrieb einer industriellen 1-Megawatt-Anlage zur Herstellung von regenerativem Wasserstoff (eH2), der als Kraftstoff für den Antrieb für Brennstoffzellenfahrzeuge zur Verfügung gestellt wird. In diese nach dem aktuellen Stand errichtete Demonstrationsanlage sollen die Ergebnisse einer angewandten FuE zur weiteren Effizienzsteigerung und Kostensenkung einfließen. Insbesondere die Kernkomponente Elektrolyse soll am Anlagenstandort, d.h. unter industriellen Bedingungen „am Markt“, weiterentwickelt werden. So ist im Laufe des Projektes vorgesehen, einen verbesserten 300 kW Elektrolyseblock in die Demonstrationsanlage einzubinden und zu erproben. Aber nicht nur die Elektrolyse, sondern auch die damit verbundenen Komponenten und Subsysteme (Verdichter, Gleichrichter, Druckbehälter, Analytik, Sicherheitstechnik) sollen gemeinsam mit entsprechenden Unternehmen hinsichtlich Kosten- und Effizienzpotentialen analysiert werden mit dem Ziel, erfolgversprechende Ideen in Power-to-Gas-Produkte bis hin zu Serienmodulen umzusetzen.

Die geplante technologische Fortentwicklung ist Basis dafür, die Power-to-Gas-Technologie zur Erzeugung grüner Kraftstoffe zukünftig im In- und Ausland gewinnbringend verwerten zu können und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für eine zukünftig CO2-neutrale Mobilität zu leisten. Die dargelegten Pläne beinhalten damit deutlich mehr als nur ein weiteres Power-to-GasProjekt in Deutschland. Vielmehr umfasst das angestrebte Leuchtturmprojekt eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen: Erstmals soll eine stark anwendungsorientierte Technologieentwicklung unmittelbar am Anlagenstandort mit einer engen Einbindung von Unternehmen aus Energieversorgung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Automobilindustrie umgesetzt werden.

Die angewandte Forschung der führenden FuE-Institute des Landes Baden-Württemberg soll die Grundlage für die Weiterentwicklung von Power-to-Gas hin zu Kosten- und Effizienz-Zielen bilden, die für eine breite Markteinführung erforderlich sind. Ein deutlicher Mehrwert ist auch, dass das Projekt so konzipiert ist, dass nach Ablauf und bei Erfolg der FuE-Arbeiten der verbesserte 300 kW Elektrolyseblock weiter betrieben und so zu einem wirtschaftlichen Betrieb der Power-to-Anlage beitragen kann. Nicht zuletzt bildete das Vorhaben einen weiteren wichtigen Baustein für die Versorgung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Über 1000 umwelt- und klimafreundliche Brennstoffzellen-PKW können mit dem in der Anlage erzeugten eH2 mobil sein - eine Menge, die nicht nur symbolträchtig ist, sondern auch einen ersten konkreten Schritt für eine nachhaltige Mobilitätsstrategie darstellt.

Kontakt

Energieszenarien und Technologiebewertung

Forschungsgruppe
Institut für Vernetzte Energiesysteme
Carl-von-Ossietzky-Str. 15, 26129 Oldenburg