Stärkung der deutsch-afrikanischen Raumfahrtkooperation in Nairobi

RCMRD
- Eine Delegation der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR besuchte vom 16.–20. Februar 2026 die kenianische Hauptstadt Nairobi.
- Anlass war das Symposium „Space Technologies for Humanity“ des Regional Centre for Mapping of Resources for Development (RCMRD).
- Ziel ist die Verstärkung von Kooperation mit Afrika, beispielsweise durch die Vernetzung von Anbietern von Raumfahrtdiensten mit Bedarfsträgern.
- Ebenfalls sollen Satellitendienste zur Katastrophenhilfe verstärkt eingesetzt werden.
- Schwerpunkte: Raumfahrt, Kooperation und Transfer, Internationale Beziehungen
Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie mehrere deutsche Unternehmen aus dem Raumfahrtsektor mit den Schwerpunkten Erdbeobachtung, Medizin, Landwirtschaft, Wissens- und Technologietransfer haben vom 16.–20. Februar 2026 in Nairobi, Kenia, die deutsch-afrikanischen Raumfahrtbeziehungen gestärkt. Anlass waren ein Symposium zum Thema „Space Technologies for Humanity“ sowie ein Training zur Nutzung der „International Charter: Space and Major Disasters“, die gemeinsam von der Universität Bonn, UN-SPIDER (United Nations Platform for Space-based Information for Disaster Management and Emergency Response) und der in Nairobi ansässigen Regionalorganisation „Regional Center for Mapping of Ressources for Development“ (RCMRD) ausgerichtet wurden.
„Die Intensivierung der deutsch-afrikanischen Beziehungen in der Raumfahrt ist uns ein wichtiges Anliegen“, sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Immer mehr Staaten in Afrika nutzen Raumfahrtdaten und -dienste für Landwirtschaft, Klimaanpassung, Katastrophenrisikomanagement und weitere sozioökonomische Zwecke. 2025 wurde die Afrikanische Raumfahrtagentur (AfSA) gegründet, der alle 55 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union angehören. „Die Gründung der AfSA unterstreicht die Relevanz von Raumfahrt für Afrika und Deutschland bietet sich hier als starker Partner an“, so Dr. Walther Pelzer.
Kooperation zwischen Deutschland und Afrika
Beim Symposium in Nairobi mit 85 Teilnehmenden, darunter mehr als 50 aus Kenia und benachbarten Staaten, stellte Silke Hüttemann, Leiterin der Abteilung UN-Angelegenheiten, die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR als zentralen Ansprechpartner für die deutsche Raumfahrt vor und präsentierte bestehende Kooperationsbereiche zwischen Deutschland und Afrika. Die vielfältigen Themenfelder der Raumfahrt, in denen die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR und die deutsche Industrie tätig sind, fanden große Resonanz bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Nairobi und bieten Kooperationsmöglichkeiten.
Eine konkrete Kooperations-Initiative sind die INNOspace-Netzwerke, die einen Transfer zwischen Raumfahrt und verschiedenen Industriesektoren fördern und damit den Link zwischen Anbietern und Nutzern von Raumfahrtdiensten herstellen. Dr. Franziska Zeitler, Leiterin der Abteilung Innovation und Neue Märkte, erläuterte die Netzwerke Space2Motion, Space2Agriculture und Space2Health mit mehr als 700 Netzwerk-Partnern. Mehr als 40 Unternehmen und Institutionen aus den INNOspace-Netzwerken meldeten im Vorfeld Interesse an Kooperationen mit Kenia an und wurden beim Symposium vorgestellt. Die INNOspace-Netzwerke können ein Modell darstellen, um auch in Kenia Anbieter von Raumfahrtdiensten mit Bedarfsträgern zu vernetzen und damit den Nutzen der Raumfahrt für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu stärken. Dazu dienten auch mehrere Veranstaltungen im Rahmen des Symposiums, bei denen sich die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR und deutsche Unternehmen mit afrikanischen Unternehmen und Organisationen vernetzen konnten.
Besuch der Kenya Space Agency
Im Anschluss an das Symposium besuchten die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR und deutsche Unternehmen die kenianische Raumfahrtagentur (Kenya Space Agency, KSA) und tauschten sich mit dem Generaldirektor der KSA, Brigadier Hillary Kipkosgey und seinem Team aus. Die KSA ist die nationale Raumfahrtagentur mit einem Mandat, den Raumfahrtsektor in Kenia zu entwickeln. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Beschaffung von Weltraumdaten und -diensten für staatliche und gesellschaftliche Akteure. Die KSA hat großes Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit mit Deutschland. Themen des Austauschs waren Anwendungsfelder für Kooperationen, beispielsweise in der Erdbeobachtung und bei der Förderung von Start-ups.
Satellitendaten für Katastrophenfälle
Anschließend an das Symposium fand zudem ein vom Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche (ZFL) der Universität Bonn, UN-SPIDER, dem RCMRD, der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem DLR ausgerichtetes Training der „International Charter: Space and Major Disasters“ statt. An drei Tagen informierten sich knapp 50 Teilnehmende aus Kenia und weiteren afrikanischen Staaten über die Zugangsmöglichkeiten für Regierungsorganisationen und Katastrophenschutzbehörden zu Satellitendaten für Katastrophenfälle. Auch der Umgang mit diesen Daten wurde geübt. Ziel des Trainings ist die Befähigung von Staaten weltweit, im Fall von Naturkatastrophen schnell Zugang zu Satellitendaten für das Krisenmanagement zu erhalten und diese anwenden zu können. Das DLR ist seit 2010 Mitglied der Charter und stellt Satellitendaten der Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X sowie seit 2026 auch Daten des Umweltsatelliten EnMAP zur Charter bei.
Das Symposium „Space Technologies for Humanity“ und das Training der „International Charter: Space and Major Disasters“ fanden im Rahmen des von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR geförderten SPEAR II-Projekts (Spaceborne Earth Observation Applications for Emergency Response and Disaster Risk Reduction) statt. SPEAR II ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem ZFL und UN-SPIDER. SPEAR II ist im Juli 2024 gestartet und läuft bis Juni 2029. Die Veranstaltungen in Nairobi wurden mit dem RCMRD vor Ort umgesetzt. Das RCMRD ist eine Regionalorganisation mit 20 Mitgliedsstaaten aus Ost- und Südafrika.