PLATO – Auf der Suche nach der zweiten Erde
Anfang 2027 wird die PLATO-Mission (PLAnetary Transits and Oscillations of stars) mit der Suche nach erdgroßen Planeten beginnen. Erklärtes Ziel ist es erdähnliche Planeten zu finden, die in der lebensfreundlichen Zone um einen sonnenähnlichen Stern kreisen. Unter ihnen könnten sich Planeten befinden, auf denen sich Leben entwickelt hat oder entwickeln könnte.
Damit könnten wir Fragen beantworten, die sich schon Generationen vor uns gestellt haben:
- Ist unser Sonnensystem einzigartig?
- Gibt es Planeten um andere Sterne, die lebensfreundliche Bedingungen bieten?
- Wie entstehen und entwickeln sich Planeten und Planetensysteme?
PLATO ist eine M3-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) im Rahmen des Cosmic Vision-Programms und wurde 2014 ausgewählt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) leitet das internationale Konsortium und ist gemeinsam mit der ESA für die Konstruktion der wissenschaftlichen Nutzlast verantwortlich. Darüber hinaus ist das DLR an der Durchführung der Mission beteiligt, die von der ESA geleitet wird.
Mit einem besonderen Teleskop-Design, bestehend aus 26 einzelnen Kameras, wird PLATO ein großes Himmelsfeld über mehr als zwei Jahre beobachten. Dabei zeichnet man den Helligkeitsverlauf von Tausenden von Sternen auf und sucht in diesen Lichtkurven nach periodischen Dips. Mit dieser Methode, der Transitmethode, kann man Planeten entdecken, denn wenn sie sich zwischen Stern und Teleskop bewegen, dunkeln sie ihn ein kleines bisschen ab. Von großem Interesse sind die Planeten, die sich in der lebensfreundlichen, der habitablen Zone ihres Sterns bewegen. In dieser Zone könnte auf einem Gesteinsplanet flüssiges Wasser auf der Oberfläche vorhanden sein.
Um die sehr kleinen Helligkeitsabnahmen, die von einem Planeten herrühren, zu finden, muss PLATO sehr genau am Himmel ausgerichtet sein und die Helligkeit von zehntausenden von Sternen kontinuierlich erfassen. Durch die genaue Analyse der Lichtkurven und weiteren Messungen mit bodengebundenen Teleskopen kann man Radius und Masse des Planeten und Alter des Planetensystems präzise bestimmen.
Die Charakterisierung von sehr vielen Planetensystemen mit einer hohen Genauigkeit wird so zum ersten Mal durchgeführt. Damit werden wir besser verstehen, wie Planeten entstehen, wie sich Sterne und Planetensystem entwickeln und ob es irgendwo außerhalb unseres Sonnensystems lebensfreundliche Bedingungen gibt.
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